Die Bild-Zeitung ist bekanntlich gerne dabei, wenn es gilt, TV-Formate mit skandalträchtiger Berichterstattung zu begleiten. Die Quote der SAT1-Doku-Soap „Die Superlehrer“ vom 29. Juni befeuerte das Blatt zuvor mit einer prallen Schlagzeile: „Wie weit will das Fernsehen noch gehen? Mädchen in TV-Show (…) verprügelt“. Nach Ausstrahlung der Sendung muss man sich jedoch eher fragen, ob das, was da aus dem Geschehen der Folge herausgefiltert wird, nicht nur die Spitze des Eisberges ist.
„[E]in Team von tollen Lehrern (macht) eine Klasse von 15 Jungen und Mädchen fit für den Hauptschulabschluss“ – so vollmundig klingt es im Casting-Aufruf zur Show. Selten hat der Titel eines Fernsehformates jedoch derart verdächtig nach Etikettenschwindel gerochen wie in diesem Fall. Wenn die Gruppe zusammengewürfelter Pädagogen, die SAT1 dem Zuschauer in seiner wöchentlichen Reality-Show über eine Kreuzberger Schule präsentiert, tatsächlich unter die Kategorie „Superlehrer“ fallen soll, ist es wohl noch schlechter um die hiesige Ausbildung junger Menschen bestellt als ohnehin angenommen werden muss.
Im Einkaufen und Abkupfern britischer, holländischer oder amerikanischer Erfolgsformate sind hiesige TV-Sender bekanntlich ganz groß. Die derzeit erfolgreichsten Shows der Privaten - DSDS, Germany´s Next Topmodel, Ich bin ein Star - holt mich hier raus, Das Supertalent – beruhen allesamt auf Lizenzen aus dem Ausland. Jetzt wagen sich Pro7 und Sat1 parallel an eingedeutschte Versionen eines US-Quotenrenners: Promis suchen den Partner fürs Leben. Für den Münchener Sender geht Produzententochter Giulia Siegel ins Rennen.

Mit einer besonders wilden Version der amerikanischen Datingshow „The Bachelor“ hatte das Produzententrio Chris Abrego, Mark Cronin und Ben Samek im Januar 2006 im Grunde eine Gelddruckmaschine erfunden. „Flavor of love“, das erfolgreichste Programm, das der US-Sender VH1 bis dato ausgestrahlt hatte, zeigte den Public-Enemy-Frontmann Flavor Flav drei Staffeln bei der äußerst abstrusen Suche nach seiner Herzdame. Am Ende heiratete er dann zwar doch die Mutter seines jüngsten Kindes, aber das änderte am Erfolg der zahlreichen, in der Zwischenzeit entstandenen Spin-Offs rein gar nichts.
Gerade zum Münchener Sender SAT1 gewechselt, erhält Comedian Oliver Pocher auch schon seine erste neue TV-Aufgabe. Neben dem für den Herbst geplanten Late-Night-Format übernimmt der Ex-Partner von Harald Schmidt laut Medienberichten im Sommer eine Casting-Show. Gesucht wird eine Fussballmannschaft, die im Anschluss gegen den FC Bayern München antreten soll.
Angefangen hatte alles bereits im Dezember 2008. Bei der ZDF-Gala „Ein Herz für Kinder“ hatte die Fitnesskette McFit für eine Million Euro ein Freundschaftsspiel gegen die Kicker des damaligen Trainers Jürgen Klinsmann ersteigert. Pocher selber hatte in der letzten gemeinsamen Sendung mit Harald Schmidt von seiner Idee einer Fussball-Castingshow erzählt. Was wie ein Scherz klang, soll tatsächlich eigentlicher Anlass für seine Verhandlungen mit SAT1 gewesen sein. Mittlerweile wurde ein konkretes Projekt daraus.
Alexandra Neldel soll in der Sat1-Verfilmung des Bestellers “Die Wanderhure” die Hauptrolle spielen. Der Sender plant offenkundig die 33-jährige Schauspielerin längerfristig an sich zu binden.
Alexandra Neldel kann getrost als die deutsche Jennifer Aniston bezeichnet werden. Nicht nur, dass sie ihr verblüffend ähnlich sieht, sie wird auch mit ähnlichen Rollen besetzt und ist ebenso ein absoluter Everybodys-Darling.
