Das Suchen geht weiter, weiter, weiter und weiter…..
Da liegt DSDS in den letzten Atemzügen und schon begibt sich Dieter Bohlen auf die Suche nach neuen Talenten. Allerdings sind es diesmal nicht nur ausschließlich Sangeskünstler, die bei der Casting-Show „Das Supertalent“ gesucht werden. Was der Mensch kann, der sich hier bewirbt, ist relativ egal, Hauptsache er kann die Massen begeistern.
Im vergangenen Jahr wurde der 19jährige Ricardo Marinello „Das Supertalent“, weil es ihm gelungen war, 40 Prozent der sechs Millionen Zuschauer zu Tränen zu rühren. Für die Verwertungsmaschenerie eines Dieter Bohlen war ein Opernsänger mit solch einer Klasse überhaupt nicht geeignet, weshalb sich der Guru des Unterhaltungsfernsehens nun auf die Suche nach neuen Talenten begibt. Für Ricardo Marinello standen am Ende immerhin ein Gewinn von 100.000 Euro und das Produzieren einer eigenen Platte, aber vom kurzzeitigen Ruhm konnte er nicht wirklich profitieren.
Die Castings, die in Köln, Hamburg, München, Berlin, Frankfurt und Erfurt standfinden, werden vermutlich wieder zu einer Fremschämveranstaltung mutieren, wo man nicht weiß, ob man Lachen oder Weinen soll.
Liebe Mitmenschen, bitte gebt Euch nicht der erneuten Lächerlichkeit preis!
Unglaublich – aber wahr. Margarethe Schreinemakers ist seit dem 25. April wieder zurück auf den Fernsehbildschirmen. Beim neuen Spartensender „neun TV“ für Frauen von ProSiebenSat.1 wird die einstige Quoten-Queen Lebenshilfe in allen Bereichen anbieten. Thematisch sind Schreinemakers dabei keine Grenzen gesetzt, so wird es Hilfe bei der Wohnungs-, Partner- und Jobsuche geben.
Da die Sendung nebenbei auch per Live-Stream im Internet zu sehen ist, spricht Schreinemakers gegenüber Bild von einem völlig neuen Sendekonzept: „Das Konzept ist in Deutschland einmalig. Parallel zur Live-Sendung bin ich gleichzeitig über Internet und Telefon mit den Zuschauern verbunden“. Dank neuartiger Technik wie DVB S lässt sich die Sendung überall enpfangen und man verpasst keine Minute.
Was an dieser Stelle als innovative Idee verkauft wird, dürfte wohl mehr der weiteren Verbreitung dienen, denn mal ganz ehrlich, wie viele Menschen verirren sich täglich auf „neun TV“ – zwei – Schreinemakers und? Trotzdem hoffen die Verantwortlichen in Zeiten von UMTS, dass die Sendung ein breites Publikum finden wird. Irgendwie scheint sich das Urgestein des Talk mit ihrem Karriereende nicht abfinden zu wollen. Die großen Erfolge feierte Schreinemakers einst bei „Schreinemakers live“in Sat1, wo sie einen Talk mit Prominenten in ein Betroffenheitsfernsehen verwandelte und allmählich nach einer Steueraffäre unter enormen Glaubwürdigkeitsverlust zu leiden hatte. Als sie dann auch noch mit großem Getöse von Sat1 gefeuert wurde, war ihr Ende im Fernsehen eigentlich schon besiegelt, denn Menschen vergessen sehr schnell. Der klägliche Versuch der Wiederbelebung auf RTL scheiterte bereits nach wenigen Monaten, so dass Schreinemakers endgültig in der Versenkung verschwand.
Nun also ein erneuter Versuch sich ins Scheinwerferlicht zu drängen, wobei es sich bei dem Scheinwerfer wohl eher ein Taschenlämpchen in Form von „neun TV“ handelt.
Am Anfang stand das Prinzip Hoffnung und dies macht sich RTL zu Nutze. Neue Aufträge, musikalischer Erfolg, neue Fernsehrollen sollten im Anschluss an “Ich bin ein Star - Holt mich hier raus” für Ross Antony, Barta Ilic, Michaela Schaffrath, Eike Immel und Barbara Herzsprung folgen, doch die bittere Realität sieht anders aus.
