In Deutschland nimmt man die Sache aufgrund ausbleibender Erfolge schon lange nicht mehr sonderlich ernst. Dabei ist der Eurovision Song Contest immer noch der wichtigste Musikwettbewerb der Welt. 42 Teilnehmernationen, über 50 Übertragungsländer und prognostizierte 100 Millionen Zuschauer sprechen eine deutliche Sprache. Ausrichter der diesjährigen 54. Ausgabe der Veranstaltung am 16. Mai ist Russland.
Ministerpräsident Wladimir Putin hatte der Moskauer Olympia-Halle am Probenwochenende höchstpersönlich einen Besuch abgestattet. Für den Regierungschef ist der traditionsreiche Song Contest ein wichtiges Politikum. Mit über 2000 Journalisten, die aus der russischen Hauptstadt über die Veranstaltung berichten, ist die Gelegenheit ideal, das eigene Image ein bisschen aufzupolieren. Dass die Regierung hier genau hinsieht, muss also nicht wenig wundern.
Die globale Krise hat auch die heimische Telenovela eingeholt. Statt Adelshäuser und schicke Gestüte zeigt die neue ARD-Vorabendserie vier Arbeiterinnen und ihren Kampf um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes. Ab dem 20. April läuft die auf 200 Folgen angelegte Produktion jeweils Montags bis Freitags um 18.50 Uhr.
Eine Schweißerin als Serienheldin? Ungewohnt, aber vielleicht gerade deshalb zeitgemäß. Dabei hatte die ARD ihre neue Vorabendserie schon eine Weile vor dem weltweiten Bankencrash in Arbeit. Auch sonst hält sich der Realismus selbstverständlich in Grenzen, denn „Eine für alle“ ist immer noch leichte Unterhaltung.
Für das Duo Harald Schmidt und Oliver Pocher kommt im Frühjahr nach knappen eineinhalb Jahren das schnelle Aus. Manchen kommt es nicht schnell genug, denn das Team war nicht unumstritten.
Man hatte schon seit einiger Zeit den Eindruck, dass Harald Schmidt mit Oliver Pocher von der ARD ein Adjutant zur Seite gestellt wurde, der in erster Linie nicht Schmidts eher intellektuellen Humor konterkarieren, sondern vor allem mit zotigen Brachialnummern einfach eine im schwinden begriffene Show für ein anderes Zielpublikum öffnen sollte.
Dieser Plan schien auch aufzugehen, verzeichnete doch die Late-Night-Show “Schmitdt & Pocher” deutlich höhere Einschaltquoten als es der Vorgänger vermochte, doch so richtig schien das Gespann nicht auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Schmidt wirkte manchmal etwas lustlos und wenn die Scherze Pochers nicht vorab produziert waren, sondern vor dem Studiopublikum live ausgetragen wurden, gingen sie häufig ins Leere. Wirklich gelungene Schlagabtausche der beiden Co-Moderatoren waren leider auch selten zu verbuchen.
Im April 2008 wirkte Schmidt dann ernsthaft verärgert über Pochers Verhalten einer norwegischen Sängerin gegenüber, bezeichnete es als “uncharmant” und “uncool”, so dass der Zuschauer geneigt war zu glauben, dass die beiden jeweils alleine wohl besser waren.
Ein Jahr später, im April 2009, soll nun das gemeinsame Projekt auslaufen und die beiden Entertainer sollen wieder alleine weitermachen. Fans von Harald Schmidt können sich also darauf freuen, dass dessen bissiger Humor im nächsten Jahr, wenn die Wahl ansteht, wieder zur vollen Geltung kommt. Und die Freunde von Oliver Pocher werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen, denn in anderen Showkonzepten hat er ja bereits bewiesen, dass er witzig sein kann.
Normalerweise beginnt der Grand Prix Hype bei uns in Deutschland ja bereits eine Weile vor dem eigentlichen Termin des Eurovision Song Contest. Doch für das Jahr 2009 sieht es für treue Fans wohl erst mal schlecht aus.
Der NDR hat diese Tage beschlossen, den Vorentscheid für Deutschland zu canceln und stattdessen gleich einen vorher ausgewählten Kandidaten ins Finale zu schicken. So verzichtet der Sender erstmals seit langer Zeit auf die Entscheidung der deutschen Zuschauer. Konnten diese sonst ihren Favoriten durch einen einfachen Telefonanruf unterstützen, sucht sich nun eine Fachjury, die leider noch nicht feststeht, aus eingesandten Bewerbungen einen passenden deutschen Vertreter für den Song Contest, der diesmal in Moskau stattfindet.
