Der Sender mit dem bunten Ball als Logo ist ein Ort echter Verzweiflung geworden. Was auch immer man bei Sat1 anpackt, es geht in der Regel schief. Jetzt versucht man es mal mit einer Eventshow, die sich über zwei Abende erstreckt und dabei auf vergleichbare Formate bei Pro7 schielt. Der Titel: Die Winterspiele der Stars.
Es will einfach nichts klappen bei Sat1. Kerner und Pocher erwiesen sich als katastrophale Fehleinkäufe, die Riesenerfolge von „Verliebt in Berlin“ sind Vergangenheit, und der Vorabend dümpelt dahin. Doch im neuen Jahr soll alles anders werden, und so setzt man auf einen gelinden Richtungswechsel.
Unfassbar, was der Wiederverwertungssender SIXX so alles auf die Zuschauer loslässt. Unter dem Titel „Model in 1 Day“ wird jetzt gar eine Rubrik aus „Taff“ ausgekoppelt und zur eigenständigen Casting-Show erklärt. In der Jury: Peyman Amin.
Schon immer war das Infotainment-Magazin „Taff“ in erster Linie ein Sammelbecken für Promi-Schlagzeilen, Stylecheck-Nonsens und Testformate, die sich andernorts zwar bereits bewährt hatten, als eigener Programmpunkt auf Pro7 jedoch nicht taugten. Deutsche Varianten von „Room Raiders“ und anderen MTV-Shows etwa fanden von jeher hier ihren Platz. Jetzt also wandert ein derartiger Lückenfüller herüber zu SIXX.
Jaja, der Raab, der ist ja so witzig und medienkritisch, was der immer für ein Spaß mit gängigen Fernsehformaten treibt, da lacht man sich ja schlapp und lernen tut man auch noch was dabei. Was genau, das kann ich jetzt nicht sagen, aber irgend etwas wird es schon sein.
Der neuste Hit ist TV Total sucht das next Super Model, oder - wie kreativ - „TV totals next schöne Frau, die was auf dem Kasten hat und wenn’s geht noch etwas mehr kann, als Kleider von A nach B über den Laufsteg zu tragen”, gerne auch in der Abkürzung: “TVTNSFDWADKHUWGNEMKAKVANBÜDLZT“. Der Gag mit den ellenlangen Abkürzungen wird allerdings auch nicht besser, je öfter man ihn wiederholt.
Damit hat man natürlich schon mal erreicht, dass die Journalisten nicht ganz so viel darüber rezensieren können, da der Name allein schon die Hälfte der maximalen Wortanzahl ausmacht, wie clever.
Die Karten für den kommenden Eurovision Song Contest in Düsseldorf sind bereits vollständig ausverkauft, und die deutsche Teilnehmerin steht auch schon fest: Lena natürlich. Welchen Titel sie allerdings singen wird, entscheiden die Zuschauer. Über drei Shows hinweg wird der Song ermittelt. Die Ausstrahlung teilen sich erneut Pro7 und die ARD.
Da hat Stefan Raab einfach mal entschieden, und die ARD-Oberen mussten in die Röhre gucken. Auf der Pressekonferenz nach Lenas sensationellem Sieg beim ESC 2010 hatte er beschlossen, dass niemand anderes als die Gewinnerin selber auch im nächsten Jahr wieder ihren Titel verteidigen werde. Widerspruch zwecklos.
Bitte einmal - ohne zu googlen - scharf überlegen, wer die letzte Staffel von DSDS gewonnen hat und (jetzt wird es kniffelig) welche Single er (oder sie?) als erstes heraus gebracht hat. Was? Schon vergessen? Nun, dann wird es wohl Zeit für eine neue Staffel.
Da haben wir ja Glück gehabt, kurz nach der letzten Folge von „Deutschland interessiert sich tatsächlich noch für ein Supertalent“ startet die mittlerweile 8. Staffel von DSDS, wer sich die Namen der aktuellen 7 Finalisten merken konnte, kann das vielleicht irgendwann einmal in der 50€-Frage bei „Wer wird Millionär“ anbringen.
Die Jury wurde wieder einmal ausgewechselt, kein Wunder, denn Dieter Bohlen ist neben Detlef Soost der einzige Deutsche, der es über Jahre hinweg aushält, die zertrampelten Hoffnungen junger Teenager auf seinen Schultern zu tragen, ohne in Depressionen zu verfallen. Neu an seiner Seite sind Fernanda Brandao, die früher einmal bei den „Hot Banditoz“ ebenjene schnell zu vergessenden Sommerhits produzierte, die auch die DSDS-Finaliten regelmässig in die Charts schmeißen. weiterlesen »
Wer sie alle nicht mehr sehen kann, die Jahresrückblicke mit den immer selben Bildern und Gästen, der ist bei der mittlerweile schon traditionellen Variante des „Switch Reloaded“-Teams gut aufgehoben. Denn hier gibt es nur Themen, die garantiert noch niemand zuvor gesehen hat. Pro7 zeigt die absurde Sketchparade am 21. Dezember um 22.15 Uhr.
