Eine US-Krimiserie ohne Action und Gewalt, dafür aber mit einer weiblichen Hauptfigur, die kaum dem Schönheitsideal der amerikanischen Westküste entspricht, ist schon ungewöhnlich genug. Dass der Spielort zudem auch noch Botswana ist, macht die Sache umso erstaunlicher. Arte zeigt die vielversprechende Produktion ab dem 4. August.

Sie kann schießen, und zwar perfekt. Doch eine Waffe braucht Privatdetektivin Precious Ramotswe für ihre Fälle nur indirekt, und zwar, um ein Krokodil zu erledigen. Verfolgungsjagden oder Schusswechsel gibt es hingegen nicht in dieser erstaunlich zurückhaltenden und sympathischen Serie aus dem Hause Weinstein (wo bislang z.B. alle Filme von Quentin Tarantino entstanden sind).

„Eine Detektivin für Botswana“ beruht auf einer Romanreihe des Schotten Alexander McCall Smith und entstand als amerikanisch-britische Co-Produktion bereits 2008. Produziert wurde sie unter anderem von Sidney Pollack („Jenseits von Afrika“) und Anthony Minghella („Der englische Patient“), der auch beim Pilotfilm Regie führte und das Drehbuch schrieb. Jetzt gibt es die sechsteilige Serie zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.

Die Hauptfigur, dargestellt von der vielfach preisgekrönten Soulsängerin Jill Scott, ist eine bodenständige, humorvolle aber vor allem kluge und durchsetzungsfähige Frau, die in Gaborone, der Hauptstadt Botswanas, die erste weibliche Detektei eröffnet. Mit den üblichen Helden anderer US-Krimiserien hat sie wenig zu tun, und so unterscheidet sie sich auch in ihren Ermittlungsmethoden.

Gegenstand der einzelnen Folgen ist neben den jeweiligen Fällen aber auch das Land selber mit seinen Eigenheiten und Problemen. Precious Ramotswe ist mit einem großen Respekt für ihre Heimat und deren Menschen ausgezeichnet, und so dürfen auch schon einmal Themen wie Aids, Kinderverschleppung oder Elfenbeinschmuggel behandelt werden.

Arte zeigt Pilotfilm und Serie vom 4. bis 25. August jeweils donnerstags ab 20.15 Uhr.

Ähnliche Beiträge