Doch inzwischen hat sich der einstige Soap-Star von “Verliebt in Berlin” zu einer ernstzunehmenden Actrice gemausert. So verkörperte sie erst unlängst “Die Rebellin” in einer ZDF-Produktion. Und für die Serie “Unschuldig” heimste Neldel gleich mehrere Preise ein.
Jetzt wird mit Alexandra Neldel „Die Wanderhure“ verfilmt. Dieser Bestseller stammt aus den Federn von Iny Lorentz. Aus den Federn? Ja, denn hinter diesem Pseudonym verbirgt sich das ungemein erfolgreiche Schriftstellerehepaar Ingrid Klocke und Elmar Wohlrath.
“Die Wanderhure” ist eine Tetralogie, ein vier Bände umfassendes Werk, das von einem jungen Mädchen handelt, das sich im frühen 15. Jahrhundert unfreiwillig als Wanderhure verdingen muss. Eine Rolle also, der hübschen Neldel wie auf den Leib geschneidert.
Sat1 gab noch nicht bekannt, wann die Dreharbeiten beginnen sollen. Nur, dass der Sender über einen Mehrjahresvertrag mit der Quotenprinzessin Alexandra Neldel verhandel.
Wo man hinsieht, werden neue Krimi-Serien ins Leben gerufen. Der neueste Hit in dieser Reihe ist die mit dem People’s Choice Award ausgezeichnete Serie “The Mentalist”, die Sat1 ab März in Deutschland bringt.
Ob nun die kühle Berechnung und perfekte Arbeit der Megaermittler vom CSI, die neurotischen Anwandlungen von Monk oder die lustig-verschrobene Scharlatanerie bei “Psych” - Serien, in denen die Detektive besonders außergewöhnlich agieren oder gar mit einem übersinnlichen Dreh ausgestattet sind, bleiben weiterhin stark im Kommen.
Das Aufklären von Verbrechen ist schon immer ein Lieblingsthema von sowohl Fernsehmachern als auch den Zuschauern gewesen und um dem alten Genre noch etwas Neues abzugewinnen, müssen die Detektive auch gerne mal als Vampire (in “Moonlight”, “Angel” oder “Nick Knight”) oder als Serienmörder (”Dexter”) unterwegs sein. Die neue Serie “The Mentalist” geht auf ähnlichen Pfaden wie “Psych” von übersinnlichen Fähigkeiten des Hauptcharakters aus, von denen er selbst nicht überzeugt ist und hat dabei schon eine Menge Fans angezogen.
Nicht nur mit der Wiederbelebung des alten Fussball-Programms will sich Sat1 wieder in die Liste der Hauptspieler im deutschen Privatfernsehen manövrieren, auch von der Mitfahrt auf der Doku-Soap-Schiene verspricht sich der Sender Erfolg.
Es ist ein Kreuz mit den Doku-Soaps. Auf jedem Sender sprießen die ach so sehr aus dem Leben gegriffenen Shows aus dem Boden. Immer wenn man denkt, es gäbe keine Berufsgruppe, kein Hobby, kein Restaurant oder kein zwischenmenschliches Problem mehr, das mit der Kamera begleitet werden kann, überraschen RTL, VOX, Pro7 und Konsorten mit neuen Titeln. Sat1 schlägt in die gleiche Kerbe mit zwei neuen Formaten, die interessanterweise mal nichts mit Essen zu tun haben.
Oliver Lück ist “Der Jugend-Coach” (so jedenfalls der Arbeitstitel), der sich mit gewalttätigen, aggressiven und schwierigen Jugendlichen auseinandersetzt. In diesem Job kennt er sich aus, denn vor fünf Jahren hat er das Anti-Gewalt-Zentrum Berlin-Brandenburg gegründet, das sich einer Erfolgsquote von 63 Prozent rühmen darf. Ob er seine Fähigkeiten auch medientauglich im Fernsehen präsentieren kann, erfahren wir in dieser TV-Saison.
Am 29. Januar startet die neue Krankenhausserie von Sat1. Sechs junge Assistenzärzte versuchen hier in einer Klinik im Herzen Berlins zwischen Beruf und Privatleben ihren Platz zu finden.
Immer Donnerstags um 22:45 dürfen wir den sechs Medizin-Neulingen, über die Schulter schauen, während sie versuchen, die sechsjährige praktische Ausbildung zu überstehen.