Bewerben können sich noch bis zum 22. Januar Komponisten, Sänger und Autoren. Bedingungen sind, dass sie Erfolge vorweisen können, der Titel geeignet für den Grand Prix und v.a. selbst komponiert ist, und nicht vor dem 1. Oktober 2008 veröffentlicht wurden.
Mit diesem Prozedere wollen die Verantwortlichen wohl dieses Mal verhindern, dass die bösen, bösen Zuschauer sich wieder für eine so herbe Enttäuschung wie die No Angels oder Gracia entscheiden. Oder womöglich wieder ein Spaßtitel à la Stefan Raab oder Guildo Horn zum Ausscheid fährt…
Offiziell heißt es von Seiten des ARD Koordinators Unterhaltung, Thomas Schreiber: “Für 2009 nehmen wir uns ganz bewusst eine Auszeit vom bislang üblichen Verfahren des deutschen Vorentscheids. Wir erhoffen uns eine höhere Teilnahmebereitschaft von international erfolgreichen Künstlern, da wir ihnen den direkten Weg ins Finale in Aussicht stellen.”
Naja, mal sehen, ob die Jury eine bessere Entscheidung treffen kann, als die Zuschauer…
Zum 60. Mal wird der bedeutendste Medienpreis Deutschlands verliehen. Dieses Jahr richtet die Stadt Offenburg die festliche Verleihung des Rehkitzes aus.
Vor etwa 1.000 Gästen in der Oberrheinhalle wird Harald Schmidt am 27.11. die Verleihung der begehrten Statuette moderieren. Bereits zum dritten Mal übernimmt der Entertainer diese Aufgabe zu der sich wieder viele Prominente einfinden werden, entweder, um der Feier beizuwohnen oder um den goldigen Preis entgegenzunehmen.
Einige der Preisträger stehen dabei bereits jetzt schon fest. Die offizielle Internet-Seite zeigt sie in einer Fotostrecke: Meg Ryan, Christine Neubauer, Keanu Reeves, Leona Lewis, Tommy Hilfiger, Cornelia Funke, Placido Domingo, Frank Plasberg und Matthias Steiner werden das goldene Reh mit nach Hause nehmen können.
Die illustre Gesellschaft der Preisträger begann 1948 mit Marika Rökk und Jean Marais, Heinz Rühmann hält bisher ungeschlagen den Rekord mit zwölf verliehenen Bambis. Mittlerweile wird der Preis von der Hubert Burda Media, die ihren Stammsitz in Offenburg hat, vergeben. Ein Charity-Event, Tribute to Bambi, sammelt im Vorfeld der Verleihung für benachteiligte Kinder in Deuschtland.
Nach Marcel Reich-Ranitzkys Eklat beim Fernsehpreis dürfte die Bambi-Verleihung interessant werden: Wiederholt sich die Schelte für die Medienlandschaft oder erleben wir eine straff durchorganisierte Feier ohne Ausrutscher? Die Show wird jedenfalls am Freitag den 27ten November live in der ARD ab 20.15Uhr übertragen und man darf sich jetzt schon auf einen spannenden Abend freuen.
Allein beim Namen Loriot werden bestimmt schon einige freudig schmunzeln. Denn er ist einer der größten Humoristen und Künstler Deutschlands und hat mit seinem Humor die ganze Nation geprägt.
Wer erinnert sich nicht gerne an Weihnachten mit den Hoppenstedts oder an den Sketch mit der Nudel. Zitate wie “Ein Klavier, ein Klavier!” muss man nun wirklich niemandem mehr erklären und wenn doch, sollte man sich schleunigst informieren.
Das besondere am Humor von Loriot, alias Vicco von Bülow, ist seine genaue Beobachtungsgabe. Er zitiert in seinen Sketchen einfach überspitzt unseren Alltag und unsere kleinen Macken und hat es dabei nicht nötig zu verletzen oder unter die Gürtellinie zu gehen. Charme zum Totlachen eben. Herrlich skurril und dabei fast schon erschreckend normal… weiterlesen »
Nun ist es soweit, die USA wählen ihren neuen Präsidenten. Endlich, möchte man fast sagen, denn seit langem werden wir andauernd damit bombardiert, dass es schon fast wieder nervt. Gut, es ist auch eine wichtige Entscheidung, die auch unsere Zukunft und die der Welt verändern kann. Und, ob sie sich dann auch wirklich so viel verändert, sei dahin gestellt.
