Dass Talent für eine Karriere im Fernsehen Nebensache ist, gehört zu den Binsenweisheiten der Medienindustrie. Ist ein Name einmal bekannt, lässt sich auch immer wieder das passende Projekt finden. Das gilt z.B. für ehemalige Soap-Darstellerinnen wie Jeanette Biedermann, Alexandra Neldel und Yvonne Catterfeld. Letztere ist am 16. November wieder einmal in einem Sat1-Film zu sehen.

Nachdem die Musik-Karriere offenbar gänzlich auf Eis liegt, hat sich Yvonne Catterfeld mehr oder weniger ganz darauf verlegt, sich ihr Brot in TV-Eventfilmen zu verdienen. Für die lange angekündigte Filmbiografie über Romy Schneider hat es irgendwann nicht mehr gereicht. Stattdessen holte man sie für den RTL-Zweiteiler „Vulkan“ vor die Kamera, sowie fast zeitgleich für den Sat1-Krimi „Schatten der Gerechtigkeit“. Jetzt ist sie erneut bei Sat1 zu sehen.

„Die Frau des Schläfers“ will wahrscheinlich eine Art Politthriller sein, doch was als erstes auffällt, ist die gnadenlose Anhäufung von Klischees und bekannten Mustern: Deutsche Mutter ist glücklich mit Exil-Libanesen verheiratet. Doch nach einem Kurzbesuch im Sudan zeigt letzterer sein wahre Gesicht – er pocht auf traditionelle Werte und ist kurz darauf mit dem gemeinsamen Sohn verschwunden. Die besorgte Ehefrau reist ihm nach, findet den Sohn und flieht mit ihm. Doch die Sache ist doppelt gefährlich, denn offenbar ist ihr Mann an Waffengeschäften und Terroranschlägen beteiligt.

Möglicherweise haben die Autoren (darunter Benedikt Röskau, von dem ironischerweise auch das Drehbuch zu „Romy“ stammt) hier noch einmal tief in der Mottenkoste der späten 80er gegraben und Betty Mahmoodys zwiespältigen Tatsachenbericht „Nicht ohne meine Tochter“ hervorgeholt. Ähnlichkeiten in der Grundstruktur der Geschichte sind jedenfalls kaum zu übersehen.

Sat1 zeigt „Die Frau des Schläfers“ am 16. November um 20.15 Uhr als TV-Premiere.

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