Der Flimmerkasten

Von Klassikern bis zum aktuellen TV-Programm
 


‘Ab ins Beet!’ ist nicht nur eine Garten-Soap auf VOX, sondern auch Comedy. Jeder, der sich dieses TV-Erlebnis mal angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass die Hobbygärtner schon zu Kultfiguren aufgestiegen sind. Es gibt nicht eine Folge, wo sich kein Mini-Drama ereignet.

Die Serie ‘Ab ins Beet!’ strotzt vor ‘alltäglichen’ Gärtner-Problemen und Kleinkriegen am Nachbarzaun, angefangen mit dem Pärchen Eva und Claus, die sich mit dem Kleingärtnerverein anlegen, bis hin zum Schlagersänger Markus, der mit seiner Fertigsauna im Garten kämpft. weiterlesen »


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Mittlerweile lässt sich dem nicht selten gewagten Humor der Cartoon-Sitcom „Family Guy“ auf drei Sendern folgen. MTV, Comedy Central und Pro7 zeigen die lustige Show aus der Feder von Seth MacFarlane, die zu den wenigen Animationsserien gehört, bei der eine Fan-Petition trotz schlechter Quoten tatsächlich eine Fortführung erwirken konnte. Der oftmals zusammenhanglos wirkende Humor ist und bleibt jedoch Geschmackssache.

Eine ganze Reihe von US-Cartoonserien, die weniger auf Kinder als auf ein jugendliches und erwachsenes Publikum abzielen, sind mehr oder weniger offensichtlich von den „Simpsons“ beeinflusst. In der Regel angesiedelt in Suburbs oder amerikanischen Kleinstädten, spiegeln sie das Denken und Empfinden einer Mittelschicht wider, deren Moral ebenso fragwürdig ist wie ihre Arbeitshaltung. Kinder, Haustiere oder auch zugereiste Aliens (im Fall von „American Dad“) sind den Erwachsenen intellektuell weit voraus, und nicht selten müssen einschlägige Celebrities als Witzfiguren herhalten.

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Bei Vox’ am 17. August startender Doku-Serie „Mehr geht nicht!“ begleitet die Zuschauerin insgesamt sechs Großfamilien durch den Alltag. Das Besondere dabei: alle porträtierten Familien haben durch Mehrlingsgeburten schlagartig an personeller Stärke gewonnen.

Zwei Wochen lang ist man jeweils Montags bis Freitags um 18 Uhr bei einer Familie mit Fünflingen, zwei Familien mit Vierlingen und drei mit Drillingen dabei und kann dabei zusehen, wie die Eltern die Herausforderung meistern und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben.

Fünf Freunde sollt Ihr sein! ©flickr by re-ality

Welche Probleme und logistischen Komplikationen auftreten können, wenn man anstelle nur eines Kindes gleich drei, vier oder sogar fünf zu betreuen hat, konnte man bereits im Fernsehen sehen – so ganz neu ist Vox’ Konzept nicht. Zugegeben sind v.a. Fünflingsgeburten allerdings nicht gerade alltäglich, ja nicht einmal alljährlich: 2007 gab es in Deutschland weiterlesen »


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Arrested Development

Autor: Moritz
abgelegt in: Sitcoms

Michael Bluth hat einfach kein Glück.

Der verwitwete Vater eines heranwachsenden Jungen rechnet damit, auf der großen Bootsparty von seinem Vater, dem Chef des Blut-Immobilienunternehmens, offiziell zum Nachfolger gekürt zu werden. Der denkt aber gar nicht daran und überträgt alle Verantwortung auf seine snobistische Frau. Ehe Michael Zeit hat, sich richtig zu ärgern, tauchen schon Polizeiboote am Horizont auf, und sein Vater wandert wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis.