Eigentlich hätten sie doch gewarnt sein müssen, jedoch war der Reiz größer. Bisher ist nicht ein einziger Prominenter bekannt geworden, der wirklich durch die Teilnahme am Camp profitieren konnte, stattdessen finden sie sich in der üblichen Fernsehmaschenerie wieder, die sich ihren kurzen Ruhm zu Nutze machen möchten. Wen wundert es da, dass unsere „Stars“ sich beim „Perfekten Promi Dinner“ oder bei „Olli Geißen“ wiederfinden.
Besonders schwer hat es Eike Immel erwischt. Das einstige Torwart-Idol hat sich derart herunter gewirtschaftet, dass die Teilnahme am Dschungelcamp zumindest die fällige Hüft-OP erwirtschaften sollte. Selbst die gemeinsame CD mit Schlagerbarde Barta Ilic erwies sich als Flop, weshalb Immel jetzt den schweren Gang in die Privatinsolvenz antreten muss.
Auch bei den anderen Teilnehmer gab es keinen Karriereschub, so muss sogar das einstige DSDS-Sternchen Lisa Bund sich mit der Tatsache vertraut machen, in Zukunft ohne Plattenfirma leben zu müssen. SonyBMG sah angesichts von Platz 63 ihrer letzten Single keine Notwendigkeit, den Kontrakt mit Bohlens „Terrorkrümel” auszuweiten.
Dass Michaela Schaffrath mit einer gekünstelten Liebelei nicht komplett ihr Porno-Image ablegen kann, hätte selbst der Blondine klar sein müssen. Ihre erste Karriere ist den Menschen nun einmal präsenter, weshalb viele Produzenten ein Engagement von Schaffrath scheuen.
Lediglich der quietschende Dschungelkönig Ross darf sich über eine gemeinsame Aufgabe freuen. Er wird demnächst ein neues Casting-Format auf RTL präsentieren, ob allerdings „Die singende Firma“ ein Highlight in der Fernsehlandschaft wird, darf schon jetzt angezweifelt werden.
Keine Angst, hier entsteht kein neues Kuppel- oder Datingformat, sondern hier sind die Paare schon lange zusammen. In „Heirate mich“ geht es um die Liebe des Lebens, wo der potenzielle Ehemann oder Ehefrau per Video den Heiratsantrag erhält und sich innerhalb kürzester Zeit für eine Heirat entscheiden muss.
Für die Heirat ist dann natürlich schon alles vorbereitet – die Location ist ausgewählt, die Gäste eingeladen, die Torte kreiert, die Ringe ausgesucht – es fehlt lediglich das „Ja“ des potenziellen Ehepartners. Zunächst wird hier ein Spannungsbogen erzeugt, denn die Angst, dass der Partner „nein“ sagt ist fortwährend vorhanden, tritt wohl aber nur ein Prozent der Fälle ein.
Den Heiratsengel von RTL II mimt Alexandra Bechtel. Die einstige Viva- und Big Brother Moderatorin führt durch die Sendung, an deren Ende eine Märchenhochzeit stattfinden soll. Privat hat sie ihr Glück schon mit Mann Alexander und Sohn Christopher bereits gefunden und möchte nun junge Paare ins Eheglück führen.
Für frisch Verliebte sicher das richtige Sendungsformat, mit relativ wenigen Überraschungen, vielen Klischees und übermäßigen Gefühlen. „Heirate mich“ wird mit Sicherheit dauerhaft einen Platz in der Fernsehlandschaft finden.
Sendestart 20. Mai, 20.15 Uhr – dann immer dienstags
Der Film ist der beste Beweis dafür, dass sich die wenigsten Kinogänger im Vorfeld sich mit den Kinokritiken auseinandersetzen, denn diese waren einfach vernichtend. Trotz alledem avancierte „Ey Mann - Wo is’ mein Auto?“ zu einem Publikumsrenner, der schon am ersten Wochenende die Produktionskosten locker wieder einspielte.
Verantwortlich für den Film waren in erster Linie Sean William Scott und Ashton Kutscher, die als zwei komplett vertrottelte Typen nach einer scheinbar durchzechten Nacht, über keinerlei Erinnerungen verfügen. Auf der Suche nach ihrem Auto und den Ereignissen der Nacht begegnen die beiden den verschiedensten Personen, deren Charaktere sich auf irgendeine Art und Weise in anderen Filmklassikern wiederfinden.
