RTL2 und die BBC, das ist eine TV-Ehe, die man so nicht wirklich erwarten würde. Nichts desto trotz schafft es jetzt die britische Miniserie „Paradox“ ausgerechnet ins dortige Programm – was vermutlich damit zu tun hat, dass die Produktion für eine Auswertung beim großen Bruder aus Köln nicht quotenträchtig genug ist. In der englischen Heimat jedenfalls stieß die Melange aus Mystery und Ermittlungskrimi eher auf negatives Feedback.

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In fünf einstündigen Folgen ermitteln Detective Inspector Rebecca Flint und ihr Team in Kriminalfällen, die sich noch gar nicht ereignet haben. Ihre Informationen erhält sie von einem Astrophysiker, der mittels komplizierter Apparaturen Übertragungen aus der nahen Zukunft empfangen kann – versehen mit einer Art Zeitstempel. Klingt absurd, ist es auch. Doch da wäre „Paradox“ kein Einzelfall.

Polizeiermittlungen und Mystery, das sind schon längst keine Widersprüche mehr. Neben einzelnen Episoden aus „Twilight Zone“ oder „The Outer Limits“ war es vor allem David Lynchs immens erfolgreiche Serie „Twin Peaks“, die hier schulemachend wirkte. Erstmals gingen FBI-Spezialagenten ganz offensichtliche übersinnlichen Ereignissen auf den Grund (ohne jedoch jemals eine wirklich befriedigende Erklärung zu finden).

Nicht so verschroben und leichter konsumierbarer gab sich „Akte X“, jene langlebige Produktion um geheime Vorfälle, die in erster Linie mit Außerirdischen zu tun hatten. Danach blieb das Feld eine Weile unbeackert, bis J.J. Abrams es quasi im Alleingang wieder zu fruchtbarem Land verarbeitete. „Alias“, zu Beginn eine Art weibliche Variante von James Bond, entwickelte sich schnell zu einem unüberschaubaren Mystery-Gebilde und bot den Boden für „Lost“.

„Paradox“ hat im Hinblick auf seine Zukunftsvisionen vor allem Ähnlichkeiten mit dem US-Pendant „Flash Forward“. Ob sich die Quote hierzulande allerdings besser entwickelt als in England, ist eher fraglich. RTL 2 kündigt die Ausstrahlung für Herbst 2010 an.

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