Immer schön gegen den Strom: In Zeiten, da das Interesse an Talkshows sichtlich sinkt und gerade bei politischen Themen immer dieselben Gesichter zu sehen sind, sollte man eigentlich meinen, dass sich mit dem Format derzeit keine neuen Marktanteile gewinnen lassen. Das sieht ausgerechnet Stefan Raab ganz anders.

Dass König Lustig einmal zum Polit-Talker werden würde, ist wohl das Letzte, was man von ihm erwartet hätte. Aber warum eigentlich? Als er einst die WOK-WM startete, bedacht man ihn noch mit einem müden Lächeln. Selber in den Boxring zu steigen und sich vermöbeln zu lassen, traute ihm zunächst auch niemand zu. Und den Bundesvision Song Contest hielten die meisten ohnehin für eine Schnapsidee.

Alle Formate funktionierten und die Kritiker mussten klein beigeben. Jetzt macht Raab also demnächst Günther Jauch Konkurrenz, und das ganz konkret. Seine Polit-Talkshow „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ startet am 11. November und läuft zeitgleich gegen Jauchs Format im Ersten. So gab es der Entertainer jetzt dem Spiegel gegenüber bekannt.

Doch Raab wäre nicht Raab, wenn seine Show sich nicht eklatant von allen anderen Talkrunden unterscheiden würde. In der Sendung diskutieren „zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger“ über vier gesellschaftlich relevante Themen. Aufgabe der Zuschauer ist es, für denjenigen Diskussionsteilnehmer anzurufen, der sie am meisten überzeugt. Wer am Schluss die absolute Mehrheit der Anrufe – daher der Showtitel – bekommen hat, geht mit 100.000 Euro nach Hause.

Es ist übrigens keineswegs das erste Mal, dass Raab politische Themen zielgruppengerecht aufbereitet. 2009 etwa hatte er in der „TV Total Bundestagswahl“ zur Testwahl für den deutschen Bundestag aufgerufen und dazu die Spitzenkandidaten der einzelnen Parteien um sich versammelt. Damals bereits dabei: der damalige N24-Chefredakteur und jetzige ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg, der diesmal die jeweiligen Statements analysieren wird.

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