Die bewegende Geschichte des Holocaust-Überlebenden im warschauer Ghetto, Wladyslaw Szpilman, der vor Beginn des dritten Reichs ein erfolgreicher Pianist war, brachte Adrien Brody 2003 den Oscar als bester Hauptdarsteller ein. Am 24. Januar wird der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film von Roman Polanski auf 3sat gezeigt. Für alle, die ihn noch nicht kennen: Absolut sehenswert!
Der Pianist, das ist der Ende der 30er Jahre in Polen bekannte, jüdische Musiker Wladyslaw Szpilman. Sieht man ihn anfangs noch gelassen mit seiner Familie über die Bedrohung durch die Nazis scherzen, folgt ziemlich schnell die grausige Realität: Szpilmans Familie wird in das Warschauer Ghetto umgesiedelt, wo sie um das nackte Überleben kämpft. Schonungslos zeugen die düsteren Bilder des Films von der unbeschreiblichen Brutalität und Kaltblütigkeit, mit denen die jüdische Bevölkerug hier schikaniert, ausgehungert und systematisch ums Leben gebracht wird.
So auch die Familie von Wladyslaw Szpilman. Als einziger kann er der Deportation in ein Vernichtungslager entfliehen und schlägt sich fortan alleine durch. Völlig ausgezehrt, krank und am Ende schleppt er sich von Versteck zu Versteck und wird Zeuge des Aufstands gegen die Deutschen im jüdischen Ghetto.
Zufällig trifft er auf Wilm Hosenfeld (gespielt von Thomas Kretschmann), einen deutschen Wehrmachtsoffizier, zu dem ihn, trotz anfänglicher Todesangst, etwas verbindet: Die Liebe zur Schönheit der Musik. weiterlesen »
Für Genre-Fans ist die ursprünglich auf 10 Teile angelegte Romanreihe „Gormenghast“ ein echter Klassiker. Bereits im Jahr 2000 hatte die BBC eine vierteilige Miniserie produziert, die sich auf die fertiggestellten drei Bücher stützte. Fast ein ganzes Jahrzehnt und einen immensen Fantasy-Hype mussten ins Land ziehen, um hierzulande endlich eine TV-Ausstrahlung zu ermöglichen. Arte zeigt das Epos nun an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Die Zeiten des biederen Kultursenderstatus sind bei Arte endgültig vorbei. Nach zaghaften Versuchen mit Trash-Klassiker im Spätprogramm ist man mittlerweile dazu übergegangen, ausgesprochen sehenswerte Fernsehfilme oder Serien aus dem Ausland zu zeigen, die bei anderen Sendern bisher entweder nicht untergekommen sind (so der äußerst spannende BBC-Dreiteiler „Jack the Ripper ist nicht zu fassen“) oder aber nur in stark gekürzter Fassung ausgestrahlt wurden (so geschehen bei „Die Tudors“).
Genauso wenig zu fassen wie Jack the Ripper ist manchmal auch die Übertragung so mancher Filmtitel ins Deutsche. Der im Original nach dem Londoner Stadtteil „Whitechapel“ benannte Dreiteiler um einen brutalen Serienkiller flimmert nun zum ersten Mal auch über hiesige Bildschirme – und das bemerkenswerter Weise bei Arte.
Jack the Ripper ist und bleibt so etwas wie der Urvater aller Psychokiller und Serienmörder. Während sich eine ganze Forschungsrichtung mit den bis heute unaufgeklärten Morden und der Psyche des unbekannten Täters beschäftigt, fühlen sich vor allem Autoren immer wieder beflügelt, den Kriminalfall auf die eine oder andere Weise neu aufzurollen.
Nachdem die Wiederholungen der müden 007-Abenteuer mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle mittlerweile höchstens noch Hardcore-Fans vor den Bildschirm locken können, dienen sie bei Pro7 doch als kostengündtige Werbekampagne für die Free-TV-Premiere des ersten Bond-Auftritts von Daniel Craig. Am Sonntag, den 25.10., zeigt der Münchner Privatsender als Höhepunkt einer bundesweiten Plakatkampagne „Casino Royale“.
Als Mitte 2005 bekannt wurde, dass der neue James Bond Daniel Craig heißen würde, war das für die breite Fanbase ein Grund zur Unruhe. Bond in Blond? Das konnte und wollte sich niemand vorstellen. Als der Schauspieler dann bei der ersten offiziellen Präsentation in einem Motorboot angefahren kam und dabei (vorschriftsmäßig) Schwimmweste trug, war er bei den Bondianern vollends unten durch. Mit der Premiere seines ersten Leinwandauftritts als Spitzenagent seiner Majestät sollte sich das allerdings schlagartig ändern.
Jack Bauer ist nicht unterzukriegen. Auch in der 7. Staffel der erfolgreichen Echtzeitserie muss er die USA einmal mehr davor bewahren, Opfer terroristischer Übernahme zu werden. Dabei wäre sein Einsatz beinahe an ganz realen Gründen gescheitert: Der Streik der amerikanischen Autorengewerkschaft verschob die Fertigstellung von Tag Sieben um ein ganzes Jahr.