Dieser Klamauk auf wirklich unterirdischem Niveau wird von Scott und Kutscher derart herrlich dargestellt, dass ich mich jedesmal vor Vergnügen auf dem Boden rolle. Einfach herrlich!
Nun ja, nicht wirklich ein Leckerbissen der Filmgeschichte, aber am Herrentag genau der richtige Film im Fernsehen.
Kaum sind die Rückwanderer auf VOX in ihre Heimat zurückgekehrt, machen sich im neuen Sendeformat des Senders neue Menschen auf den Weg in die Ferne. Mit “Grenzenlos verliebt” möchte VOX in die Tradition der Auswanderformate treten, die schon mit „Goodbye Deutschland“ und eben den „Rückwanderern“ sehr gut funktioniert haben.
In vorerst zehn Folgen begleitete der Sender Paare, die sich bei einem Urlaubsflirt, über das Internet oder irgendwie anders kennen gelernt haben, aber kilometerweit auseinander wohnen. Die Paare, die über beide Ohren verliebt sind, wollen nun in der Ferne endlich zusammen ziehen und VOX begleitet sie dabei.
Gleich in der ersten Folge möchte der 32jährige Harald zu seiner Fernliebe Laila nach Mexico ziehen! Die schöne Latino hat dem schüchternen Deutschen, wohnhaft im Allgäu, gehörig den Kopf verdreht. Ganz zum Entsetzen der Eltern möchte der liebe Harald nun in einer mexikanischen Großfamilie unterkommen – AU! Damit auch das weibliche Geschlecht in dieser Sendung nicht zu kurz kommt, möchte Natalija aus Ratingen zu ihrem Daniele nach Italien ziehen – hier wird auch gleich ein Klischee bedient.
„Grenzenlos verliebt“ dürfte wohl kaum über die erste Staffel hinaus kommen, erst recht nicht, wenn bei der Vorgängersendung „the power of ten“ schon die meisten Zuschauer verloren gegangen sind.
Freitagabend
Das Wochenende wird standesgemäß mit einem Blockbuster der Extra-Klasse eingeleitet, vorausgesetzt man kann sich ebenso für die Komik eines Jackie Chan und eines Owen Wilson begeistern wie ich. Mit Shanghai Knights ruft die leichte Unterhaltungskost, der ich mich nach einer langen Arbeitswoche gern hingebe. Sollte ich dann noch genügend Muße besitzen, wird mich Nils Ruf mit seiner Show vermutlich noch am ehesten begeistern können.
Samstag
An einem Samstag, der mich als TV-Junkie begeistern soll, darf Comedy nicht fehlen und diese findet sich in Form von „Two and a half men“ auf Pro7. Charlie Sheen in seiner vermutlich besten Rolle, kann mich dort immer wieder als abgehalfterter Jingle-Komponist zum Lachen bringen. Der Abend könnte eine bunte Mischung aus DSDS (RTL), Beautiful Mind (Pro7) und einem James Bond Klassiker (Kabel 1) werden. Schließlich gipfelte er in der Ausscheidungsrunde von DSDS, wo es wieder jede Menge Emotionen geben wird.
Sonntag
Der Sonntag beginnt zur Mittagszeit mit der Formel 1 auf RTL. Da man sich am Nachmittag kaum eine Sendung anschauen kann, wird dieser von der Sehnsucht nach „Schwiegertochter gesucht“ bestimmt werden. Von Lachkrämpfen geplagt dürfte die Wahl des Sonntagabend-Filmes wohl auf den „Transporter“ bei RTL fallen, obwohl das „Geisterschloss“ auf Pro7 keine schlechte Alternative wäre.
An dieser Stelle muss ich ehrlich gestehen, dass ich ein großer Fan von Tierdokumentationen bin. Besonders von jenen Sendungen, bei denen die Realität der Tierwelt anschaulich wiedergegeben wird. Es hat schon etwas Erhabenes für einen Mann, wenn ein Krokodil aus seiner Trägheit erwacht und urplötzlich eine ganze Antilope angreift.