Zum Jahresende kommen noch einmal einige „Switch Reloaded“-Versionen deutscher TV- und Polit-Prominenz zusammen, um ihre ganz eigene Silvester-Katastrophe zu bestehen. Peter Kloeppel führt durch die Sondersendung, die mit einer erschreckenden Meldung beginnt: „Der deutsche Weltuntergangs-Dienst hat soeben eine Weltuntergangswarnung herausgegeben. Am 31. Dezember 2010 soll um 00:00 Uhr das Jahr zu Ende gehen.“
Eigentlich hatte Hape Kerkeling sein erfolgreichstes Alter Ego, den Grevenbroicher Chefredakteur Horst Schlämmer, ja in Rente schicken wollen. Jetzt schlüpft er für ein RTL-Weihnachtsspecial nun doch wieder in die wenig schmeichelhafte Maske und belebt zur Verstärkung noch eine ganze Reihe anderer Bühnenfiguren aus seinem Repertoire.
Kurz vor dem 4. Advent muss Günther Jauchs Millionärsquiz einem früheren Promi-Kandidaten weichen. In seiner Paraderolle hatte Hape Kerkeling einst dafür gesorgt, dass der beliebteste Fragensteller Deutschlands selber einmal auf dem Kandidatenstuhl Platz nehmen musste. Jetzt übernimmt der Komiker den Sendeplatz gänzlich – wenn auch nur für einen Abend.
Die hysterischste aller Trash-Shows im deutschen Fernsehen ist zurück. Ab 14. Januar 2011 zeigt RTL die mittlerweile 5. Ausgabe der „Big Brother“-Freiluftvariante „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“. Einige der Teilnehmer sind nun seit dieser Woche bekannt, andere haben noch nicht unterschrieben. Wie immer konzentriert sich das Personal auf echte Z-Promis.
Die Riege derer, die sich seit 2004 mit Kakerlaken und Kanguruh-Hoden auseinandersetzen mussten, ist lang. Doch eines ist allen Teilnehmer der RTL-Dschungelcampshow gemein: Jeder hatte die fragwürdige mediale Aufmerksamkeit aus unterschiedlichen Gründen ziemlich nötig. Umso lustiger geriet vor Kurzem eine Parodie-Variante von „Switch Reloaded“, in der ausschließlich Top-Promis wie Günter Jauch und Lena in den saueren Apfel beißen mussten.
Im Dezember lässt sich ihnen kaum entkommen: Jahresrückblicke, wohin man blickt (und klickt). Hundertfach bereits Gesehenes wird erneut aus den Archiven hervorgezogen und mit mehr oder weniger journalistischer Sorgfalt noch einmal als erinnerungswürdige Sensation präsentiert. Die vergnüglichste Variante dieser leidlichen Sendetradition bietet vermutlich Stefan Raab. Denn seine Highlights betreffen ausschließlich Ereignisse aus dem Umfeld von TV Total.
Es war ein heißes Jahr für Stefan Raab. Neben den üblichen TV-Events wie der Wok-WM, der Autoball-EM, dem Turmspringen oder der Crash-Car-Challenge, machte ihn vor allem Lenas Sieg beim Eurovision Song Contests zum echten Helden. Angekündigt als „nationale Aufgabe“, war die klare Zielvorgabe des Meisters im Vorhinein bestenfalls bestaunt, vielfach aber vor allem belächelt worden. Am Schluss hatte der Mann mit dem breiteste Grinsen im deutschen Fernsehen jedoch mal wieder alle seine Kritiker zum Schweigen gebracht.
„Britain’s got Talent“ heißt das englische Format, auf dem die RTL-Erfolgsshow „Das Supertalent“ beruht. In Deutschland muss dem Talent allerdings offenbar hier und da per Einladung oder gar Gage nachgeholfen werden. So jedenfalls will es die Bild-Zeitung herausgefunden haben.
Dass bei den einschlägigen Casting-Shows manchmal nach Drehbuch verfahren wird, ist ein Gerücht, dass sich hartnäckig hält. Zuletzt etwa machte Ex-Popstars-Juror Sido mit der Behauptung auf sich aufmerksam, die Jury bekäme Anweisungen, wen sie weiterlassen solle, und wen eben nicht. Von Entscheidungsfreiheit sei da wenig zu merken.