Wer sich die Regeln dieser Quizshow durchliest und sie verstehen will, kommt sich schon selber wie in einem Blondinenwitz vor. In mehreren, von seltsamen Regeln bestimmten Runden muss ein männlicher Kandidat gegen 50 blonde Frauen antreten und kann am Schluss ein Auto gewinnen. Klingt dämlich und läuft deshalb auch demnächst auf RTL 2.
2008 hatte man sich bei SAT 1 bereits einmal die Rechte an diesem immerhin in 9 Ländern laufendem Format einverleibt. Doch eine Ausstrahlung hat es nie gegeben. Jetzt geht also RTL 2 ins Rennen und erweitert damit sein Angebot an eigenproduzierten Shows. „Beat the Blondes“ steht so in einer strategischen Reihe mit „My Name is“ und „Ich weiß, was du letzten Freitag getan hast“.
Wer sich noch an den Zonk erinnert, dem wird vielleicht auch der Name Jörg Dräger nach kurzem Nachdenken wieder präsent sein. Eine halbe Ewigkeit ist es her, dass der ehemalige Bundeswehr-Hauptmann die Gameshow „Geh aufs Ganze“ moderiert hat. Danach verschwand er in den Niederungen von 9Live. Jetzt moderiert er für RTL 2 ein neues Format, in dem die Kandidaten hypnotisiert werden.
In Holland und Belgien kennt man das Konzept schon, Deutschland und Dänemark kommen gerade hinzu: 5 Freunde bekommen die Chance, eine gemeinsame Traumreise zu gewinnen. Doch zunächst wird einer von ihnen hypnotisiert und dabei gefilmt, wie er sich ausgiebig blamiert. Ohne Erinnerung an irgendetwas sieht er sich dann mit den Aufnahmen konfrontiert und muss entscheiden, was öffentlich gezeigt werden soll, und was nicht. Doch nur wenn alle Clips ausgestrahlt sind, gibt es die Reise auch wirklich zu gewinnen.
Bevor Stefan Raab mit TV-Total in die 3-monatige Sommerpause ging, nutze er die Gelegenheit wie gewohnt, um jetzt bereits die Werbetrommel für die nächsten hauseigenen Events im Herbst zu rühren. Eines davon: der Bundesvision Song Contest, der dieses Jahr in der Kölner Lanxess Arena ausgetragen wird.
Einst war der Gesangswettstreit in gewohnter Raab-Strategie als Augenzwinkern in Richtung Eurovision Song Contest ins Rennen gegangen. Inzwischen ist der ESC irgendwie selber zum festen Programmbestandteil unter den „TV Total“-Events geworden. Mehr oder weniger parallel zur Verkündigung des neuen Jury Präsidenten für „Unser Song für Baku“, die Vorauswahl des europäischen Wettbewerbs, begann auch die Werbung für die mittlerweile 7. Ausgabe der bundesdeutschen Variante am 29. September.
Stefan Raab hat genug vom ESC – jedenfalls vor der Kamera. Wenn im nächsten Jahr das Casting für den kommenden Song-Contest nach gut bewährtem Muster neu beginnt, wird er nicht mehr Jury-Präsident sein. In seine Fußstapfen tritt kein Geringerer als Fanta4-Vegetarier Thomas D.
Dreimal war er als Komponist dabei, einmal ist er sogar selber aufgetreten, mit Lena hat er als Entdecker und Produzent den ESC nach Deutschland gebracht und dort als Moderator eine spektakuläre Show abgeliefert. Damit ist für Stefan Raab alles erreicht, was er beim größten Gesangswettbewerb der Welt erreichen konnte. Jetzt soll ein anderer an seine Stelle treten.
Während der Urlaubsmonate lässt sich der Eindruck gewinnen, die Wiedereinführung des Testbilds könnte die meisten Programmpunkte problemlos an Niveau und Unterhaltungswert übertreffen. Was die Bestückung der Sendezeit betrifft, ist man bei Pro7 offenbar so ratlos gewesen, dass man selbst die völlig erfolglose Gaga-Fleischbeschau „Sommermädchen“ wieder ausgegraben hat.
Im Bikini Schlauchboote aufblasen und gut eingeölt eine Wasserrutsche runterschliddern reichte früher allenfalls für einen launigen Taff-Beitrag mit dem späteren DSDS-Jurymitglied Fernanda Brandao und anderen C-Sternchen. Das änderte sich 2009, als man bei Pro7 auf die durchaus grenzdebile Idee kam, aus dem selbst für einen Kurzbeitrag kaum tragfähigen Nonsens eine ganze Abendshow zu basteln. Ergebnis waren lausige 4,4 Prozent Marktanteil bei der Premiere von „Sommermädchen“.