Natürlich ist der Krankenhausalltag in einer Großstadt kein Zuckerschlecken. Notfall reiht sich an Notfall, ein dramatisches Schicksal folgt auf das nächste.. und dazu versuchen die Sechs natürlich auch noch, ihr Privatleben auf die Reihe zu kriegen.
Gespannt dürfen wir sein, ob Luisa Keller (Jana Voosen) und ihre Kollegen mit der Flut von Notfällen, Morphium und natürlich der Liebe zurecht kommen.
Kennen wir schon? Richtig…. dieser neue “Geniestreich” von Sat1 lehnt sich nicht nur thematisch an die großen Vorbilder aus dem USA wie Scrubs und Greys Anatomie an, auch optisch sind die Ähnlichkeiten prekär.
Sat1 hatte eigentlich mit Hugo Egon Balder eine ganze Reihe neuer Shows geplant, in denen sich Promis jeweils zu einem Thema passend kleinen Spielchen stellen. Doch diesmal hat der Balder anscheinend nach hinten geschossen, denn “Peng! Die Westernshow” erreichte nur lausige Einschaltquoten.
Gegen Hugo Egon Balder habe ich ja nichts, aber die neue geplante Showreihe wird wohl wahrlich ein Schuss in den Ofen. Aber wen wundert das? Man muss sich allein schonmal die Namen der Shows anhören, die bereits abgedreht und sendefertig sind: “Aloha” Die Südseeshow”, “Schlotter! Die Gruselshow” und “Holldiröh! Die Alpenshow”. Da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.
Hella von Sinnen hatte diese Shows ja bereits in ihrer Rede beim Deutschen Comedypreis erwähnt. Doch ich dachte, das wäre ein Witz, denn es gab ja bereits einige ganz tolle Formate in diese Richtung. Man erinnere sich nur an “Promi ärgere dich nicht” oder wie das hieß… Gruselig!
“Peng! Die Westernshow” kam diesen Freitag lediglich auf einen Marktanteil von 9,7% in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen, im Gesamtpublikum auf nur magere 6,4%…
Mal sehen, ob Sat1 nun nach der schlechten Quote weitere Shows erlaubt, denn sie haben sich bereits 27 (!) dieser einfallsreichen Namen sichern lassen.
Bitte nicht!
Gestern auf SAT1 um 19:05 Uhr war es soweit: Die dauerhafte Reklame-Berieselung für das neue Bauer sucht Frau-Format fand ein jähes Ende mit dem Beginn dieses Meisterwerkes deutscher Unterhaltung. Statt allerdings bodenständige Bauernlümmel zu einem neuen Liebesglück zu verhelfen, sind nun die Blaublüter dran.
Nach wochenlanger Reklame- und Casting-Arbeit konnte man sie bewundern, die Favoritinnen der Adelsbalz. Und für jeden war was dabei. weiterlesen »
Seit gut einem Monat ist bekannt, dass Jeanette Biedermann die Hauptrolle in der neuen Sat1-Telenovela „Anna und die Liebe“ hat.
Zusammen mit Roy Peter Link wird sie ab August als „graue Maus“ Anna Polauke alles daran geben, in der Nähe ihres neuen Chefs Jonas Broda zu sein.
Da Anna sehr schüchtern ist, vermasselt sie es immer wieder, die Aufmerksamkeit zu erregen, die ihr eigentlich zusteht.
Die heimst ihre Halbschwester Katja ein, die geschickt die Ideen Annas klaut und als ihre verkauft. Dumm nur, dass Jonas auf Katjas Spielchen herein fällt…
Man darf also gespannt sein, ob die Erbin von „Verliebt in Berlin“, Jeanette Biedermann ihre neue Rolle mit genau soviel Leben und Authenzität ausfüllen kann, wie ihre Vorgängerin.
Es gibt auf jeden Fall einige Gemeinsamkeiten, die an die Vorgängerserie anknüpfen. Schade wärs schon, sollte sich die Serie als ein einziger Klon heraus stellen.
Schließlich finden hier viele Frauen eine Identifikation für ihr eigenes Dilemma in der Berufswelt. Und genau das wird auch den Erfolg von „Anna und die Liebe“ ausmachen. Ob es den Machern gelingt, die Sehnsüchte der Zuschauer zu wecken und die integrative Kraft der Anna Polauke so authentisch wieder zu geben, das Frau das Gefühl hat, „genauso ist es auch bei mir“?
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