Sollte an den gerade heftig aufflammenden Gerüchten um eine anstehende Scheidung von Heidi Klum und Seal etwas dran sein, wird das der in Kürze anstehenden neuen Staffel von „Germany’s Next Top Model“ möglicherweise einiges an Zusatzinteresse einbringen – wenn auch aus Gründen, die der Initiatorin nicht unbedingt gefallen müssen.
Ab dem 23. Februar beginnt auf Pro7 wieder die Modelsuche, und das bereits zum siebten Mal. Weder am Showkonzept noch an der Besetzung hat sich Wesentliches geändert, denn Modedesigner Wolfgang Joop, den man offenbar als Experten haben wollte, hat ziemlich unüberhörbar öffentlich abgelehnt. Das ganze Konzept sei so gar nicht sein Ding.
Immer wieder glauben selbsternannte Medienexperten voraussehen zu können, dass die Welle der Castingshows in naher Zukunft deutlich abebben wird. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Nicht nur halten sich die meisten der bereits mehrfach erprobten Formate problemlos aufrecht, es ist auch noch genug Bedarf für neue Beispielen da. So etwa ab dem 31. Januar für „Das perfekte Model“.
Ende Februar geht Heidi Klums Laufstegshow „Germanys Next Top Model“ bereits in die siebte Runde. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur. Warum also sollte nicht noch ein zweites Castingformat mit gleicher Thematik funktionieren können? So jedenfalls wird man bei Vox gedacht und flugs eine eigene Variante auf die Beine gestellt haben.
Zum neunten Mal sucht Deutschland mittlerweile den Superstar, und wieder darf man sich bereits im Vorhinein fragen, wie lange sich der Gewinner nach dem Finale noch in der Öffentlichkeit hält. Neben Chefjuror Dieter Bohlen sorgen Bruce Darnell und „Cascada“-Sängerin Natalie Horler diesmal für ein bisschen frischen Wind im immergleichen Casting-Konzept.
„Never change a winning Team“ gilt nur dann, wenn es nicht doch noch irgendwie besser geht. Wer sich im Fall des RTL-Dauerbrenners „Deutschland sucht den Superstar“ die lange Reihe der Juroren vor Augen führt, die nicht allzu lange an der Seite des Poptitanen aus Tötensen durchgehalten haben, wird sich fragen müssen, wer hier eigentlich der Gewinner ist.
Während der Urlaubsmonate lässt sich der Eindruck gewinnen, die Wiedereinführung des Testbilds könnte die meisten Programmpunkte problemlos an Niveau und Unterhaltungswert übertreffen. Was die Bestückung der Sendezeit betrifft, ist man bei Pro7 offenbar so ratlos gewesen, dass man selbst die völlig erfolglose Gaga-Fleischbeschau „Sommermädchen“ wieder ausgegraben hat.
Im Bikini Schlauchboote aufblasen und gut eingeölt eine Wasserrutsche runterschliddern reichte früher allenfalls für einen launigen Taff-Beitrag mit dem späteren DSDS-Jurymitglied Fernanda Brandao und anderen C-Sternchen. Das änderte sich 2009, als man bei Pro7 auf die durchaus grenzdebile Idee kam, aus dem selbst für einen Kurzbeitrag kaum tragfähigen Nonsens eine ganze Abendshow zu basteln. Ergebnis waren lausige 4,4 Prozent Marktanteil bei der Premiere von „Sommermädchen“.
Da kommt der neue Geschäftsführer von Pro7 gleich mal mit einem Paukenschlag daher. Jürgen Hörner, der seit 1. April im Amt ist, berichtet der FAZ, dass man ab Herbst mit einem neuen Castingshow-Format doch tatsächlich DSDS angreifen wolle. Produzent ist John De Mol.
Ob das deutsche TV-Publikum wirklich noch eine weitere großangelegte Castingshow für Gesangstalente braucht, ist fraglich. RTL führt den Markt mit DSDS und in gewissem Sinne auch mit dem „Supertalent“ an, Vox hat „X-Factor“ und Pro7 produziert mir „Popstars“ eine Flop-Band nach der anderen. Demnächst kommt dort nun auch „The Voice of Germany“ hinzu.
