Talk Shows sind out, Gerichtsshows folgen ihnen langsam, der neue Trend steht schon länger fest: Reality Dokus in allen Facetten. Die Überbespaßung mit deutschen Schicksalen leidet langsam jedoch an der Sensationslust der Sender.

[youtube NtjSdzibL78]“We are Family“, „U20“, „Pures Leben“ und „Mitten im Leben“, die Sender wollen die deutschen Autonormalverbraucher vorstellen, die Schicksale von ´Großfamilien zeigen, der Jugend die Chance geben, ihre Sicht der Dinge zu präsentieren und im Großen und Ganzen ein umfassendes Bild der Deutschen wieder geben.
Das fing einmal ganz interessant an, denn damals – wer erinnert sich noch – wurden in den Reality Dokus vorwiegend deutsche Familien vorgestellt, die dann doch etwas ungewöhnlich waren, einen alternativen Lebensstil hatten, oder mit 7 und mehr Kindern klar kommen mussten.
Mittlerweile überrennen uns die deutschen Schicksale tagtäglich und sehen dabei eher wie Talk Shows aus, die in die Wohnungen der Betroffenen verlegt wurden.
Ganz schlimm wird es bei RTL, wo „Mitten im Leben“ so unrealistisch und gescriptet herüber kommt, dass man sich schaudernd an die Zeit erinnert, als den Richtershows langsam die wahren Fälle ausgingen und sich Laienschauspieler an überzogenen Fällen versuchten.
Zwar ist es noch nicht ganz so offensichtlich, aber fragen muss man sich schon, wie viel von dem Drama eigentlich der Wahrheit entspricht, denn wenn von einem 13-jährigen Jungen berichtet wird, der Vater geworden ist, dann wundert man sich schon, warum man davon nichts im Internet findet, stattdessen jedoch massenweise Stories über den 13-jährigen Briten, dem eben das widerfahren ist.
So ist es wieder der Anfang vom Ende eines anfangs wirklich interessanten Fernsehtrends. Aber wir wissen ja, bevor es besser wird, wird es schlimmer, deshalb können wir uns bald sicherlich auf hölzerne Möchtegernschauspieler freuen, die hanebüchene Soap Operas als das Leben der Deutschen vortragen. Da doch lieber Talk Shows.

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