Eine weitere Ärzte-Krimiserie setzt sich im deutschen TV nieder, „Crossing Jordan“ Fans werden schon ganz aufgeregt, aber gibt es wirklich Grund dazu?

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Nachdem sie aus Versehen einen Patienten auf dem OP Tisch umgebracht hat, muss sich Megan Hunt nach einer längeren Auszeit als Pathologin beweisen. Zusammen mit der Polizei löst sie Mordfälle, gleichzeitig versucht sie, ihr mehr als einsames Privatleben zu retten und ihre Tochter für sich zurück zu gewinnen. Arzt sein hat eben seinen Preis…

In den 90ern war Dana Delany eine preisgekrönte Filmschauspielerin, im 21.Jahrhundert schlug sie sich mal mehr (Desperate Housewives), mal weniger (Pasadena) erfolgreich durch die Serienwelt. Mit „Body of Proof“ scheint sie endlich auf einen gewinnenden Zug gestiegen zu sein, nach gerade mal 9 Episoden der ersten Staffel waren die Zuschauerzahlen derartig hoch, dass ABC die zweite Staffel bereits ankündigte.

Trotz guter Zuschauerratings blieben die Kritiker skeptisch. Das auch aus gutem Grund. Von der Prämisse her scheint „Body of Proof“ alles zu haben, was man sich wünschen kann, aber ein Blick in den Piloten offenbart ein paar erschreckend holzige Klischee-Dialoge, die veraltet und gewollt cool wirken und damit ständig das Gefühl geben, dass man eben nur eine Serie guckt und nicht einen Einblick in das wahre Leben (den man mittlerweile selbst bei hoch stilisierten Serien wie CSI:Miami erleben kann). Gerade weil man so sehr an „Crossing Jordan“ erinnert wird, verliert die Serie im Vergleich an Jordans interessanter Persönlichkeit und realistischen Charakteren. „Body of Proof“ bietet mehr Klischees, eine unglücklich forcierte Verbindung mit den Fällen und Megans Privatleben, sowie Megan als Möchtegernpolizistin, die es einem schwer macht, sie wirklich sympathisch zu finden. Die Balance zwischen selbstbewusst und arrogant ist eben schwer zu halten.

Das Gute: John Carrol Lynch als Detective ist wie in allen seinen Rollen ein absoluter Gewinn, der seinem schlecht geschriebenen Charakter Leben einhaucht, auch der offensichtliche Love Interest Nicholas Bishop als Peter Dunlop ist so charmant, wie man es sich von einem Love Interest nur wünschen kann. Zuletzt Sonja Sohn als weiterer Detective, die mit ihrer kühlen, dennoch freundlichen Art nicht selten wünschen lässt, dass sie die Hauptrolle der Serie wäre.

Fazit:
„Body of Proof“ hat ein gutes Rezept und gute Nebenrollen (Trekkies aufgepasst: auch Voyager Ikone Jeri Ryan), leider kann selbst Dana Delany die anstrengende Megan nicht so spielen, dass man sich nicht ein wenig Jordan herbei wünscht. Für Fans des Genres dürfte die Krimi-Arztserie dennoch zu dem oberen Mittel gehören. Zum Frauenmittwoch auf Pro 7 hat der werte Zuschauer definitiv einen hübschen Zeitvertreib vor der Glotze gewonnen.

Ab dem 24.8.2011, jeden Mittwoch um 21:15

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