„Amphibien-Filme“ nennt man gemeinhin solche Produktionen, die sowohl für die Kino- als auch Fernsehauswertung gedacht sind. Die TV-Fassung folgt dabei grundsätzlich später und ist immer etwas länger. Im Fall von Sönke Wortmanns Bestseller-Verfilmung „Die Päpstin“ sind es etwa 10 Minuten. Die ARD zeigt das Historienspektakel am 19. Dezember.

Zwischen seinem Kinoerfolg „Das Wunder von Bern“ über die deutsche Fußballnationalmannschaft von 1954 und der Adaption des Romans von Donna W. Cross lagen ganze 6 Jahre. Dazwischen hat Wortmann bekanntlich die WM-Doku „Deutschland. Ein Sommermärchen“ gedreht und schien zum Experten für das runde Leder gewonnen zu sein. Mit „Die Päpstin“ hingegen entschied er sich für einen Stoff, der nicht weiter von den beiden Vorgängerfilmen hätte entfernt sein können.

In Zeiten von Serien wie den „Tudors“ oder „Borgias“ sind aufwendig gedrehte historische Stoffe im Fernsehen keine Seltenheit mehr. Fast ein bisschen überholt wirkt da Wortmanns teuer produzierte Geschichte aus dem 9. nachchristlichen Jahrhundert, denn der ursprünglich im Kino ausgewertete Film unterscheidet sich im Look kaum von den genannten Serien.

Etwa 25 Millionen Euro flossen in die Verfilmung der umstrittenen Episode aus der Vatikanhistorie, der gemäß Papst Johannes Anglicus in Wahrheit eine Frau in Männerkleidung gewesen sein soll. Die Hauptrolle spielt Johanna Wokalek, die einem breiten Publikum zuvor durch die romantische Komödie „Barfuss“ von Til Schweiger bekannt geworden war.

Die ARD, die mit ihrer Unterfirma Degeto an der Produktion beteiligt ist, zeigt „Die Päpstin“ am 19. Dezember um 20.15 Uhr erstmals in einer 10 Minuten längeren Fassung.

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