In den USA seit Juli bereits in der 4. Staffel, gehört „Mad Men“ zu den derzeit bemerkenswertesten TV-Serien. Bei Kritikern wie Zuschauern gleichermaßen beliebt, räumt die Produktion einen Preis nach dem anderen ab. Gerade erst wurde sie bei den Emmys zum dritten Mal als Outstanding Drama Series ausgezeichnet. Ab 6. Oktober kann man sich hierzulande endlich auch im deutschen Free-TV davon überzeugen, dass die Begeisterung zurecht besteht.

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Bereits 2008 war „Mad Men“ in der Geschichte des wichtigsten US-Fernsehpreises die erste Drama-Serie, die 16 Nominierungen auf sich vereinen konnte. 2010 waren es immer noch 15 Stück, und zwei davon führten schließlich auch zu Auszeichnungen mit dem Emmy Award. Aber auch sonst regnet es Jahr um Jahr Preise für die in den 60er Jahren angesiedelte Geschichte um eine New Yorker Werbeagentur.

Im Mittelpunkt steht der erfolgreiche Werbeprofi Don Draper, und da seine Branche davon lebt, mehr Schein als Sein zu verkaufen, ist bereits sein Name eine Lüge. Den nämlich hatte er im Koreakrieg von seinem Leutnant nach dessen Tod übernommen. Was es mit seiner Vergangenheit und realen früheren Existenz sonst so auf sich hat, bleibt im Dunkeln. Gewohnt daran, Menschen zu manipulieren, sind Kunden wie Frauen für ihn leichte Opfer.

Doch auch wenn Draper die Hauptfigur ausmacht, ist „Mad Men“ doch vor allem eine Ensembleserie. Alle Charaktere sind ins Zeitkolorit eingebunden, und so betrachten die einzelnen Episoden vor allem das gesellschaftliche Denken und Empfinden in den USA der 1960er Jahre. Feminismus, Rassismus, Antisemitismus und andere kontrovers diskutierte Themen tragen zur Brisanz bei und verleihen den persönlichen Konflikten der Figuren ihren besonderen Reiz – eine Strategie, die in ähnlicher Form zur Dramaturgie der Anwaltsserie „Boston Legal“ gehört.

Dass zudem auffällig viel geraucht wird, muss niemanden wundern. In der Pilotfolge erscheint gar Lucky Strike als Auftraggeber, und Fragen nach möglichen gesundheitlichen Folgen des Rauchens werden von den Figuren bewusst verlacht.

Ab dem 6. Oktober zeigt ZDF Neo die 13 Episoden der ersten Staffel. Zuvor gab es die Serie bereits als Deutschlandpremiere auf FOX Channel zu sehen.

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