Lange ist es her, dass im Fernsehen mit 3D experimentiert wurde. Damals waren die Ergebnisse mehr als dürftig und reichten gerade einmal zu einem Gimmick. Mittlerweile hat das Thema jedoch eine ganz andere Dynamik bekommen. Arte zeigt aus diesem Grund am 28. August direkt einmal 2 Klassiker des dreidimensionalen Kinos aus dem Jahr 1954.

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Quasi im Alleingang hat James Cameron mit „Avatar“ zu Beginn dieses Jahres eine echte 3D-Hysterie ausgelöst. Die Branche ist in Aufruhr. In aller Eile werden schnell noch Filme kurz vor Kinostart meist ziemlich schlampig dreidimensional konvertiert, aber auch längst sind neue Großproduktionen in Arbeit, die behutsamer vorgehen. TV-Hersteller basteln an neuen Techniken, und die Spiele-Industrie hat gar bereits Lösungen in der Hinterhand, die selbst die lästige Brille überflüssig machen.

Doch die Welle ist nicht neu. Schon in den 50er Jahren experimentierte Hollywood mit der Technik. Die Zuschauer blieben zunehmend lieber zuhause vor dem Fernsehapparat anstatt ihr Geld für einen Gang ins Kino auszugeben. Neue Attraktionen mussten her, und 3D versprach, eine davon zu sein.

Doch die erhoffte Wirkung trat nicht ein. Zu tun hatte das nicht nur mit der ungewohnten Brille und dem komplizierten Projektionsverfahren, sondern vor allem mit der Tatsache, dass fast ausschließlich kleinere B-Film-Produktionen für die neue Technik herhalten mussten, während man die großen Kassenerfolge weiterhin im alten Bildformat beließ.

„Der Schrecken von Amazonas“ ist so ein Beispiel. Heute ein Klassiker, war Jack Arnolds Monsterfilm zum damaligen Zeitpunkt als banal-naiv erscheinendes Genre-Kino begriffen, das nur ein begrenztes Teenager-Publikum ansprach. Arte zeigt den Film am 28. August um 23.35 Uhr im originalen 3D-Format.

Davor gibt es um 20.15 Uhr mit „Bei Anruf Mord“ Alfred Hitchcocks einzigen Ausflug in die dreidimensionale Filmwelt zu sehen. Da nach der Fertigstellung die 3D-Welle jedoch bereits wieder abflachte und die spezielle Projektion im sogenannten Dual-Strip-Verfahren sehr aufwendig war, wurde der Film nur selten in seiner dreidimensionalen Fassung gezeigt. Die Ausstrahlung bei Arte hat dahingehend für Cineasten also durchaus Event-Charakter.

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