In Hollywood hat man derzeit offenbar den europäischen Märchenfundus für sich entdeckt. Parallel entstehen gerade zwei großangelegte Schneewittchen-Verfilmungen, mit „Red Riding Hood“ war bereits vor ein paar Monaten eine Rotkäppchen-Variante ins Kino gekommen, und Hänsel und Gretel erscheinen ebenfalls in Kürze auf der Leinwand. Im TV ist man mittlerweile auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Die Serie „Grimm“ bietet ein Beispiel für den aktuellen Trend.

Bereits 2005 mussten die „Brothers Grimm“ Wilhelm und Jakob eine ziemlich gewagte Modernisierung über sich ergehen lassen. Der Film mit Heath Ledger und Matt Damon in den Hauptrollen machte die Brüder schlicht zu Betrügern, die den Figuren ihrer Märchen später leibhaftig begegnen. Direkt mal 2 Serien widmen sich in den USA gerade erneut den deutschen Geschichtensammlern. Beide spielen in der Gegenwart.

Doch während „Once upon a time“ die Brüder selber eher ausklammert, sind sie in „Grimm“ wenigstens noch die Namensgeber einer Ahnenreihe von Monsterjägern, die den übernatürlichen Kreaturen der bekannten Märchen seit Jahrhunderten den Garaus machen. Zu Beginn der Serie erfährt der Protagonist, Polizeiermittler Nick Burkhardt, dass er eben dieser Blutslinie zugehört und in Zukunft für das Überleben der Menschheit sorgen muss.

Gestartet ist „Grimm“ in den USA am 28. Oktober, doch die Reaktionen sind bislang eher noch verhalten. Manches erinnert an „Supernatural“, und man wird abwarten müssen, wie sich die einzelnen Elemente entwickeln. Erdacht wurde die Serie unter anderem von David Greenwalt, der zuvor an vergleichbaren Produktionen wie „Buffy“, „Angel“ und „Moonlight“ beteiligt war.

Hauptdarsteller David Giuntoli ist bislang eher unbekannt und zumeist in Nebenrollen aufgetreten. Bitsie Tulloch, die Nicks Freundin spielt, wird hierzulande ab Januar in dem vielgelobten Film „The Artist“ zu sehen sein.

Ob „Grimm“ demnächst auch über deutsche Bildschirme flimmert, ist noch nicht bekannt.

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