„Nette Leute überall und nur strahlende Gesichter” – diese Zeile aus der deutschen Übersetzung des Titelsongs einer der erfolgreichsten Zeichentrickserien überhaupt könnte kaum verlogener sein. Denn von steter Harmonie und Fröhlichkeit ist in „South Park“ wenig zu spüren. Umso mehr lieben die Fans die ultra-gemeine Show um Cartman, Kenny, Kyle und Stan. Für alternative Weihnachten sorgen sie am 25. Dezember einen ganzen Abend lang auf Comedy Central.

Kein Tabu, von dem Tey Parker und Matt Stone die Finger lassen würden. Hitler, Saddam, Barbra Streisand, Mel Gibson oder der Papst – vor den „South Park“-Machern ist niemand sicher. Mit diebischem Vergnügen plündern sie alles, was Geschichte und Populärkultur hergeben, und am Schluß kommt meistens eine ebenso lustige wie böse Episode heraus. Ein übergewichtiger Achtjähriger als Judenjäger? Anything goes.

Wenig weihnachtlich kommen einem die Gemeinheiten der Macher vor, denn in ihrer Version ist Jesus ein Talkshow-Host und der Weihnachtsmann ein sprechendes Exkrement (Mr. Hankey). Warum also ist es naheliegend, dass Comedy Central sein Progamm am ersten Weihnachtsfeiertag ausgerechnet mit dem anarchischen Animationsirrsinn bestreitet? Weil „South Park“ tatsächlich als Weihnachtsgeschichte begann.

Ein ziemlich billig produzierter Studentenfilm unter dem Titel „The Spirit of Christmas“ begründete 1992 die Karriere der mittlerweile 13 Staffeln umfassenden Zeichentrickserie. Parker und Stone hatten mit einer alten 8mm-Kamera, Bastelkarton und Klebstoff einen Kurzfilm zusammengezimmert, der einen Mitarbeiter des TV-Senders Fox so sehr begeisterte, dass er sie direkt mal mit einem zweiten beauftragte.

Mit dem einzigen Unterschied, dass Cartman damals noch Kenny hieß, sind bereits in der Ursprungsepisode die Rohfassungen der späteren Figuren enthalten. Am 25. Dezember zeigt Comedy Central einen Abend lang Folgen mit mehr oder weniger weihnachtlichem Bezug, unter anderem „Hankey der Weihnachtskot“.

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