Wer ernsthaft glaubt, irgendwann müssten doch einmal alle Casting-Formate ausgereizt sein, wird in unregelmäßigen Abständen immer wieder eines Besseren belehrt. RTL2 , ursprünglich Heimat von „Popstars“, sucht ab dem 15. Juni nach Imitatoren. In der Jury sitzt unter anderem allen Ernstes Alessandra Pocher.
Wer sich das Original nicht leisten kann, bucht eben die Kopie. Alleine die Anzahl derer, die als Elvis-Imitatoren ihren Lebensunterhalt verdienen, ist völlig unüberschaubar. Die Mini-Playback-Show war einst das erste Erfolgsformat im deutschen Fernsehen, das aus dem Konzept echtes Quotenkapital schlug – allerdings mit dem Bonus, dass Kinder den erwachsenen Vorbildern nacheiferten. Ganz von dieser Idee löst sich auch „My Name is“ nicht.
Pro7 greift den Samstagabend an. Wo bisher ausschließlich Stefan Raab mit seinen Eventshows Erfolgsquoten einfahren konnte, soll jetzt ein Import aus England Zuschauer anlocken. „17 Meter“ heißt das Format in Deutschland. Moderiert wird es von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Die erste Folge gibt es am 11. Juni zu sehen.
Vieles an dieser Show klingt gehörig gaga. In einer Kreuzung aus Quiz und Action bekommen die Kandidaten Fragen gestellt, die sie aber erst beantworten dürfen, wenn sie einen Hindernisparcours von 17 Meter Länger überwunden haben. Noch absurder allerdings muss einem die Tatsache vorkommen, dass Pro7 die Angelegenheit ernsthaft auf 2 Stunden strecken will.
Kann sich noch jemand an die 90er erinnern, an Ingolf Lück, Bastian Pastewka und Anke Engelke im Newsteam, an Ricky’s Popsofa und Brisko Schneider?
1996 ging die Wochenshow in der Originalbesetzung auf Sendung, ganze 220 Folgen und 6 Jahre lang würde sie On Air bleiben, bis das Verlassen diverser Mitglieder dazu führte, dass sie ihre Sachen packte. Das hatte 2001 auch mit einer Umstrukturierung der Show zu tun und dem Wegfall der beliebtesten Sendebestandteile - für gewöhnlich ein Aus, wenn nicht gleichermaßen starker Ersatz geboten wird.
Die Stammschauspieler waren damals Ingolf Lück (auch als Hauptnachrichtensprecher), Anke Engelke, Bastian Pastewka und der brillante Marco Rima engagiert, der leider nach seinem Ausstieg ein wenig unter dem Radar pendelte und vorwiegend in seiner Heimat - der Schweiz - unterwegs war. weiterlesen »
Seit 1992 läuft die Sendung ununterbrochen in Großbritannien und ist mittlerweile eine der wichtigsten Shows für Newcomer und alte Hasen, wenn es um Musik geht.
Jede Sendung beginnt mit einer kurzen Jam Session aller Performer, dann werden nach und nach Musiker aus der ganzen Welt vorgestellt, interviewt und natürlich dürfen sie auf der Bühne zeigen, was sie können.
Um die 200ste Show herum, beschloss Jools Holland, live auf zu nehmen, eine Veränderung, die vor allem die großen amerikanischen Bands in Aufregung versetzte, da sie befürchteten, dass schlechte Auftritte nicht mehr retouchiert werden könnten und sofort auf Youtube landen würden. Die Produzenten hingegen befürchteten eher verbale Aussetzer seitens der Musiker oder Holland selbst. Da aber die Show seit Angedenken der Zeit familienfreundlich ist, sollte niemand Angst haben, dass irgendetwas allzu Schlimmes passieren würde. Das dürfte nur bei der Live-Kollaboration der Fall sein, in der Jools eine Band dazu nötig, mit ihm zusammen zu spielen. weiterlesen »
Das wäre es also für den diesjährigen Eurovision Song Contest, die Euphorie über einen Sieg können wir endlich wieder einpacken und uns in Erinnerung rufen, dass der ESC eben nicht cooler und moderner geworden ist, oder?
Wer hätte es gedacht, mit einem gut dargebotenen, jedoch inhaltlich sehr langweiligen Pop-Duett machte Aserbaidschan dieses Jahr das Rennen und belegte den ersten Platz des Wettbewerbs, bewies damit aber auch, dass der ESC nur alle paar Jahre mit einem überraschenden Sieger aufwarten kann (man erinnere sich an Lordi im Jahre 2006) und danach immer wieder ein paar Jahre braucht, um sich zurück im musikalisch relativ altmodischen Einerlei zurück zu finden. weiterlesen »