1990 begann eine neue Ära im Serien-TV, auch wenn die Nachwirkungen erst viel später eintreten sollten. Mit „Twin Peaks“ schufen David Lynch und Mark Frost ein popkulturelles Phänomen, das eine Weile lang niemanden kalt ließ. Arte zeigt alle 29 Folgen und den Pilotfilm ab dem 19. April.

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In der Welt von „Twin Peaks“ ist nichts wie es scheint. Augenscheinlich will die Serie ein klassischer „Whodunit“ sein, bei dem sich unter zahlreichen Verdächtigen einer als Mörder entpuppt. Die Frage „Who killed Laura Palmer?“ bewegte TV-Zuschauer Anfang der 90er weltweit, doch schnell wurde klar, dass die Antwort gar nicht im Zentrum der Geschichte stand.

David Lynch war zum Serienstart auf dem Höhepunkt seiner Popularität, und „Twin Peaks“ machte ihn darüber hinaus zu einem der erfolgreichsten TV-Autoren seiner Zeit. „Akte X“ galt lange als unmittelbare Reaktion auf das Mystery-Konzept der Serie. Doch wie einflussreich Lynchs Herangehensweise werden sollte, zeigte sich erst weit über ein Jahrzehnt später.

Komplexe Handlungsstrukturen mit einem umfangreichen Ensemble, sorgsam gehütete Geheimnisse im Hinterhof amerikanischer Bürgerlichkeit, Mysteriöses aus seltsamen Zwischenwelten – die großen US-Serienerfolge der Gegenwart zehren immens von Lynchs Konzept. Erfolgsproduktionen wie „Lost“, „Alias“ und „Desperate Housewives“ haben hier ihre unübersehbaren Wurzeln, doch sie sind nur die bekanntesten Beispiele. Spuren der Erzählmuster von „Twin Peaks“ finden sich überall.

Arte zeigt die gesamte Serie inklusive Pilotfilm unter Regie von Lynch vom 19. April bis 28. Juni jeweils Dienstag um 22 Uhr.

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