Die Familie steht am Rande des Abgrunds; und Michaels Mutter kann gar nicht fassen, dass sie auf einmal mittellos sein sollen - ebensowenig wie seine drei Geschwister, die bisher recht gut auf Kosten der Bluth Company gelebt haben. Michael resigniert und versucht, das insolvente Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, ohne dass dabei die krude Familie zerbricht …

Arrested Development” ist genauso chaotisch wie meine kleine Einführung. Wie üblich zum Start einer Serie gibt es einen großen Riss, ein riesiges Problem, dem sich die ganze erste Staffel widmen kann. Aber daneben enthält jede Figur - von Michaels bizarr-naivem Sohn George Michael, der in seine Cousine verliebt ist, bis zu seinem schrägen Bruder Buster - genügend Konfliktpotential für abendfüllende Komödien. “Arrested Development” ist am Reißbrett entstanden, aber das schadet der Serie nicht, sondern verleiht ihr einen besonderen Charme. Als hätten die Autoren sich zusammengesetzt und versucht, aus den unmöglichsten Konstellationen eine Art Geschichte zu kreieren. Übrigens mit Erfolg; wenn auch die Handlung, die sich über drei Staffeln erstreckt, nicht besonders wichtig ist. “Arrested Development” ist eine Serie für die Menschen, die von “Lost” gestresst sind. Wenn Sie mal eine Folge verpassen, oder fünf, ist das auch nicht weiter schlimm. Die Gags sind absurd.

Obwohl “Arrested Development” es in den Vereinigten Staaten zu ansehnlicher Popularität brachte, wird die Serie in Deutschland nur vom Nischensender “Comedy Central” ausgestrahlt; noch dazu zu nicht eben zuschauerfreundlichen Zeiten. Allerdings sind die Dialoge im Original ohnehin besser. Für die Schauspieler entpuppte die Serie sich als regelrechtes Karrieresprungbrett: Jason Bateman (Michael Bluth) und Michael Cera (George Michael) standen zuletzt gemeinsam für die Oscar-gekrönte Komödie “Juno” (2007) vor der Kamera. Wie es sich für hippe amerikanische TV-Serien gehört, geizt natürlich auch “Arrested Development” nicht mit Gastauftritten; unter anderem sind Ben Stiller, Liza Minelli und Carl Weathers dabei.


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Ally McBeal (1997-2002)

Autor: Moritz
abgelegt in: Serien

“Maybe I’m happy and I just don’t know it.”

Es gab mal eine Zeit, so um die Jahrtausendwende (ein tolles Wort), da war die amerikanische Anwaltsserie “Ally McBeal” sehr angesagt. Danach kam “Sex and the City”, später “Desparate Housewives”, und verglichen mit ihren Nachfolgern wirkt Ally fast ein wenig unschuldig.

Ally McBeal kündigt ihren Job in einer Anwaltskanzlei, als ihr Chef sie sexuell belästigt, findet aber kurz darauf eine neuer Stelle in einer Kanzlei, die ihr ehemaliger Schulkamerad Richard Fish sich mit dem merkwürdigen John Cage teilt - in Boston. Kein Problem, Ally zieht um - und die Serie nimmt ihren Lauf.

“Ally McBeal” ist tragikomisch - im Gegensatz etwa zu “Sex and the City”, wo, allen Problemen zum Trotz, meist die Komik überwiegt. Aber Ally, die neurotische Anwältin, die sich mit männerverschlingenden Sekretärinnen, verheirateten Ex-Freunden als Kollegen und flüchtenden Verlobten herumschlagen muss (von ihrem Job ganz zu schweigen), ist immer einsam. Oder, fast immer.

Zentrum der Serie ist die Unisex-Toilette der Anwaltskanzlei, in der man sich furiose Wortgefechte liefert und imaginäre Schlachten: “Ally McBeal” enthält gelegentlich witzig-phantastische Einlagen, in denen Allys Gedanken visualisiert werden. Beispielsweise beißt sie ihrem Gegenüber mal eben den Kopf ab.

Allabendlich versammeln sich die Verdammten der Kanzlei in einer Cocktailbar, wo Vonda Shepperd singt. Für letztere, und natürlich für Calista Flockheart, war die Serie ein Karrieresprungbrett. Mit der fünften Staffel, deren Handlung drastisch verändert werden musste, als Robert Downey Jr. wegen Drogenbesitzes ins Gefängnis musste, verliert “Alley McBeal” allerdings deutlich an Tempo und Witz. Jon Bon Jovis Nebenrolle hätte man sich ebenfalls sparen können.

“Ally McBeal” ist ein funkelnder Cocktail; mal witzig, mal tottraurig, aber - meistens - sehr unterhaltsam. Im deutschen Fernsehen brauchte sie zwei Anläufe, ehe sie im Abendprogramm von Vox einen treuen Zuschauerstamm fand, der ihren schrägen Geschichten folgte.


