Gestern auf SAT1 um 19:05 Uhr war es soweit: Die dauerhafte Reklame-Berieselung für das neue Bauer sucht Frau-Format fand ein jähes Ende mit dem Beginn dieses Meisterwerkes deutscher Unterhaltung. Statt allerdings bodenständige Bauernlümmel zu einem neuen Liebesglück zu verhelfen, sind nun die Blaublüter dran.

Nach wochenlanger Reklame- und Casting-Arbeit konnte man sie bewundern, die Favoritinnen der Adelsbalz. Und für jeden war was dabei.

Ok, der Unterschied zum Bauern ist natürlich der „gehobene Stand“, den unsere Grafen vertreten, und das ein Blaublut eben nicht nur so einen vergammelten Resthof hat, sondern so richtig protzen kann mit Standesdünkel und „Privilegien“.

Wer kann sich schon 3 Kutschenfahrten in der eigenen Kutsche pro Woche leisten? Da kommen romantische Gefühle auf.

Immerhin sind wir ja ehrlich entzückt, zu sehen, mit welchen Argumenten und Künsten die „Damen“ die gnädigen Herren zu bezirzen hoffen, um ihren „Standard“ zu halten. Spätestens seit der „Königin der Herzen“ wissen wir Herren, dass die wahre „Dame“ eben nur auf dicke Häuser und schicke Autos steht, die wohl flankiert ist von noch dickeren Portfolios und Landbesitz. Wer da nicht mithalten kann, der hat mit den Weibern nichts zu lachen, die wollen schließlich ihre Babys und Kleiderschränke rundum versorgt wissen.

Einem bin ich mir allerdings sicher; wer hier mal wieder für dumm verkauft wird: Die unbedarfte Frau mit ihrem Traum von einem besseren Leben, zu kurz im Denken, um die wahren Hintergründe dieses Unrechts zu erkennen. Armes „wir sind wieder wer“.

Denn damit hat die gesamte Propaganda-Maschine nichts zu tun, als denn Träume, Sehnsüchte und Wünsche zu fördern, die nicht zu erreichen sind in unserer jetzigen Gesellschaft. Darüber helfen auch nicht die paar Gewinner in diversen Kategorien hinweg. die Stellvertretend für den Rest der Welt den „Standard“ und die „Privilegien“ nutzen dürfen, den unsere Leistungselite so wohlverdient zelebriert.

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