Mal abgesehen von diesen martialischen Szenen, können es auch einfach nur Dokumentationen über das Zusammenleben sein. Sich einfach minutenlang vor dem Fernseher berieseln lassen, dazu noch etwas Wissenswertes erfahren – eine willkommene Abwechslung in der Fernsehlandschaft, wo man sonst bei Sendungen wie „Schwiegertochter gesucht“ oder „Big Brother“ nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.
Nun als Tier-Fan freue ich mich natürlich über das Engagement von Sendungen „Tiere suchen ein Zuhause“ im WDR. Dort werden einzelne Tiere, die in Tierheimen untergebracht sind, dem Zuschauer vorgestellt. Dabei wird keine Schwerpunkt auf eine bestimmte Tierart gelegt, so dass Wellensittiche, Perserkatzen, Beagle, Boxer und Hasen gleichwertig vorgestellt, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Da man auf spezielle Eigenschaften der Tiere hinweist wie „braucht viel Auslauf“, „ist kinderlieb“ oder „braucht eine ruhige Umgebung“ sind potenzielle Haustierbesitzer gleich im Vorfeld gut informiert.
Leider erfahren solche sinnvollen Sendungen keine große Aufmerksamkeit. Mitarbeiter aus den Tierheimen berichten, dass zwar gerade im Vorfeld von großen Festen wie Weihnachten die Nachfrage steigt, aber es werden zumeist nur Katzenbabys oder Hundewelpen gesucht, die sich schon nach wenigen Wochen in den Heimen wiederfinden.
Also wer schon immer mal auf der Suche nach einem passenden Haustier sein sollte, könnte sich Sendungen „Tiere suchen ein Zuhause“ zu Gemüte führen. Da die Sendung zumeist am Sonntagabend ausgestrahlt wird, kann man auch einen Großteil der Zuschauer vor dem Fernseher erreichen – wäre zumindest wünschenswert.
Am gestrigen Abend bin ich dank einer anderen Sendung auf einen Bewohner des Big Brother Hauses gestoßen, der sofort mein Interesse geweckt hat. Inzwischen muss man bei Serafino von einem Ex-Bewohner sprechen, trotzdem setzte bei mir sofort der Fremdschämfaktor ein, denn um es einmal milde auszudrücken – wie kann man sich vor dem Bildschirm zu solch einer Heulattacke hinreißen lassen?
Natürlich sind gerade in Castings-Shows wie DSDS oder Germanys Next Topmodel ein bewährtes Mittel, um die Quoten in die Höhe zu treiben, dies dürfte aber bei Serafino nicht im Vordergrund gestanden haben. Vielmehr handelt es sich bei Big Brother doch um eine Ansammlung von menschlichen Existenzen, die scheinbar nicht ins Arbeitsleben integriert sind, denn welcher Chef könnte langfristig auf einen Angestellten verzichten? Zudem lassen sich hier hervorragend Milieu-Studien betreiben, bei denen Psychologen aufrichtige Freude empfinden.
Zudem bestätigt sich bei Big Brother einer meiner liebsten Thesen: „ Lässt man Menschen nur lange genug in der Isolierung beieinander hocken, finden sie irgendwann zueinander – egal in welcher Form.“ Da dies natürlich nicht bei jedem Bewohner wohlgelitten ist, herrschen Neid und Intrigen. Aber auf die Dauer wird selbst dies zu langweilig!
Am kommenden Sonntag widmet sich das ZDF einer Thematik, die sicherlich nicht ganz frei von Diskussionen sein wird. In „Imperium der Päpste“ werden die Abgründe der Kirchengeschichte einmal aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet.
Das gerade im Mittelalter die Kirche nicht immer ein Ort von Gottesliebe und Keuschheit gewesen war, dürfte selbst unbelesenen Zuschauern nicht unbekannt gewesen sein, wie tief allerdings diese Verstrickungen waren, verblüffte selbst gestandene Historiker. Morde im Namen der Kirch waren nicht nur zur Zeit der Inquisition an der Tagesordnung, sondern gehörten im Vorfeld einer Papstwahl fast zur Tagesordnung.
Ebenso das Thema Sex, eigentlich verpönt im Zusammenhang mit der Kirche, findet sich sehr oft in der Kirchengeschichte. Endlich mal ein interessanter Ansatz, der nicht überall Freunde finden wird, aber durchaus berechtigt ist.
Imperium der Päpste, ZDF, Sonntag – 27.04 – 19.30 Uhr