Erstmalig zeigt das ZDF am 20. April einen TV-Krimi, der sich im Anschluss online fortsetzt und den Zuschauer zum Mitmachen animiert. Eine Datenschützerin wird beschuldigt, einen Mord begangen zu haben, doch die Ermittlungen finden nicht im Rahmen der Fernsehausstrahlung statt, sondern werden zur dreiwöchigen Schnitzeljagd im Internet.
Das ZDF kann vor lauter Innovationskraft derzeit kaum laufen. Marianne und Michael fliegen aus dem Programm, Thomas Gottschalk bekommt einen Nachfolger, und Jörg Pilawa wurde einfach mal von der ARD weggekauft. Doch im Ernst: Das Zeite Deutsche Fernsehen ist nicht gerade für innovative oder mutige Formate bekannt. Umso bemühter muss es erscheinen, wenn ein „Cross-Media-Projekt“ angekündigt wird.
BBC will ab 2011 seine Sendungen weltweit online streamen. Bisher war der Luxus, einzelne Beiträge jederzeit abrufen zu können nur den Briten vorbehalten. Bald dürfen auch wir davon profitieren.
BBC gilt als Vorreiter für On-Demand-Dienste in Großbritannien und will damit bald auch weltweit Aufsehen erregen. Die Nachrichten, die Quizshow oder die Lieblingsserie jederzeit überall auf der Welt ansehen zu können, ist doch eine tolle Vorstellung, oder? Die globale Vernetzung schreitet voran und so sollten auch die Medienunternehmen sich an diese Entwicklungen anzupassen wissen. weiterlesen »
Das ZDF hat es schwer. Als öffentlich-rechtlicher Sender steht es ständig in der Kritik, es würde sich zu sehr an ein nicht eben jugendliches Publikum anbiedern; wofür Schlagerhitparaden, “Forsthaus Falkenau” und der Musikantenstadl ausreichende Beweiskraft liefern sollen. Klar, es ist nicht schwer, die Mainzer dafür zu kritisieren.
Andererseits - und das wird allzu oft unterschlagen - verfügt das Zweite in den Sparten Dokumentation und Information über das breiteste und beste Angebot unter den deutschsprachigen Fernsehanstalten. Die “Heute”-Nachrichten verbinden ein inhaltlich relativ hohes Niveau (gemessen an anderen Nachrichten! Nicht an “Finnegan’s Wake”…) mit Verständlichkeit - eine Eigenschaft, die den Kollegen von der ARD so völlig fehlt. “37 Grad” und “ZDF Reporter” sind mehrfach preisgekrönte Formate; “aspekte”, “wiso” und “lesen!” können sich auf ein treues Stammpublikum verlassen.
Die gesamte Doku- und Informationssparte des Zweiten ist online verfügbar. Und das in einer komfortablen Weise, von der andere sich ein Scheibchen abschneiden dürften: Nachdem Sie zwischen drei angebotenen Playern gewählt und Ihre Verbindungsgeschwindigkeit angegeben haben, laufen die Programme relativ ruckelfrei über den Schirm. Zwar ist die Auflösung nicht perfekt; aber diesen Anspruch braucht man bei Nachrichtensendungen ja nicht unbedingt zu haben.
Es wäre wünschenswert, dass andere Sender dem Vorbild ZDF folgen und ihre internen Produktionen online verfügbar machen.