Nun ist es soweit, die USA wählen ihren neuen Präsidenten. Endlich, möchte man fast sagen, denn seit langem werden wir andauernd damit bombardiert, dass es schon fast wieder nervt. Gut, es ist auch eine wichtige Entscheidung, die auch unsere Zukunft und die der Welt verändern kann. Und, ob sie sich dann auch wirklich so viel verändert, sei dahin gestellt.
Jedenfalls kann die Wahlnacht sich zu einem echten Krimi entwickeln, bei dem einige von uns dabei sein wollen und die Fernsehsender natürlich auch noch gut teilhaben wollen. Daher kann man in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sich gemütlich auf der Couch versammeln, sich mit Snacks eindecken und mit Freunden eine Wahlparty veranstalten, während Tausend von Kilometern entfernt die Geschicke der Erde entschieden werden…
Nein, es die Berichterstattung ist natürlich auch wichtig und so kann man die ganze Nacht über auf mehreren Sendern den Wettkampf und das Zittern der Kandidaten verfolgen. weiterlesen »
Diesen Sonntag startete die neue Doku-Reihe über die Geschichte unseres Landes im ZDF und die Verantwortlichen dürften wohl einigermaßen überrascht gewesen sein, denn sie erreichte Top-Quoten.
Für den Auftakt der aufwendigen Reihe über “Die Deutschen” startete im 10. Jahrhundert bei Otto I. und an die 6,48 Millionen Zuschauer wollten dies sehen. Somit erreichte die Serie die zweithöchste Quote des Abends nach dem “Tatort”. Sie schlugen die Effenbergs und Galileo. Und auch bei den Jüngeren kamsie gut an: Bei den 14- bis 49-jährigen kam “Die Deutschen” auf einen Marktanteil von fetten 16,5%. Sowas schafft das ZDF sonst nur mit Sportübertragungen oder “Wetten, dass…”.
Nachdem die Literaturkritikerin Elke Heidenreich sich in den letzten Tagen an die Fernseh-Kritik von Marcel Reich-Ranicki gehängt hatte, hat das ZDF sie heute wegen ihrer Äußerungen gefeuert!
Die Sendung “Lesen!” wird es also ab jetzt nicht mehr geben. Nicht einmal die zwei geplanten Sendungen dieses Jahr werden nicht mehr produziert. Deutschland wird dadurch um eine tolle Kultureinrichtung ärmer! Die neue Literatursendung, die bereits in Planung ist, wird ihr mit Sicherheit nicht das Wasser reichen können!
Ich habe Elke Heidenreich für ihre Äußerungen bewundert, denn sie hat einfach nur gesagt, was sich viele bereits gedacht haben. Darf man denn nicht einmal mehr seine eigene Meinung sagen? Es ist wirklich erschreckend, dass die Riesenmaschinerie Fernsehen und die Medien im allgemeinen mit so einer Mini-Kritik nicht umgehen kann… Aber das stört die Scheinwelt anscheinend!
Übrigens hat sie noch am 14. Oktober, wohlgemerkt nach ihrer Kritik, den Hans Bausch Media Preis für “Lesen!” bekommen… Trotz der Kritik! Oder stand das etwa schon vorher fest?
Heidenreich hätte “die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen”. Wie soll man denn sonst etwas ins Rollen bringen? Außerdem waren diese Äußerungen ja wohl mehr als harmlos. Jeder Dieter Bohlen oder jeder Rapper haut da tausendmal mehr drauf. Aber halt nicht auf die Medien. Halten sie sich inzwischen wirklich für unantastbar? Du sollst keine anderen Götter neben der Glotze haben…
Das Fernsehen hat so wiedereinmal seine Schwäche bewiesen! Ich kann nur hoffen, dass Elke Heidenreich uns in der weiten Medienlandschaft erhalten bleibt.
Dieses Wochenende wurde er mal wieder vergeben, der Deutsche Fernsehpreis 2008. Und, was für mich in einem wirklichen Eklat begann endete dann in einer Wohltat…
Der eigentliche Eklat oder Skandal für mich war zunächst, dass RTL sich als der große Gewinner des Abends abzeichnete. Insgesamt neun der 22 Kategorien wurden von dem Kölner Sender abgestaubt. Und dann kam der Literaturpapst Marcel Reich- Ranicki uns sprach das auch, was sich viele von uns bestimmt schon seit langem denken.
Er sollte den Preis für sein Lebenswerk entgegen nehmen, doch als er auf die Bühne kam erklärte er, er wolle diesen Preis nicht annehmen, denn er gehöre “nicht in die Reihe dieser Preisträger”. Vor ihm wurden Dieter Bohlen und Co. ausgezeichnet. “Ich finde es schlimm, dass ich das hier viele Stunden ertragen muss”, sagte er weiterhin. Das aktuelle Fernsehprogramm und die Preisverleihungen seien “Blödsinn” und er sprach sich auch gegen die Verdummung in unserer heutigen Fernsehlandschaft aus. Einfach nur klasse!
Man mag von diesem Mann halten, was man will, aber diese Aktion war das Beste, was ich seit langem in der Glotze gesehen habe! Chapeau! Das schöne ist, dass er es intelligent und mit viel Witz formuliert hat und trotzdem seine Kritik direkt ankam. Die Medien bezeichnen sein Verhalten als einen Skandal, ich finde auch unser Fernsehprogramm einen Skandal und würde mir wünschen, es würden sich noch mehr Leute Reich-Ranicki anschließen!
