Als Bodie und Doyle auf den Straßen Londons Verbrecher, Spione und andere dunkle Gestalten jagten, befand sich die Welt noch im Kalten Krieg. Dennoch hat die TV-Serie „Die Profis“ aus den Siebzigerjahren auch heute noch ihre Momente.

Großer Serien-Erfolg auf der Insel

Die Serie lief ab Dezember 1977 im britischen Fernsehen und wurde sofort ein voller Erfolg – Ihre besten Einschaltquoten lagen bei etwa zehn Millionen Zuschauern. Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Um die wachsende Gewalt im Land zu bekämpfen, gründet der von Gordon Jackson gespielte schottische Ex-Major und MI5-Chef Cowley den CI5 („Criminal Intelligence 5“), eine fiktive Task Force, die das Verbrechen bekämpfen soll und dabei von gesetzlichen Einschränkungen weitgehend befreit ist. Seine bestes Team sind Bodie und Doyle, gespielt von Lewis Collins und Martin Shaw. Der eine ist ein zynischer Ex-Söldner, der andere Ex-Polizist. Zusammen bekämpfen sie fünf Serien-Staffeln lang das Böse in der Hauptstadt des Königreichs – von 1977 bis 1981. Sie tun dies mit vollem Körpereinsatz, der Waffe in der Hand und mit einem Charme beim Flirten, der aus heutiger Sicht recht chauvinistisch anmutet, dem damaligen Zeitgeist aber durchaus – unbewusst – entspricht.

Action plus Nostalgie-Effekt

„The Professionals“ wurden zu einer Zeit gedreht, als noch kein Smartphone auf dem Bildschirm erschien, am PC-Arbeitsplatz ermittelt oder online am Quasar Spieleautomaten gezockt wurde. Bodie und Doyle treiben sich in erster Linie zu funkiger Hintergrundmusik in den dunklen Spielhöllen, verrauchten Pubs und dunklen Straßen Londons und Umgebung herum, um ihre Fälle zu lösen. Dabei legen sie bei Verfolgungsjagden einen recht sportlichen Fahrstil an den Tag und bedienen sich eines ominösen Kommunikationsinstruments, das mehr Ähnlichkeit mit einem alten Elektrorasierer als mit einem Funkgerät hat.

Und genau hier findet sich der unfreiwillige Charme der Serie, wenn die Folgen nach Jahrzehnten noch einmal angeschaut werden: Für jeden, der heute in seinen Fünfzigern und anglophil ist, sind „Die Profis“ eine schöne Reise in die Vergangenheit.

Authentischer Blick zurück in die englischen Siebziger

Die Drehbuchautoren der Serie griffen damals reale Crime-, Terror- und Geheimdienstthemen auf, aus denen sie die fiktiven Stories der einzelnen Folgen kreierten. Geheimagenten aus dem Ostblock wurden von Bodie und Doyle ebenso gejagt wie Drogenbarone aus Südamerika. Auch Themen mit aktueller politischer Relevanz fanden so ihren Weg in die Serie: So muss sich Bodie auf einem privaten Wochenendausflug mit seiner Freundin plötzlich mit einer Deutschen Terrorgruppe auseinandersetzen, die in Großbritannien ihr Unwesen treibt. Die Terroristen weisen bis zur Namengebung hin viele Ähnlichkeiten mit der Baader-Meinhof-Gruppe auf. In einer anderen Folge müssen sich Bodie und Doyle mit Punks in einem Pub herumschlagen, und durch Bodies Söldner- und Army-Vergangenheit wird auch der Nordirland-Konflikt thematisiert. In einer anderen (damals nicht ausgestrahlten Folge) bilden die Rassenkonflikte im damaligen England den Hintergrund der Handlung.

Und dann ist da noch die Mode (Große Kragen, extrabreite Schlipse! Weite Hosenbeine, lange Koteletten!) der damaligen Zeit. Sie wurde zusammen mit den Autos (Ford Capri!) und anderen kulturellen Ikonen der Siebzigerjahre durch den authentischen Stil der Serie verewigt – so ganz nebenbei.

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Bild: Screenshot aus https://www.youtube.com/watch?v=8VTlHZv8UF8
Video: https://www.youtube.com/watch?v=8VTlHZv8UF8

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