Die bewegende Geschichte des Holocaust-Überlebenden im warschauer Ghetto, Wladyslaw Szpilman, der vor Beginn des dritten Reichs ein erfolgreicher Pianist war, brachte Adrien Brody 2003 den Oscar als bester Hauptdarsteller ein. Am 24. Januar wird der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film von Roman Polanski auf 3sat gezeigt. Für alle, die ihn noch nicht kennen: Absolut sehenswert!

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Der Pianist – Holocaust-Drama von Roman Polanski

Der Pianist, das ist der Ende der 30er Jahre in Polen bekannte, jüdische Musiker Wladyslaw Szpilman. Sieht man ihn anfangs noch gelassen mit seiner Familie über die Bedrohung durch die Nazis scherzen, folgt ziemlich schnell die grausige Realität: Szpilmans Familie wird in das Warschauer Ghetto umgesiedelt, wo sie um das nackte Überleben kämpft. Schonungslos zeugen die düsteren Bilder des Films von der unbeschreiblichen Brutalität und Kaltblütigkeit, mit denen die jüdische Bevölkerug hier schikaniert, ausgehungert und systematisch ums Leben gebracht wird.

So auch die Familie von Wladyslaw Szpilman. Als einziger kann er der Deportation in ein Vernichtungslager entfliehen und schlägt sich fortan alleine durch. Völlig ausgezehrt, krank und am Ende schleppt er sich von Versteck zu Versteck und wird Zeuge des Aufstands gegen die Deutschen im jüdischen Ghetto.

Zufällig trifft er auf Wilm Hosenfeld (gespielt von Thomas Kretschmann), einen deutschen Wehrmachtsoffizier, zu dem ihn, trotz anfänglicher Todesangst, etwas verbindet: Die Liebe zur Schönheit der Musik. Hosenfeld hilft Szpilman beim Überleben im Versteck und macht somit möglich, dass dieser seine Geschichte 1999 als Autobiographie veröffentlichen kann, während Hosenfeld, der wie im Nachhinein bekannt wurde, noch weiteren Juden das Leben rettete, verurteilt als Kriegsverbrecher in einem Arbeitslager stirbt.

Der Pianist – am 24. Januar auf 3 Sat

Mit „Der Pianist“ verfilmte Roman Polanski nicht nur die Überlebensgeschichte von Wladyslaw Szpilman, er leistet damit auch ein Stück Aufarbeitung seines eigenen Lebens. Polanski überlebte das Krakauer Ghetto, seine Mutter verlor er in Ausschwitz.

Nach seiner Erstausstrahlung 2002 wurde „Der Pianist“als Festivalgewinner in Cannes mit der deutschen Palme, sowie mit dem Oscar für die beste Regie (Polanski), bester Hauptdarsteller (Adrian Brody) und bestes Drehbuch (Ronald Harwood) ausgezeichnet. Heute gilt der Film als Klassiker über den Holocaust und wird auch an vielen Schulen gezeigt.

Für alle, die das packende Drama noch nicht gesehen haben, strahl 3Sat Polanskis „Der Pianist“ am Sonntag, den 24. Januar 2010 um 21.30h aus.

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