Auf Viva laufen demnächst „The Hasselhoffs“ an, das private deutsche Musikfernsehen ist also tot, dafür kann man sich auf MTV bald eine der populärsten britischen Jugendserien anschauen, oder doch nicht?

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Gut, auch die hat weniger mit Musik zu tun, dafür sollte sie wenigstens qualitativ überzeugen. Die Serie dreht sich um mehrere Teenies in und um Bristol, die reichlich verwegen all die Probleme und Vorzüge der Pubertät durchmachen, wobei weder vor Sexualität, noch vor Alkohol, Drogen und psychologischen Problemen zurück geschreckt wird.
2007 startete die Serie in Großbritannien, mittlerweile ist sie bereits in der „dritten Generation“, heißt, dass der ursprüngliche Cast größtenteils durch ihre jüngeren Schwestern und Brüder eingetauscht wurden. Kreiert wurde die Serie von Bryan Elsley und Jamie Brittain, die tatsächlich Vater und Sohn sind und daher wohl einen guten Draht zu den Problemen der Teenager und deren Eltern haben.
Den skrupellosen Hauptcharakter Tony dürfte man als Nick Hornby Fan als den Jungen kennen, der die Ente mit einem Brotlaib getötet hat. Nicholas Hoult spielte für 19 Episoden den intriganten Jungen, vor Kurzem durfte man ihn als Beast in X-Men bewundern.

Von den Kritikern wurde die Show größtenteils wohlwollend aufgenommen, aber man sollte vorsichtig sein, denn ob sich das teilweise doch sehr zynische Skins wirklich für Teenager eignet (bzw., die jüngeren Teenager) sei einmal dahin gestellt, zumindest sollte man mit ihnen über die Protagonisten und ihre Taten und Motive reden, da die Drehbuchschreiber ihr Publikum nicht vor simple Lebenslektionen stellen, sondern die Bewertung guter und schlechter Taten der chaotischen Teenager dem Publikum überlassen. Dafür bietet Skins jedoch auch alle Themen, die einen in diesem Alter beschäftigen, daher kann es auch eine gute Option sein, Dinge an zu sprechen, die man sonst ignoriert hätte.

Anstatt sich aber diese Erfolgsserie zu schnappen, hat sich MTV das amerikanische Remake gesichert, das gerade einmal eine Staffel durch gehalten hat, bis man erkannt hat, dass in den USA nur blank geputzte Teenager und hochstilisierte Stories erfolgreich sind und nicht die bissigen und kontroversen Geschichten der Briten. Nicholas Hoult wird mit Newcomer James Newman ersetzt, das Drehbuch war weniger spitzfindig, trotzdem wurde der Show sogar Kinderpornographie vorgeworfen, da die minderjährigen Darsteller auch sexuelle Szenen hatten, natürlich, immerhin haben Teenies nun einmal auch Sex. Das ließ jedoch Werbekunden abfallen, wie Laub im Herbst und der Show – auch wenn die Vorwürfe schnell niedergelegt wurden – wurde damit der Gnadenschuß verpasst.

Wer sich also an Skins heran tasten möchte, der kann es ja auf MTV mit der amerikanischen Version versuchen, jeder andere kann sich das DVD Set der britischen Serie besorgen.

Ab dem 3.7.2011 läuft Skins US jeden Sonntag um 21:10 auf MTV

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