Castingformate, die von den Öffentlich-Rechtlichen entwickelt werden, sind vor allem eins: unfassbar langweilig und so politisch korrekt, dass man es kaum ertragen kann. Jetzt versucht sich das ZDF mit „Ich kann Kanzler!“ erneut an einem Konzept, das schon beim ersten Mal nicht funktioniert hat. Erfreulich dabei ist lediglich, dass es nur eine einzige Show geben wird.

Wenn nicht gerade Stefan Raab seine Finger im Spiel hat, ist Casting als Unterhaltungsformat bei den gebührenfinanzierten Sendern einfach eine Katastrophe. Egal ob Chöre, Volksmusik- oder Musicalstars gesucht werden, dem Zuschauer bleibt nur entnervtes Wegschalten übrig. Dem Bildungsauftrag gemäß sucht das ZDF jetzt bereits zum zweiten mal Polit-Talente. Doch wen soll das interessieren?

2009 hatte es das Format „Ich kann Kanzler!“ mit forschem Ausrufungszeichen im Titel erstmals gegeben, und eigentlich hätte man glauben sollen, dass es die Verantwortlichen im Zweiten dabei auch belassen würden. Dröge und in etwa so spannend wie eine Wahl zum Schulsprecher fiel die Sendung aus, und man fragt sich mit einiger Berechtigung, warum das diesmal anders sein sollte.

Zudem scheint das ZDF selber kein sonderliches Vertrauen in die Angelegenheit zu haben, denn angesichts der Tatsache, dass die Bewerbungsfrist bereits am 22. Februar abläuft, ist bisher nicht wirklich für das Projekt geworden worden. Wer ich also noch in den Dienst der gebührenfinanzierten Talentsuche stellen will, muss sich beeilen.

Notwendig dazu sind das Ausfüllen eines Fragebogens, das Vorstellen einer „Idee für Deutschland“, sowie Videos von potentiellen Wählern, die den Kandidaten in kurzen Statements unterstützen. Danach werden 15 Teilnehmer ausgewählt, die sich vor einer Jury bewähren müssen. Vier davon kommen ins Finale, die verbleibenden 11 können online noch um eine Wildcard kämpfen. Die Sendung selber wird am 1. Mai um 22.15 Uhr ausgestrahlt.

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