Wenn es um die Erfüllung des Bildungsauftrags geht, scheuen die Öffentlich-Rechtlichen keine Mühen und Kosten – zumal der Gebührenzahler ja für letztere gerade stehen muss. Aktuelles Beispiel: ein eigenproduzierter TV-Film über eine der zwiespältigsten Figuren des Dritten Reiches, Feldmarschall Erwin Rommel.

Im Vorfeld hatte es jede Menge Ärger um die historische Genauigkeit des mit Beteiligung von SWR, BR und ORF produzierten Films gegeben. Zunächst war die Historikerin Cornelia Hecht als Beraterin engagiert worden, doch als sie begann, dem Drehbuch eine „fragwürdige Darstellung“ vorzuwerfen, flatterte ihr eine Unterlassungserklärung ins Haus.

Zusätzlichen Ärger gab es von Seiten der Erben. „Rommel“ beinhalte es Szenen, die der Darstellung des berüchtigten Holocaust-Leugners David Irving entsprächen. „Braune Soße und Ansichten eines Ewiggestrigen“ seien da eingeflossen, erklärte sie gegenüber der Bild am Sonntag. Die Produzenten widersprachen den Vorwürfen jedoch vehement.

Was von dem Streit zu halten ist, davon kann man sich am 1. November um 20.15 Uhr ein Bild machen. Oder aber einen Tag später, denn dann erscheint der Film bereits auf DVD und erlaubt dem Sender und Tochterfirma ARD Degeto, die Kosten wieder ein Stück weit reinzuholen.

Die mit Ulrich Tukur in der Haupt- und Hanns Zischler, Benjamin Sadler, Klaus J. Behrendt in Nebenrollen prominent besetzte Produktion stammt wie so vieles erneut aus dem Hause Teamworx, Nico Hofmanns omnipräsenter Allzweckwaffe („Hindenburg“, „Laconia“, „München ´72“).

[Bildnachweis: Universum Film GmbH]

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