Parallel zum Filmstart des vierten Teils der “Terminator”-Reihe präsentieren Warner Brothers und Regisseur McG ein echtes Novum, das direkt den Labors von Skynet entstammen könnte. Eine zunächst 6-teilige Animationsserie erzählt die Vorgeschichte der Widerstandskämpferin Blair Williams (Moon Bloodgood) und nutzt dabei die Engine des offiziellen Videogames. Das Ergebnis ist verblüffend.

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Während der äußerst erfolgreichen Animationsserie „Star Wars: The Clone Wars“ (in Deutschland auf Pro7) als Prequel zur legendären Filmreihe gleich mal die Gründung eines eigenen Studios voranging, schlugen die Macher von „Terminator Salvation: The Machinima Series“ einen ganz anderen Weg ein. Die Wurzeln für die zugrundeliegende Technologie liegen in Deutschland.

Der aus Leipzig stammende Physiker Uwe Girlich hatte Mitte der 90er Jahre auf Basis der Game-Engine „Quake“ ein Programm entwickelt, das es auch Laien ermöglichte, filmähnliche Handlungssequenzen zu erstellen, ohne dabei echte Programmierarbeit leisten zu müssen. Mit „Quake“ und Girlichs „Little Movie Processing Centre“ (LMPC) ließen sich Elemente des Spiels austauschen, Kamerabewegungen bestimmen und Sequenzen ganz klassisch neu schneiden und montieren. Schnell entstanden die ersten Kurz- und Langfilme, die einen so großen Erfolg nach sich zogen, dass 2002 gar ein eigenes Filmfestival ins Leben gerufen wurde.

Die griffige Bezeichnung „Machinima“ ist eine Wortneuschöpfung aus „machine“ und „animation“. Technisch betrachtet unterscheidet sich das Medium von gewöhnlichen Animationsfilmen dadurch, dass es in Echtzeit berechnet wird, zusätzlich aber auch als Videodatei verbreitet werden kann.

„Terminator Salvation“ ist nun die erste Machinima-Serie, die in Zusammenarbeit mit einem Major Studio produziert wurde. Mithilfe der Engine des offiziellen Games zum Film wurde die mehrteilige Vorgeschichte entwickelt und technisch umgesetzt. Aaron DeBevoise von Produktionspartner Machinima.com betrachtet das Ergebnis als entscheidenden Schritt zum Durchbruch des Formats mit dem Ziel, den Marktführern des Animationsstudios Pixar Konkurrenz zu machen.

Die Serie beginnt im Jahr 2016 und folgt der Widerstandskämpferin Blair Williams, die sich im postnuklearen Los Angeles auf die Jagd nach einem unbekannten Gegner namens „The Ghost“ macht. US-Schauspielerin Moon Bloodgood leiht der Figur, die sie bereits im Film spielt, ihre Stimme, aber auch sonst gibt es viel wiederzuentdecken. Überzeugend gerät vor allem die virtuelle Kameraarbeit und das Übermaß an zum Teil völlig neuen Terminatoren. Die Gesichtsmimik der Charaktere bewegt sich hingegen auf dem Niveau japanischer Animes aus den 80ern.

Bisher steht die Serie in Deutschland nur als Download auf iTunes zur Verfügung. In den USA ist sie zusätzlich als Amazon Video on Demand, sowie über Xbox Live and Playstation Network erhältlich. Ob es eine TV-Auswertung geben wird, ist bisher noch nicht bekannt.

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