Es hatte eine triumphale Rückkehr zum ehemaligen Heimatsender werden sollen. Doch das einstige Prestigeprojekt von Sat1 blieb von Anfang an weit hinter den Erwartungen zurück. Am 3. Mai bereits läuft die letzte Folge der „Harald-Schmidt-Show“. Ob das Konzept danach woanders erneut auftauchen wird, ist bislang nicht bekannt.

Für Fans von Deutschlands einzig verbliebenem Late-Night-Taker ist die Meldung, die heute offiziell durch die Medien ging, eine bittere Pille. Wegen allzu schlechter Quoten kickt Sat1 Harald Schmidt aus dem Programm. Damit hat dessen Show noch nicht einmal so lange durchgehalten wie das Vorgängerformat seines ehemaligen Partners Oliver Pocher.

Von Anfang an sah es für die Show nach ihrem Umzug von der ARD nicht allzu rosig aus. Obwohl Schmidt selber nach und nach zu alter Form zurückfand, bleiben die Zuschauer aus. Zu gering das Interesse, zu groß die Konkurrenz. Schmidt hatte vor allem innerhalb der Sendergruppe selber starke Konkurrenz, denn Stefan Raab lief mit ähnlichem Zielpublikum nahezu parallel.

Für Sat1 ist die Einstellung der Show ein weiterer gescheiterter Versuch, alte Erfolge wieder auf den Bildschirm zu bringen. Weder Kerners Rückkehr funktionierte, noch die Wiederbelebung von „Wolffs Revier“. Auch die Neuauflage von „Lenssen und Partner“ unter neuem Titel blieb hinter den Erwartungen zurück.

Dass der Sender nicht an Schmidt festhält, spricht für die gewachsene Ungeduld, die mittlerweile auch in der deutschen TV-Landschaft um sich gegriffen hat. Ein echter Quotenrenner war die Show nie, doch durch- und festhalten will heute kaum mehr ein Fernsehverantwortlicher. Beispiele wie „Stromberg“, die sich erst langfristig bewähren, lassen sich problemlos an einer Hand abzählen. Für echte Programmvielfalt spricht das schon lange nicht mehr.

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