Ein bisschen arg viel wurde in Staffel 6 für Frieden und Freiheit gefoltert, und das brachte der Serie auch einiges an Kritik ein. Clever, wie das Team hinter „24“ aber nun einmal ist, baute man die negativen Stimmen gleich mal in die Fortsetzung mit ein. Jack Bauer muss sich dort nämlich gleich zu Beginn einer Senatsanhörung unterziehen, die sich mit den illegalen Praktiken seines letzten Einsatzes beschäftigt. Lange allerdings ist dafür keine Zeit, denn aufgrund der Entführung eines Flugingenieurs befürchtet das FBI einen Angriff auf die digitale Infrastruktur der USA. Ein alter Bekannter von Jack gehört zu den Hauptverdächtigen, und so ist Amerikas härtester Terroristenjäger schon bald wieder mit gezückter Waffe unterwegs.
Ein einzigartiges TV-Experiment flimmert am 5. September über den Bildschirm. 24 Stunden am Stück senden Arte und der RBB zeitgleich eine Dokumentation über die Hauptstadt – und das in Echtzeit. Prominente Filmemacher, Newcomer und ganz normale Berliner Bürger trugen ihren Teil zu dieser Dokumentation bei, deren Format eine echte Weltpremiere darstellt.
Nicht weniger als „die längste TV-Produktion in der Geschichte des Fernsehens“ versprechen Arte und der Rundfunk Berlin-Brandenburg mit der Ausnahmedoku „24h Berlin – Ein Tag im Leben“. Insgesamt 80 Drehteams arbeiteten genau ein Jahr vor der Ausstrahlung parallel vor Ort und filmten, was ihnen vor die Linse kam.
Kaum vorstellbar, dass Adrian Paul irgendwann einmal das Klischee des unsterblichen Schwertkämpfers in den Fußstapfen von Christopher Lambert ablegen könnte. Fast vergessen ist deshalb die durchaus sehenswerte kanadische Serie „Tracker“ in der er einen Alien-Jäger außerirdischer Herkunft spielt. Wer die deutsche Erstausstrahlung verpasst hat, bekommt von Tele5 ab dem 27. Juli nun eine zweite Chance.
Auf gerade einmal 22 Folgen brachte es diese kanadische TV-Serie von 2001. Heute würde sich die Geschichte um eine breitangelegte Verschwörung außerirdischer Herkunft gut in das Umfeld von Erfolgen wie „Fringe“ oder „Sanctuary“ einfügen. Vielleicht war die ganze Angelegenheit unter den damaligen, relativ gering budgetierten Produktionsbedingungen aber auch einfach zu trashig, um eine breite Fanbase zu generieren. Rückblickend bietet die ebenso spannende wie humorvolle Serie aber durchaus ein gewisses Suchtpotential.
Ob die Ausstrahlung von Weihnachtsfilmen mitten im Sommer die Reaktion von Super RTL auf den Klimawandel ist? Man weiß es nicht. Jedenfalls zeigt der Sender am 26. Juni alle drei Folgen des erfolgreichen BBC-Animationsmärchens „Robbie, das Rentier“, und das auch noch im Abendprogramm ab 20.15 Uhr. Ob sich der verantwortliche Redakteur damit beim Nikolaus beliebt machen will, ist nicht bekannt.

Nicht umsonst sehen die lustigen Plastilinfiguren rund um die Hauptfigur dieses sehenswerten Dreiteilers aus wie „Wallace & Gromit“ oder „Shaun das Schaf“. Denn auch wenn „Robbie the Reindeer“ keine direkte Aardman-Produktion ist, waren doch eine Reihe von Künstlern des berühmten Knetgummi-Studios an diesem in England sehr beliebten Christmas Special beteiligt.
Hauptsache, das Kind hat einen Namen. Für die Wiederholung von Hollywood-Blockbustern und die Ausstrahlung einiger Free-TV-Premieren am Donnerstagabend hat die ARD das Label „Sommerkino“ erfunden. Den Anfang macht am 4. Juni um 23.02 Uhr Steven Spielbergs „Krieg der Welten“ mit Tom Cruise. In den darauffolgenden Wochen lockt das Erste mit so illustren Namen wie Penélope Cruz, Brad Pitt, Cate Blanchett, Jennifer Lopez und Daniel Craig.

Bis dato kannte man Außerirdische bei Steven Spielberg eigentlich nur friedliebend. Das änderte sich 2005 schlagartig mit seiner Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers von H.G. Wells. 1938 hatte Orson Welles mit seiner Hörspielfassung des Romans für einige Panik gesorgt. Seine Version in Form einer fiktiven Reportage war derart realistisch ausgefallen, dass so mancher, der sein Radio mittendrin eingeschaltet hatte, tatsächlich an eine echte Alien-Invasion glaubte.
250 Sprechrollen, 15.000 Komparsen, eine Produktionssumme von 50 Millionen US-Dollar, 16 Emmy-Nominierungen und eine Gesamtspielzeit von über 550 Minuten – die Zahlen dieser sechsteiligen Miniserie um die Besiedelung des amerikanischen Westens schinden Eindruck. Ab dem 9. Juni zeigt Kabel Eins das von Steven Spielberg bereits 2005 produzierte TV-Ereignis jetzt auch im deutschen Fernsehen.
Eine Spanne von 70 Jahren umfasst die Geschichte zweier Familien aus der Pionierzeit Amerikas: Weiße Siedler auf der einen und indianische Ureinwohner auf der anderen Seite. Das Bestreben der Macher war ein möglichst ausgewogener und klischeefreier Blick auf ein nicht immer rühmlich abgelaufenes Kapitel amerikanischer Historie. Anhand eines Ensembles aus realen und fiktiven Figuren liefert „Into the West“ eine ebenso aufwendige wie kurzweilige Geschichtsstunde.