Während der Urlaubsmonate lässt sich der Eindruck gewinnen, die Wiedereinführung des Testbilds könnte die meisten Programmpunkte problemlos an Niveau und Unterhaltungswert übertreffen. Was die Bestückung der Sendezeit betrifft, ist man bei Pro7 offenbar so ratlos gewesen, dass man selbst die völlig erfolglose Gaga-Fleischbeschau „Sommermädchen“ wieder ausgegraben hat.

[youtube YdVeQVhuQVw]

Im Bikini Schlauchboote aufblasen und gut eingeölt eine Wasserrutsche runterschliddern reichte früher allenfalls für einen launigen Taff-Beitrag mit dem späteren DSDS-Jurymitglied Fernanda Brandao und anderen C-Sternchen. Das änderte sich 2009, als man bei Pro7 auf die durchaus grenzdebile Idee kam, aus dem selbst für einen Kurzbeitrag kaum tragfähigen Nonsens eine ganze Abendshow zu basteln. Ergebnis waren lausige 4,4 Prozent Marktanteil bei der Premiere von „Sommermädchen“.

Wer sich heute noch an Gewinnerin Nina erinnert, führt offenbar heimlich Buch über die größten Casting-Flops im deutschen Fernsehen. Aber auch alle sonstigen Teilnehmerinnen waren schneller vergessen, als man wegzappen konnte. Der damalige Co-Moderator Steven Gätjen hingegen, gerade frisch ernannter Nachfolger von Matthias Opdenhövel bei „Schlag den Raab“, würde sich vermutlich wünschen, die ganze Sendung wäre gründlich in Vergessenheit geraten. Zu den Sternstunden seiner Karriere gehörte der Halbnackt-Blödsinn jedenfalls kaum.

Doch den Gefallen tut ihm sein Heimatsender nicht. Eine Neuauflage der Show steht ab dem 7. Juli an. Aber diesmal wird alles anders. Das jedenfalls will man den Zuschauer glauben machen. Laut Angaben der beauftragten Casting-Agentur StagePool müssen die Kandidatinnen unter anderem „handwerklich begabt“, „ausgesprochen lustig“, „ein selbsternannter Leader sein“ (was auch immer das heißen soll) und außerdem „über eine ganz besondere Gabe“ verfügen. Eine „Aufwandsentschädigung“ gebe es nach Absprache. Wer hingegen den Zuschauer entschädigt, bleibt im Verborgenen.

Moderiert wird die Show dieses Mal ganz im Sinne einer Semi-Promi-ABM von Jana Ina und Giovanni Zarella. Dass unter dem Titel „Sommermädchen 2011“ übrigens ebenfalls gerade eine 3er-Combo firmiert, die einen Song zur Frauenfußball-WM an den Mann zu bringen versucht, ist ein echter medialer Treppenwitz.

Ähnliche Beiträge