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Miss Marple auf DVD

Autor: Moritz
abgelegt in: DVD

Als 1961 “16 Uhr 50 ab Paddington” in die Kinos kam, war die Hauptdarstellerin Margaret Rutherford bereits 69 Jahre alt. Was sie allerdings keineswegs davon abhielt, einen der besten Filmdetektive aller Zeiten zu spielen - Agatha Christies Miss Marple.

Die vier Miss-Marple-Filme mit Margaret Rutherford - “16 Uhr 50 ab Paddington”, “Vier Frauen und ein Mord”, “Der Wachsblumenstrauß” und “Mörder ahoi” - sind zwar inzwischen in technischer Hinsicht etwas angestaubt; aber Dialogwitz und Spannung liegen auf einem Niveau, das auch heutige Krimikomödien nur selten erreichen.

Als Glücksgriff erwies sich - neben Rutherford - die Erfindung des Mr. Stinger (Stringer Davies), des etwas naiven, ältlichen Gefährten der Hobbydetektivin. Die beiden spielen sich die Bälle mit sichtlicher Freude zu; und wenn Miss Marple auch noch anfängt, zu tanzen (”Der Wachsblumenstrauß”), dann überträgt sich spätestens das Vergnügen auch auf den Zuschauer.

Rutherfords Miss Marple unterscheidet sich in mancher Hinsicht stark von Christies Detektivin; gelegentlich scheint sie gar mehr mit James Bond gemein zu haben - immerhin kann sie fechten, morsen, reiten, ist Hobbychemikerin und historisch versiert.

Für Fans der Reihe ist die liebevoll ausgestattete 4-DVD-Box ein Muss; der kleine Preis kann aber auch Miss-Marple-Neulinge locken: Enttäuscht werden sie gewiss nicht, denn der nächste Mörder lauert schon …


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Ein Colt für alle Fälle (1981-86)

Autor: Moritz
abgelegt in: DVD, Serien

“You’ve cheered for him and cried for him and women have wanted to die for him.”

Lee Majors gehört in die Achtziger wie Matchbox, Wham! und Vokuhilas; und “Ein Colt für alle Fälle” ist einer der zeitlosen Serienklassiker des Jahrzehnts. Wohlgemerkt: “Zeitlos” nicht, weil die Abenteuer des Hollywood-Stuntmans und Hobby-Kopfgeldjägers Colt Seavers auch zu anderen Zeiten hätten stattfinden können - das beileibe nicht. Denn Majors’ markige Sprüche, die ihn umgebenden netten Dummchen (oft wasserstoffblond, die Haare gern in exorbitanter Weise hochgefönt) und die reine Freude an der Zerstörung (von Autos, Booten, Motorrädern, Häusern, Wohnwagen, etc.) passt bestimmt nicht mehr in die coolen Neunziger, geschweige denn in die problembewusste Gegenwart. Kurzum: In den Achtzigern konnte man’s noch mal so richtig krachen lassen, und “The Fall Guy” (Originaltitel) ließ sich in der Hinsicht nicht zweimal bitten.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass ursprünglich Burt Reynolds die Titelrolle übernehmen sollte, die aber aus unbekannten Gründen an Lee Majors überging. Majors, Reynolds - zwei Betonvisagen par excellence; unvergleichbar den schwammigen Gummigesichtern von Jim Carey oder Keanu Reeves … In den Achtzigern waren die Männer noch Archetypen, und die Frauen hatten die Emanzipation noch nicht ganz verinnerlicht. Und die Autos - die Autos waren entweder anbetungswürdige Reliquien oder … Blech. Zum Anzünden. Zerquetschen. In die Luft jagen. Etc.

Wer sich für krachende Action, albernen Humor und kichernde Stichwortgeberinnen erwärmen kann - wer also Vin-Diesel- und The-Rock-Filme mag - , der wird auch an “Ein Colt für alle Fälle” seine helle Freude haben. Zumal die Produzenten anlässlich der ersten DVD-Veröffentlichung auf dem deutschen Markt keine Mühen gescheut haben und die komplette erste Staffel neu synchronisieren ließen. Daneben enthält die hervorragend ausgestattete Box eine ausführliche Featurette, den originalen (von Majors persönlich gesungenen) Titelsong und manche Überraschung mehr.


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Gilmore Girls (2000-2007)

Autor: Moritz
abgelegt in: Serien

Stars Hollow ist ein verschlafenes Nest irgendwo in Amerika.

