“Public Enemy”-Frontmann Flavor Flav hatte sie gleich zweimal von der Liste möglicher Herzdamen gestrichen. Doch Tiffany Pollard, besser bekannt als „New York“, war schrill und laut genug, um bei VH1 ihre eigene Reality-Show zu bekommen. Insgesamt drei Formate wurden ihr bis heute auf den silikonverschönerten Leib geschnitten. Ihren nicht sonderlich erfolgreichen Weg ins Filmbusiness zeigt MTV unter dem Titel „New York goes to Hollywood“ jetzt auch dem deutschen Publikum.

Dass man keinerlei Talent besitzen muss, um echten Promi-Status zu erreichen, belegt die öffentliche Dauerpräsenz von Hotelerbin Paris Hilton ebenso ein- wie aufdringlich. Mittlerweile kennt Deutschland mit Kahn-Ex Verena Kerth, Produzenten-Tochter Giulia Siegel oder Pocher-Freundin Sandy Meyer-Wölden ein ähnliches Phänomen. Vorbei sind die Zeiten, als sogenannte „It-Girls“ wie Edie Sedgwick wenigstens noch als Musen durchgehen konnten. Heute genügt etwa fehlende Unterwäsche oder ein Besuch im Big-Brother-Haus, um eine langfristige Karriere auf dem roten Teppich zu starten.

Für die Boulevardmedien sind die Frauen ohne Eigenschaften ein ergiebiges Thema, mit dem sich so manche Programmlücke füllen lässt. In den USA schaffen sich die TV-Sender dieses Phänomen bereits selber. Tiffany Pollard ist so ein Beispiel. In der Celebreality-Datingshow „Flavor of Love“ fiel sie schnell als Kandidaten mit dem größten Unterhaltungswert auf und ließ die gesamte TV-Nation laut aufschreien, als ihr eine Mitbewerberin ins Gesicht spuckte. Pollard gewann die Show nicht, wurde aber einfach in der zweiten Staffel wieder mit eingebaut und sorgte für massive Einschaltquoten.

Das genügte, um ihr ein eigenes Format zu verpassen. In „I love New York“ suchte sie zwei Staffeln lang ihren Traummann. Viel Gezeter und eine nicht weniger aufgedrehte Mutter machten die Show zu einem absurden Trash-Ereignis. Pollards Produzenten sahen weiterhin Potential in ihrem hausgemachten Star und schickten sie nach L.A., um sie an einer Karriere als Schauspielerin arbeiten zu lassen. Das Ergebnis heißt „New York goes to Hollywood“ und belegt auch dem größten Skeptiker, dass Pollard wirklich uneingeschränkt talentfrei ist. Für eine Reality-Show genügt das natürlich und ist erwartungsgemäß lustig.

MTV zeigt den 8-teiligen Nonsens ab dem 23. Juni und bietet damit ganz nebenbei eine kontrastreiche Ergänzung zu Til Schweigers etwas blutleerem Schauspielerinnen-Casting „Mission Hollywood“ auf RTL. Bis heute ist New Yorks Acting-Karriere übrigens noch nicht wirklich angelaufen – von einem japanischen Werbespot für einen Energy-Drink einmal abgesehen. Ihre Produzenten machten aus der Not eine Tugend und suchten ihr per TV-Show einen Übergangsjob. Ergebnis: „New York goes to Work“.

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