Als ob es nicht schon genug Casting-Shows gäbe, schiebt Pro7 jetzt eine neue Variante ins Programm, die aber offenbar nicht wirklich Quote generieren soll. Denn wer ab dem 30. März jeweils mittwochs um 0.15 Uhr dabei zusehen soll, wie aus 18 Kandidaten der beste Pokerspieler ausgewählt wird, ist eher schleierhaft.
Die PokerStars.de-Nacht gehört schon eine ganze Weile zum Eventkalender von TV Total. Regelmäßig zockt Stefan Raab dann mit ein paar Promi-Kollegen und einem Wildcard-Gewinner um insgesamt 100.000 Euro, die wohl vom Namensgeber der Show gestiftet werden – eine Dauerwerbesendung im besten Sinne des Wortes also. Warum aus dem Deal nicht direkt noch eine zweite Sendung stricken?
Der Kölner Privatsender sorgt sich um das gesundheitliche Wohl seiner DSDS-Kandidaten. Oder doch in erster Linie eher um mögliche Rechtsfolgen? In jedem Fall darf Nina Richel nicht weiter an Deutschlands beliebtester Casting-Show teilnehmen. Grund: Ein psychologisches Gutachten spricht von potentiellen Risiken.
„Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme“, verkündet Katja Burkhard vergangene Woche bei „RTL Punkt 12“, könne Kandidatin Nina Richel nicht bei DSDS weitermachen. Eine psychologische Untersuchung weise „deutlich darauf hin, dass bei einer Rückkehr Risiken nicht außer Acht gelassen werden dürfen.“ Was das genau heißt, bleibt allerdings eher offen.
Und wieder geht es in eine neue Runde Topmodelcasting. Wieder hat Heidi Klum neue Juroren an ihrer Seite, wieder wird ausgiebig um die Welt gereist und viel Unsinn betrieben, der mit dem realen Business herzlich wenig zu tun hat. Zudem lassen sich die Top 50 diesmal bereits vorab begutachten.
Mit gewohntem Augenzwinkern macht sich Stefan Raab derzeit mit einer eigenen Variante über Heidi Klums Erfolgsshow lustig und lässt die Bewerberinnen jede Menge Nonsens veranstalten. Dass er damit nur eine Nuance vom Original abweicht, ist der Witz dabei. Denn GNTM funktioniert wie alle großen Casting-Shows weniger als Talentschmiede, sondern vielmehr als Bloßstellungs-Entertainment.
Unfassbar, was der Wiederverwertungssender SIXX so alles auf die Zuschauer loslässt. Unter dem Titel „Model in 1 Day“ wird jetzt gar eine Rubrik aus „Taff“ ausgekoppelt und zur eigenständigen Casting-Show erklärt. In der Jury: Peyman Amin.
Schon immer war das Infotainment-Magazin „Taff“ in erster Linie ein Sammelbecken für Promi-Schlagzeilen, Stylecheck-Nonsens und Testformate, die sich andernorts zwar bereits bewährt hatten, als eigener Programmpunkt auf Pro7 jedoch nicht taugten. Deutsche Varianten von „Room Raiders“ und anderen MTV-Shows etwa fanden von jeher hier ihren Platz. Jetzt also wandert ein derartiger Lückenfüller herüber zu SIXX.
„Britain’s got Talent“ heißt das englische Format, auf dem die RTL-Erfolgsshow „Das Supertalent“ beruht. In Deutschland muss dem Talent allerdings offenbar hier und da per Einladung oder gar Gage nachgeholfen werden. So jedenfalls will es die Bild-Zeitung herausgefunden haben.
Dass bei den einschlägigen Casting-Shows manchmal nach Drehbuch verfahren wird, ist ein Gerücht, dass sich hartnäckig hält. Zuletzt etwa machte Ex-Popstars-Juror Sido mit der Behauptung auf sich aufmerksam, die Jury bekäme Anweisungen, wen sie weiterlassen solle, und wen eben nicht. Von Entscheidungsfreiheit sei da wenig zu merken.