Diese Woche brannte die Luft in Hollywood, die Dreharbeiten zur aktuellen Staffel von Two and a Half Men wurden angehalten, Charlie Sheen hielt eine passionierte, wenn auch konfuse Rede im amerikanischen Fernsehen und verkrachte sich ordentlich mit eigentlich jedem.

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Seit 2003 lief die Sendung um die Brüder Alan und Charlie, sowie Alans Sohn Jake, doch mit den neuen Forderungen von Sheen scheint die Serie ein Ende gefunden zu haben, denn anstelle der 1,2 Millionen Dollar Gage für jede Episode, will er nun 3 Millionen Dollar, eine neue Forderung, nachdem er sich mit den Produzenten überworfen hatte.
Zur kurzen Info, die Crew des Drehsets verdient zusammengenommen kaum das Doppelte, wie Charlie Sheen alleine. 4 Millionen Dollar gehen in den Dreh einer Episode, inklusive Sheens Gehalt, den Rest kann man sich ausrechnen.
Ob Sheen die Crew für den Drehausfall bezahlt (insgesamt 4 Episoden mussten nach dem Eklat gestoppt werden), ist fraglich, bis dato scheint es eher die Produktionsfirma zu sein, die die Kosten übernimmt, Sheen wurde sogar vom Drehort gesperrt.

In einigen Interviews äußerte sich der Schauspieler über sein Zerwürfnis mit Kollegen und seinem Manager, der ihn bis dato aus diversen Katastrophen heraus begleitet hatte, darunter etliche Rehab-Besuche. In diesen Interviews kann man einen extrem gealterten Mann sehen, der starke psychische Probleme zu haben scheint, fast wundert man sich, wie es überhaupt so weit kommen konnte, warum die Macher nicht schon früher eingesehen haben, dass Sheen Hilfe braucht.

Eigentlich sollte die Chuck Lorre Produktion noch mindestens eine Staffel weiter geführt werden, aber alle Beteiligten sind sich unsicher, ob das tatsächlich möglich ist, denn der offensichtlich ausgelaugte „Superstar“ hat es sich mit jedem verscherzt, ein kreatives Arbeiten wäre demnach so gut wie unmöglich, alleine, weil er unlängst in einem Interview meinte, dass er nur zurück kommen würde, wenn Chuck Lorre das Set und die gesamte Serie verlassen würde. Undenkbar, immerhin steckt hinter dem Erfolg der Serie vielmehr Lorre, der unter anderem auch für The Big Bang Theory verantwortlich ist und in seiner Karriere außerdem mit Roseanne, Cybill Shephard und Bret Butler gearbeitet hat, die allesamt nicht gerade einfach im Umgang sind. Charlie Sheen, so scheint es, ließ das Faß jedoch zum Überlaufen bringen.

Two and a Half Men wird daher in der voraussichtlich letzten Staffel nur 16 Episoden, anstelle der 24 enthalten, was die Firma selbst jedoch einiges an Geld sparen könnte, das man ja vielleicht in neue, aufregende Comedy Serien stecken könnte.

Die Einschaltquoten für die bis jetzt letzte Episode am 14.2.2011 waren enorm, kein Wunder, jeder Zuschauer wollte wohl den sich anbahnenden Wahnsinn in Charlie Sheens Performance sehen.

Jon Cryer und Angus T. Jones haben sich noch nicht über ihren Kollegen geäußert, während Jon Cryer witzelnd in der Ellen Degeneres Show als Empfangs-Aushilfe auftrat, hält sich Jones komplett bedeckt, was nicht verwunderlich ist, immerhin hat der 17-jährige (der zu den best bezahltesten Jungschauspielern Hollywoods gehört) kaum irgendetwas von seinem Privatleben in die Öffentlichkeit dringen lassen. Allerdings wird er im Gegensatz zu Cryer sicherlich eine weitaus größere Chance auf eine Filmkarriere, oder College haben, mit seinen 17 Jahren stehen im quasi alle Türen offen, auch wenn derzeit wohl eher der Stress über die aktuelle Situation herrscht.

Was bleibt sind witzige Interviews und Memes, dazwischen aber immer wieder ein Kloß im Hals, denn Sheen braucht offensichtlich Hilfe, die Risse im perfekten Sitcom Himmel sind unter seiner Regie zu Kratern aufgeklafft, die Presse liebt es, die Zuschauer verschlingen es, aber die Beteiligten (Sheen, seine Familie, die Macher und Mitmacher der Serie) werden noch eine ganze Weile darunter zu leiden haben.

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