Was für eine seltsame Idee: Sherlock Holmes und Dr. Watson ermitteln im London der Gegenwart. Kann das gut gehen? Es kann, und die bislang dreiteilige Serie verschaffte der BBC im vergangenen Jahr sogar echte Traumquoten. Für den Herbst ist eine zweite Staffel angekündigt. Ab 24. Juli zeigt die ARD aber erst einmal die deutsche Fassung der bisherigen Folgen.

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Wer an den berühmten Ermittler aus der Feder von Arthur Conan Doyle denkt, hatte lange Zeit vermutlich vor allem den etwas angestaubten Look von Basil Rathbone vor Augen. 2009 sorgte eine Kinoadaption mit Robert Downey Jr. und Jude Law für eine echte Modernisierung des klassischen Stoffs. Gleichzeitig entstand der Pilotfilm für die BBC-Serie „Sherlock“, die es mit dem Update noch etwas ernster nahm und den Detektiv gleich mal ins 21. Jahrhundert beamte.

Wie erstaunlich der Gedanke auch klingen mag, der Anachronismus ist im Umfeld der unzähligen Verfilmungen rund um Doyles Helden kein Einzelfall. Schon die Rathbone-Filme hielten sich nicht an die Vorlagen, und so bekamen es Holmes und Watson auch schon einmal mit echten Nazis zu tun.

In „Sherlock“ tummeln sich der Meisterdetektiv und sein Sidekick also im England der Gegenwart und haben zudem sehr eigenwillige Biografien. Das hat durchaus seinen Reiz, und so empfanden es auch die britischen Zuschauer. Die Quoten jedenfalls sprachen für sich, und eine zweite Staffel ist bereits fertiggestellt. Hierzulande darf man sich nun aber erst einmal auf Staffel 1 freuen.

Die Freude hält sich allerdings in Grenzen, wenn man den Ausstrahlungszeitpunkt berücksichtigt. Da die ARD ja bekanntlich nicht in der Lage ist, interessante Einkäufe auch zur besten Sendezeit auszustrahlen, was der Sender das letzte Mal einschlägig im Fall von „Taras Welten“ bewiesen hat, muss man für „Sherlock“ schon den Sonntagabend um 21:45 Uhr einplanen.

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