Da mag man sich erst mal die Augen reiben und fragen, ob man richtig gelesen hat. Und ja, das hat man. Sat1 versucht sich tatsächlich an einer Neuauflage der langlebigen Krimireihe „Wolffs Revier“, zunächst mit einem Pilotfilm. Doch wer die letzte Folge noch in Erinnerung hat, muss sich doppelt wundern, denn eigentlich war der Titelheld doch erschossen worden.

Doch um längst ins Serienjenseits hinübergewechselte TV-Helden wieder zu reaktivieren, gibt es bekanntlich immer einen Weg. Für Bobby Ewings Rückkehr zu „Dallas“ hatte man einst einfach eine ganze Staffel zum bloßen Traum erklärt. Ganz so absurd wird es für Hauptkommissar Wolff zwar nicht, aber ein Auge zudrücken muss man als Zuschauer trotzdem.

Nein, die Paraderolle von Jürgen Heinrich wurde nicht von einer tödlichen Kugel getroffen, sondern landete stattdessen im Koma. Nach einer längeren Genesungsphase ist der aktive Polizeidienst allerdings nicht mehr wirklich sein Thema. Stattdessen unterrichtet er den Nachwuchs, und eigentlich könnte alles gut sein. Doch längst geht das Gerücht um, Wolff sei drogenabhängig, und als er von heute auf morgen nicht mehr bei der Arbeit erscheint und ein Berliner Dealer tot aufgefunden wird, gerät der Ex-Ermittler unter Mordverdacht.

Sat1 zeigt „Wolff – Kampf im Revier“ am 17. Januar um 20.15 Uhr als eine Art Testballon. Sind die Quoten vorzeigbar, will man das einstige Erfolgsformat wieder in Serie gehen lassen. Nach der „Wochenshow“ und der „Harald Schmidt Show“ wäre damit ein weiteres Beispiel wieder ins Programm aufgenommen, das aus besseren Zeiten des Senders stammt. Der Blick zurück scheint den Verantwortlichen also offenbar erfolgversprechender als die Entwicklung neuer Konzepte.

Regie bei Wolffs Rückkehr führt Christian Alvert, der mit „Antikörper“ einen vielbeachteten deutschen Thriller ins Kino brachte und seitdem vor allem eher durch Flops wie „Pandorum“ oder „Fall 39“ auffiel. Zuletzt drehte der die „Tatort“-Folge „Borowski und der coole Hund“.

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