Wie viele Castingshows können wir eigentlich noch ertragen? Zumal es langsam schon albern wird, nach welchen Kriterien da ausgesucht wird.

16 Mädels aus 16 Bundesländern sollen sich auf Spanien um den Titel des Sommermädchens 2009 streiten, zu gewinnen gibt es Fotostrecken in der FHM, quasi dem altersfreien Playboy, wenn man ehrlich ist. Ach ja, den Titel des Sommermädchens 2009 gewinnt man auch, wobei fraglich ist, welchen Wert der nun hat.
Klingt eigentlich nach einer etwas billigeren Version von „Germany’s Next Topmodel“ mit der Prämisse, dass man die jungen Damen so oft wie möglich in Bikinis sieht, immerhin ist es heiß in Spanien.
Teamaufgaben und Wissenstests sollen bestanden werden, so lautet es nach dem Pressetext auf Casting-Agentur.de. Gut, also müssen sie nicht nur gut aussehen, sondern auch was im Kopf haben, dagegen ist ja nichts ein zu wenden, ist bei Castingshows ja auch eher selten.
Liest man sich den Pressetext dann jedoch weiter durch, geht das Konzept nicht ganz auf. Karaokeeinlagen, wer eine Luftmatratze am schnellsten aufblasen kann oder wer am Besten auf der Wasserrutsche aussieht – nicht gerade Einstufungstests für die Universität, stattdessen relativ lahme Ausreden, um spärlich bekleidete Mädels in sexy Posen zu begaffen.
Brauchen wir das? Wollen wir das? Wie viele IQ-Punkte muss man eigentlich noch einbüssen, wenn man abends den Fernseher einschaltet und warum läuft es zwangsläufig immer auf eine Fleischbeschau hinaus?
Natürlich, Zickenkrieg auf Spanien mag ja ganz lustig sein, aber darf sich das weibliche Geschlecht auch einmal über diese mittlerweile fast schon beleidigende Reduzierung auf Bademode, Oberweite und Kreischfaktor aufregen?
Wer sich das Unglück dennoch ansehen will, braucht ab dem 4.7. um 20:15 nur den Fernseher einschalten. Ich würde jedoch davon abraten und schlage ein gutes Buch über die Geschichte der weiblichen Emanzipation vor.

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