Die eingeschworene, etwas schrullige Dorfgemeinschaft feiert die Inbetriebnahme der ersten Ampelanlage, anderntags kann sie sich über die Ausrichtung des Dorffestes zerstreiten. Der Bürgermeister verkleidet sich gelegentlich, um den Alltag seiner Schutzbefohlenen inkognito zu erkunden; und Frau Kim, die Antiquitätenhändlerin, lässt einfach nicht zu, dass jemand ihren Laden verlässt, ohne etwas gekauft zu haben. Das Herz von Stars Hollow ist Luke’s Diner, ein kleines, urgemütliches Café im Zentrum, das von dem spröden Luke (immer mit Schirmmütze: Scott Patterson) geleitet wird. Luke’s ist der Ort, wo in “Gilmore Girls” Freund- und Feindschaften entstehen, Ränke geschmiedet, Hochzeiten geplant und vermeintliche Väter gesucht werden. Die Einwohner von Stars Hollow geben sich die Klinke in die Hand. Zwei davon stehen im Mittelpunkt des Geschehens: Lorelai und Rory Gilmore (Lauren Graham, Alexis Bledel); Mutter und Tochter. Dabei wirken sie eher wie Schwestern, oder beste Freundinnen - was naheliegt: Denn Lorelai wurde mit Rory schwanger, als sie gerade mal sechzehn war. Sie war nicht bereit, den Vater - Chris - zu heiraten, zerstritt sich mit ihren Eltern und zog schließlich aus. In Stars Hollow fand sie Arbeit im “Independence Inn”, dem ansässigen Hotel, und arbeitete sich dort bis zur Managerin hoch. Nebenbei erzog sie eine Tochter, versteht sich. Die erste Staffel der Serie (ausgestrahlt 2000) setzt ein, als Rory, inzwischen Teenager, ein Angebot bekommt, auf eine hervorragende Schule zu gehen. Da Lorelai die erforderlichen Schulgebühren nicht aufbringen kann, bittet sie ihre wohlhabenden Eltern (Kelly Bishop, Edward Hermann) um Hilfe. Die willigen ein - unter der Bedingung, dass Rory und Lorelai sich zu einem wöchentlichen Abendessen bei den Großeltern einzufinden haben. Das gefällt der eigensinnigen Lorelai zwar gar nicht, aber notgedrungen willigt sie ein … und die erste Staffel nimmt ihren Lauf.

Für die Drehbücher von etwa zwei Dritteln der Folgen zeichnen Amy Sherman-Palladino, von der das Konzept im Übrigen entworfen wurde, und Daniel Palladino verantwortlich. Das Auf und Ab der folgenden 154 Folgen (verteilt auf sieben Staffeln) zu beschreiben, übersteigt den verfügbaren Platz bei Weitem. Soviel sei gesagt: Der verschlafene Eindruck, den Stars Hollow anfangs macht, trügt! Denn die Einwohner schütten den Kaffee schier literweise in sich hinein; das Resultat ist die dialogschnellste Serie der Welt. Der Dialogwitz hat der Serie zu einer ganzen Reihe von Auszeichnungen verholfen; neben den Damen und Herren von Stars Hollow sieht manche Screwball-Königin recht blass aus. Die deutsche Synchronisation gibt sich keine Blöße und kann, was die Gagdichte betrifft, locker mithalten - wenn auch nicht alles ganz so brillant rüberkommt wie im amerikanischen Original (was einfach daran liegt, dass manche Scherze kaum zu übersetzen sind). Die “Gilmore Girls” haben etwas Märchenhaftes: Zwar werden oft aktuelle Bezüge in Nebensätzen eingeflochten, doch viele Einwohner des kleinen Städtchens sind überzeichnet bis zur Burleske. Stars Hollow erscheint, zumal in den ersten vier Staffeln, als tragikomisches, in sich geschlossenes Universum - an dessen Entwicklung teilzuhaben freilich eine Menge Spaß bedeutet. Eine der Serien, die auch nach Jahren noch gefallen. Die Hauptdarstellerinnen wählten sich übrigens während ihres Serien-Engagements gerne Filmrollen, die ihren Figuren konträr angesetzt waren: So war Alexis Bledel eine unglückliche Hure in Robert Rodriguez’ “Sin City”, Lauren Graham verführte in “Bad Santa” den gar nicht kinderfreundlichen Billy Bob Thornton.


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