Thomas Gottschalk hat sich übrigens zu einer öffentlichen Diskussionsrunde der Intendanten und Reich Ranicki über das Fernsehprogramm aufgerufen und hat offiziell seine Aussagen als richtig bestätigt. Auch Elke Heidenreich schließt sich dem an! Mehr Leute bitte!
Am kommenden Sonntag widmet sich das ZDF einer Thematik, die sicherlich nicht ganz frei von Diskussionen sein wird. In „Imperium der Päpste“ werden die Abgründe der Kirchengeschichte einmal aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet.
Das gerade im Mittelalter die Kirche nicht immer ein Ort von Gottesliebe und Keuschheit gewesen war, dürfte selbst unbelesenen Zuschauern nicht unbekannt gewesen sein, wie tief allerdings diese Verstrickungen waren, verblüffte selbst gestandene Historiker. Morde im Namen der Kirch waren nicht nur zur Zeit der Inquisition an der Tagesordnung, sondern gehörten im Vorfeld einer Papstwahl fast zur Tagesordnung.
Ebenso das Thema Sex, eigentlich verpönt im Zusammenhang mit der Kirche, findet sich sehr oft in der Kirchengeschichte. Endlich mal ein interessanter Ansatz, der nicht überall Freunde finden wird, aber durchaus berechtigt ist.
Imperium der Päpste, ZDF, Sonntag – 27.04 – 19.30 Uhr
Wie fast jeden Montag versucht das ZDF am späten Montagabend einen Kinoklassiker in das Programm einzubauen, um wenigsten an nicht zu zuschauerrelevanten Tagen und Stunden gegen die Filmübermacht von RTL und Pro7 anzukommen. Mit einem Film wie „Brothers Grimm“, der eine wohltuende Abwechslung zu Sendungen wie „Musical Show Star 2008“ darstellt, haben sie sogar einen Leckerbissen der Filmgeschichte aus dem Archiv geholt.
Allerdings muss man sich im Vorfeld des Filmes von den Vorstellungen verabschieden, die man beim Lesen der Märchen in Buch-Form gewonnen hat. Denn hier präsentieren sich die Gebrüder Grimm als wandernde Gauner, die unschuldige Dörfer von Geistern befreien, die zuvor selbst geschaffen haben. Als man auf Seiten der französischen Besatzer vom Treiben der Brüder Wind bekommen hat, schickt man sie in die kleine Provinzstadt Marbaden, wo sie das Verschwinden von zehn Mädchen aufklären sollen. Nun müssen sich die beiden Brüder mit echten Gefahren auseinandersetzen und bereuen angesichts von Gefahren ihres bisheriges Treiben.
Zwar überzeugen weder der kürzlich verstorbene Heath Ledger noch Matt Damon, trotzdem ist der Film äußerst sehenswert. Er trägt zwar mehr den Charakter eines Krimis als einer Märchadaption, trotz alledem kann man dem Regisseur schnell verzeihen, angesichts der Effekte und Bilder im Film.
Zu sehen ist der Film heute Abend im ZDF um 22.15 Uhr.
Die Frage, die man sich unter anderem beim Spiegel gestellt hat, ob Thomas Gottschalk aufgrund der sinkenden Quoten von „Wetten Dass..“ bereits auf der Suche nach einer neuen Anstellung ist, muss man sich auch stellen, wenn man das neue Projekt des Entertainers betrachtet.
Mit „Musical Show Star 2008“ begibt sich das ZDF auf eine Plattform, die in jüngster Vergangenheit bereits von Sat1 bearbeitet wurde. Die Quoten des Privatsenders waren allerdings mehr schlecht als recht. Zumindest geht das ZDF mit wesentlich besseren Voraussetzungen an den Start – ein breiteres Publikum sowie ein Entertainer von Format, aber ob diese ausreichen, um „Musical Show Star 2008“ in die Liga von DSDS zu hieven, ist fraglich. Scheitert das Projekt, muss Thomas Gottschalk zwar nicht seiner Haushaltshilfe kündigen, jedoch würde sich der schleichende Abschied fortsetzen.
Überhaupt sind Casting-Shows ein bisher ungekanntes Terrain. Während sich Formate wie Germanys Topmodels, das gestern Traumquoten für Pro7 erzielte, und DSDS über die Jahre hinweg erfolgreich etabliert haben und schon auf eine gewisse Tradition zurückblicken können, verfügt das öffentlich-rechtliche Fernsehen über keinerlei ähnliche Erfahrungen. Musicals, die in den zurückliegenden Jahren einen unglaublichen Boom erfahren haben, möchte mit solchen Sendungen die Popularität einzelner Produkte steigern. Statt sich wie bisher mit Kleinanzeigen auf die Suche nach neuen Talenten zu begeben, nutzt man die große Bühne Fernsehen.
Der Start der Sendung ist der 31. März um 19.25 Uhr. Nach einer Vorauswahl werden dann in drei Live-Shows die Sieger des Castings ermittelt, denen eine Rolle in Musicals wie “Rusty”, “Pearl” oder “Starlight Express”.