Während sich die Gerüchte hartnäckig halten, dass eine Kinofortsetzung der erfolgreichen Historienserie „Rom“ in Planung ist, bleibt die Hoffnung auf eine dritte Staffel aussichtslos. Wer bisher nicht die Chance hatte, die gewohntermaßen blutgetränkten Ereignissen nach der Ermordung Caesars auf dem Bezahlsender Premiere zu verfolgen, kann dies jetzt ab dem 4. Juli im Abendprogramm von RTL 2 nachholen.

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Es ist eher ein zwiespältiges Vergnügen, diese wenig zurückhaltende Serie über das römische Kaiserreich im frühen Abendprogramm zu verfolgen. Grundsätzlich zwar von der FSK freigegeben, bedarf die Ausstrahlung um 20.15 Uhr jedoch ab und an noch einmal eine eingreifende Bearbeitung. Das ist hinsichtlich der Vorgaben des Jugendschutzes zwar unvermeidlich, für den Zuschauer jedoch immer ein Ärgernis.

„Rom“ gehört zu den teuersten TV-Serien, die jemals produziert wurden, und das sieht man dieser außergewöhnlich aufwendigen Rekonstruktion des ehemaligen Weltreiches auch deutlich an. Im Gegensatz zu Ridley Scotts „Gladiator“ etwa entstanden die meisten Sets nicht am Computer, sondern in den Kulissen der legendären italienischen Filmstadt Cinecittà. Nach Drehschluss der zweiten Staffel fielen Teile der Bauten einem massiven Brand zum Opfer und konnten deshalb für weitere Produktionen nicht mehr genutzt werden, fanden zuvor aber noch Eingang in eine Folge der britischen Science-Fiction-Serie „Doctor Who“.

Ganz wie die ähnlich gelagerte Historiensoap „Die Tudors“ nimmt es „Rom“ mit den historischen Fakten nicht allzu genau. Manches wird gestaucht und dramaturgisch angepasst, aber im Großen und Ganzen bietet die Serie durchaus einen Einblick in die realen Verhältnisse. Der mit der italienischen RAI und dem US-Bezahlsender HBO gemeinsam co-produzierenden BBC erschienen manche Sequenzen, die sich mit der Erhellung von Hintergründen beschäftigten, für ein geschichtlich gebildetes britisches Publikum sogar einfach überflüssig, und so schnitt man sie mit gewisser Arroganz einfach heraus.

Staffel 2 konzentriert sich auf die Ereignisse um den Aufstieg von Octavius zum Kaiser Augustus. Dabei setzt das Konzept wie gewohnt auf eine Mischung aus realen historischen Ereignissen und einer fiktiven Handlungsebene um die beiden Soldaten Lucius Vorenus und Titus Pollo, deren Namen zwar Caesars „De Bello Gallico“ entstammen, ansonsten aber reine Erfindungen der Autoren um Hollywood-Veteran John Milius („Conan der Barbar“) sind.

RTL 2 zeigt alle 10 Folgen ab dem 4. Juli jeweils als Doppelfeature um 20.15 Uhr. Wer lieber die ungeschnittene Fassung sehen will, muss zur DVD-Version greifen, am stilvollsten zusammen mit Staffel 1 in einer schicken ledergebundenen FSK-18-Box.

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