Der Karneval war früher keine artistische Show voller Trapezkünstler und Jongleure, sondern ein Ort, an dem der „normale“ Bürger sich „missgebildete“ Menschen für etwas Geld ansehen konnte. Heutzutage wäre sowas natürlich unerhört, aber wozu gibt es denn das Fernsehen?

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Man könnte fast meinen, dass die Dokumentation aus Amerika kommt, aber da irrt man sich, denn „Bodyshock“ ist eine Produktion des Channel 4 aus Großbritannien.
Die Doku beschäftigt sich pro Episode mit raren Erkrankungen, etwa Tumore, siamesische Zwillinge, Schlafkrankheit, etc.
Dass sich dazwischen auch Episoden befinden, die sich mit einem Kannibalen beschäftigen, oder einer Russin, die behauptet, sie hätte Röntgenaugen hilft natürlich nicht, die Sendung ernst zu nehmen, denn auch wenn darin Wissenschaftler und Psychologen zu Wort kommen, so ist ein teilweise unpassender Soundtrack und eine fragwürdige Darstellung der Charaktere ein sicheres Zeichen dafür, dass es hierbei nicht darum geht, Wissen zu vermitteln, sondern die Schaulust zu befriedigen.
Genau das macht „Bodyshock“ zu einem traurigen Statement über heutiges Fernsehen. Natürlich macht man sich nicht mehr offen lustig über Behinderungen oder stempelt Betroffene als „Freaks“ ab, wie es noch vor 60-70 Jahren der Fall war, aber ist es wirklich besser, wenn man unter der Vorhaltung, es würde sich um eine Dokumentation handeln, die Sensationslust der Zuschauer stillt und ihnen damit die Gelegenheit gibt, auf youtube usw. grausame Witze über die Betroffenen zu machen?
Wer trotzdem rein schauen möchte, kann das auf RTL2 (wo sonst) ab dem 30.11. jeden Monat um 22:15.

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