Nichts ist im Film-Geschäft so risikolos wie eine Fortsetzung oder ein Reboot. Die Neuauflage von Klassikern hat im TV bisher nur am Rande stattgefunden, stattdessen setzte man im Serienbereich vor allem auf Kopien anderer erfolgreicher Formate. ABC versucht jetzt im Herbst die Wiederbelebung einer Erfolgsproduktion aus den 70ern: „Charlie’s Angels“, in Deutschland besser bekannt als „Drei Engel für Charlie“.

1976 war die Konstellation alles andere als gewöhnlich. Drei Frauen arbeiten verdeckt für eine Detektivagentur und lassen es dabei schon einmal ordentlich krachen. Das war zum damaligen Zeitpunkt eine kleine Revolution. Erstmals übernahmen weibliche Hauptfiguren Rollen ein, die sonst üblicherweise von Männern belegt waren. Heute ist das gelinde gesagt kalter Kaffee.

Vor allem für Farrah Fawcett-Majors bedeutete die Serie der internationale Durchbruch im Business. Aber auch Kate Jackson, die vorzeitig ausstieg, und Jaclyn Smith profitierten vom Erfolg der Produktion. Zusammen wurde das Trio zum Vorbild für jenen Typus tougher Heldinnen, die ihre Weiblichkeit trotz allem gern zur Schau tragen: Emanzipation der zweiten Generation.

Eine Reihe von Gaststars, die zum Teil erst später zu echtem Ruhm gelangten, peppten die unterhaltsame Serie zusätzlich auf und machen sie auch rückblickend interessant. Unter anderem gaben sich Tommy Lee Jones, Kim Cattrall, Timothy Dalton, Tom Selleck, Robert Englund und Patrick Duffy die Klinke in die Hand.

Anfang der 2000er Jahre wärmten zwei Kinofilme mit Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore das bewährte Konzept mit großem Erfolg wieder auf, gerieten aber vor allem zu absurden Actionspektakeln mit gehörigem Augenzwinkern. Barrymore produziert nun auch die Neuauflage im TV. Seit 2009 ist die Serie in Arbeit, jetzt wurde sie von ABC ins Programm der kommenden Saison 2011/2012 aufgenommen. „Charlie’s Angels“ werden diesmal von Annie Ilonzeh, Rachael Taylor und Minka Kelly gespielt.

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