Traumquoten, Bohlen und Flatulenz – so in etwa lässt sich die derzeit erfolgreichste deutsche Unterhaltungssendung mit nur drei Worten auf den Punkt bringen. RTL setzt sich mühelos gegen „Wetten dass“ durch und muss dabei noch nicht einmal größere Künstler-Honorare zahlen. Warum also mit der Gelddruckmaschine im Anschluss ans Finale nicht auch direkt mal auf Tour gehen?

DSDS-Zuschauer der ersten Stunde mögen sich erinnern: Nachdem Chefjuror Dieter Bohlen den damaligen Finalisten mit „We have a Dream“ einen sicheren Nummer-Eins-Hit verpasst hatte, bastelte man bei RTL auf die Schnelle eine Live-Tournee der Beteiligten zusammen, um auch noch den allerletzten Euro aus dem Casting-Wunder herauszuholen. So richtig ging die Rechnung nicht auf, und man stampfte das Konzept im Folgejahr wieder ein.

Irgendwer muss jetzt wohl die alten Pläne noch einmal aus der Schublade hervorgezogen und leicht variiert haben: Denn – so die Überlegung – was in der einen Casting-Show nicht so richtig gezündet hat, könnte doch vielleich bei der anderen funktionieren. Ab dem 26. Januar geht deshalb eine Auswahl von Teilnehmern der aktuellen „Supertalent“-Staffel auf Deutschland-Tour. 12 Spielstätten sind derzeit angesetzt.

Die „Finalisten und größten Talente“ soll es zu sehen geben – was auch immer das im letzteren Fall heißen mag. Der Formulierung nach haben es eben diese Talente zumindest nicht ins Finale geschafft. Heißt das also, bei den tatsächlichen Finalisten hat nicht das größte Talent entschieden? Offenbar.

Deratige Schludrigkeiten in der Logik mag man noch der vollmundigen PR-Texterei der sendereigenen Marketing-Abteilung zurechnen können – was aber ist tatsächlich in Hallen wie der Kölner Lanxess-Arena oder dem Gerry-Weber-Stadion zu erwarten, wenn sich der Vorhang für die RTL-Show öffnet?

Wird Mr. Methan die Bemühungen der internationalen Klimakonferenz in Grund und Boden flatulieren? Werden sich die Kanton-Puten mit weiteren Genital-Masken auf Stammtisch-Niveau verkleiden (Elefant und Ameisenbär stünden als Motive noch zur Auswahl)? Oder wird das Ganze doch eher eine Art Cirque du Soleil im Kleinformat?

Tickets gibt es zwischen 35 und 105 Euro. Ob das Konzept funktioniert, wird sich jedoch erst noch zu zeigen haben.

Alle Termine der „Supertalent Tour 2010“:

Di. 26.01.2010 Ludwigsburg, Arena
Mi. 27.01.2010 Kempten, Big Box
Do. 28.01.2010 Mannheim, SAP Arena
Fr. 29.01.2010 Erfurt, Messehalle
Sa. 30.01.2010 Berlin, Tempodrom
So. 31.01.2010 Rostock, Stadthalle Rostock
Mo. 01.02.2010 Köln, LANXESS Arena
Mi. 03.02.2010 Hamburg, CCH 1
Do. 04.02.2010 Oberhausen, König-Pilsener-Arena
Fr. 05.02.2010 Hannover, AWD-Hall
Sa. 06.02.2010 Halle/Westf., Gerry-Weber-Stadion
So. 07.02.2010 Zwickau, Stadthalle

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