In den USA geht die Ausstrahlung der erfolgreichen Serie um Schönheitschirurgie und menschliche Eitelkeiten dem Ende zu. Nach der gerade laufenden 6. Staffel ist Schluss. In Deutschland mussten die Fans nach Staffel 4 zur DVD-Box greifen oder aber auf Sky Cinema Hits ausweichen. Im Free-TV jedenfalls scheint sich kein Sendeplatz mehr zu finden.

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Nicht ganz so verheerend wie im Fall von „Ugly Betty“, aber doch vergleichbar unrühmlich, verlief hierzulande die Positionierung der US-Erfolgsserie „Nip/Tuck“. Zunächst gesendet bei Pro7, wanderte das Chirurgendrama mangels zufridenstellender Quote ins Spätprogramm von Sat1 und landete als Wiederholung schließlich auf dem Abstellgleis von Tele5. Vier Staffeln schafften es auf diese Weise zwar mehr schlecht als recht, jedoch immerhin überhaupt ins deutsche Free-TV. Bedauerlicherweise war damit aber auch schon das Ende der Fahnenstange erreicht.

Die 5. und damit vorletzte Staffel erfuhr zunächst eine Auswertung bei Premiere und landete dann auf Sky Cinema Hits. Eine Ausstrahlung jenseits der Bezahlkanäle scheint aussichtslos, zumal eine DVD-Box längst auf dem Markt ist. Und dabei erweist sich „Nip/Tuck“ nur als einer von vielen Fällen, bei denen die hiesigen Privatsender auf ganzer Linie versagen, wenn es darum geht, eine US-Erfolgsserie auch dem deutschen Publikum schmackhaft zu machen.

Inzwischen hat sich Kabel 1 als Auffanglager für die bei Pro7 ausgemusterten Serien „Lost“ und „Terminator SCC“ erwiesen. „Ugly Betty“ war nach der raschen Absetzung auf Sat1 zwar eine alternative Platzierung versprochen worden, doch darauf wartet der Zuschauer heute immer noch. Warum die hiesigen Privatsender offenbar nicht in der Lage sind, US-Erfolgsformate, die ja immerhin für teures Geld eingekauft und synchronisiert werden, auch gewinnbringend zu vermarkten, leuchtet nicht ein. Offenbar fehlt es in den betreffenden Abteilungen der Sender an schlüssigen Konzepten.

Staffel 5 von „Nip/Tuck“ zeigt die beiden Hauptfiguren Sean McNamara und Christian Troy in ihrem neuen Einsatzgebiet Hollywood. Der Umzug der beiden Schönheitschirurgen ins amerikanische Zentrum der Eitelkeiten ermöglicht den Autoren eine Menge wilder Karikaturen des Körperkultes in der Hauptstadt des Entertainments und schönen Scheins. Ein staffelübergreifender Spannungsbogen fehlt selbstverständlich auch diesmal nicht.

Wer nicht weiterhin auf die Gnade eines Privatsenders hoffen will, kann ruhigen Gewissens auf die DVD-Box zurückgreifen, denn für Fans der Show ist auch diese Staffel allemal sehenswert.

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