Als 1961 „16 Uhr 50 ab Paddington“ in die Kinos kam, war die Hauptdarstellerin Margaret Rutherford bereits 69 Jahre alt. Was sie allerdings keineswegs davon abhielt, einen der besten Filmdetektive aller Zeiten zu spielen – Agatha Christies Miss Marple.

Die vier Miss-Marple-Filme mit Margaret Rutherford – „16 Uhr 50 ab Paddington“, „Vier Frauen und ein Mord“, „Der Wachsblumenstrauß“ und „Mörder ahoi“ – sind zwar inzwischen in technischer Hinsicht etwas angestaubt; aber Dialogwitz und Spannung liegen auf einem Niveau, das auch heutige Krimikomödien nur selten erreichen.

Als Glücksgriff erwies sich – neben Rutherford – die Erfindung des Mr. Stinger (Stringer Davies), des etwas naiven, ältlichen Gefährten der Hobbydetektivin. Die beiden spielen sich die Bälle mit sichtlicher Freude zu; und wenn Miss Marple auch noch anfängt, zu tanzen („Der Wachsblumenstrauß“), dann überträgt sich spätestens das Vergnügen auch auf den Zuschauer.

Rutherfords Miss Marple unterscheidet sich in mancher Hinsicht stark von Christies Detektivin; gelegentlich scheint sie gar mehr mit James Bond gemein zu haben – immerhin kann sie fechten, morsen, reiten, ist Hobbychemikerin und historisch versiert.

Für Fans der Reihe ist die liebevoll ausgestattete 4-DVD-Box ein Muss; der kleine Preis kann aber auch Miss-Marple-Neulinge locken: Enttäuscht werden sie gewiss nicht, denn der nächste Mörder lauert schon …

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