Jedenfalls kann die Wahlnacht sich zu einem echten Krimi entwickeln, bei dem einige von uns dabei sein wollen und die Fernsehsender natürlich auch noch gut teilhaben wollen. Daher kann man in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sich gemütlich auf der Couch versammeln, sich mit Snacks eindecken und mit Freunden eine Wahlparty veranstalten, während Tausend von Kilometern entfernt die Geschicke der Erde entschieden werden…
Nein, es die Berichterstattung ist natürlich auch wichtig und so kann man die ganze Nacht über auf mehreren Sendern den Wettkampf und das Zittern der Kandidaten verfolgen. weiterlesen »
Donna Leon ist eine amerikanische Krimi-Autorin, die seit Jahren unter diesem italienischen Pseudonym leicht verdauliche Krimiromane verfasst, die allesamt um den Helden Inspektor Brunetti kreisen. weiterlesen »
Unter dem Motto „Confluence of Sound“ findet am morgigen Samstag der Eurovision Song Contest in Belgrad statt.
Nach dem Halbfinale lassen sich schon einige Beiträge zum Favoritenkreis zählen, unter anderem der Beitrag aus der Ukraine. Für das Land am Ufer des Schwarzen Meeres wird Ani Larak (Karolina Myroslawiwna Kujek) an den Start gehen.
Sie hatte das Halbfinale mit ihrem Beitrag “Shady Lady” schon ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Die Performance war derart überragend, so dass der eigentliche Gesang etwas in den Hintergrund geriet. Dies soll aber nicht bedeuten, dass das Lied nicht hörenswert ist, im Gegenteil, es besitzt unheimlich viel Siegespotenzial. Es lässt sich Mitsingen und Tanzen, womit die tragendensten Eigenschaften eines Eurovision Song Contest-Beitrages in vollstem Umfang erfüllt wurde.
Zudem ist die gut aussehende Sängerin zusammen mit der Schwedin Charlotte Perelli eine optisch ansprechende Abwechslung, in einer manchmal zur Freakshow ausartenden Fernsehsendung. Mal sehen, was das Fernsehwochenende so bringt.
Eurovision Song Contest 2008
Samstag, 24. Mai - 20.15 Uhr ARD
Diesen reißerischen Titel muss man eigentlich nicht so ernst nehmen, denn der Stein des Anstoßes liegt bereits einige Zeit zurück. Für einen erneuten Aufschrei sorgte Therese Wieland, Mitglied im Rundfunkrat des Südwestrundfunks und Ordinariatsrätin in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Ihre Kritik an der Sendung Schmidt&Pocher bezieht sich auf eine Sendung vom 24. April, wo Lady Bitch Ray gastierte und mit ihrer provozierenden Art für Aufregung sorgte.
„Ich bin nicht prüde, aber das war ekelerregend. So etwas hat bei den Öffentlich-Rechtlichen nichts zu suchen“ äußerte sich Weiland gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“. Nach Meinung des zweifachen Mutter hätte man auf eine Wiederholung der Sendung verzichtet werden müssen, da der Auftritt von der Rapperin Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray für ein öffentlich rechtliches Programm wie der ARD nicht tragbar gewesen war.
Nun scheinen sich immer mehr Menschen gegen die beiden Moderatoren verbünden, weil die Kritik an der Sendung immer heftiger wird. Bereits 2007 war die Sendung aufgrund des Nazimeters abgemahnt worden. Die Skandalrapperin war auf Wunsch von Oliver Pocher in die Sendung eingeladen worden und hatte diese Plattform genutzt, um sämtlich von ihr existierende Klischees aus der Schublade zu holen. Hätte sich Frau Wieland aber näher mit der gesamten Problematik auseinander gesetzt, hätte sie auch recht schnell festgestellt, dass die Schuld weniger bei den Moderatoren zu suchen ist als bei der Rapperin selbst, die die Einladung schamlos als Bühne genutzt hat. Dass selbst Schmidt sich darüber geärgert hat, zeigten die Zurechtweisungen für Pocher am Ende der Sendung.
Die Diskussion ist aus meiner Sicht vollkommen überflüssig und unsachlich!