Die Sklaverei ist sicherlich das dunkelste Kapitel der amerikanischen Geschichte. In dem Buch „12 Years a Slave“ notierte der amerikanische Musiker Solomon Northup die erschreckenden Jahre seiner Gefangenschaft nach seiner Entführung 1853. Steve McQueen verfilmte das Drama und schuf ein beklemmendes Meisterwerk um Gefangenschaft, Besitz und Freiheit.

Kein Entkommen

Als Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) als freier Geiger im Staate New York nach einem Auftritt entführt wird, findet er sich auf einem Sklavenschiff wieder, das in die Südstaaten unterwegs ist. Dort hat der gebildete Familienvater aufgrund seiner Hautfarbe nur eine Perspektive: Die Sklaverei.
Kommt er zunächst beim vergleichsweise gutmütigen William Ford (Benedict Cumberbatch) unter, wird er alsbald auf die Plantage des religiösen Fanatikers Epps (Michael Fassbender) verkauft. Epps kennt keine Gnade gegenüber seinen Sklaven und Northup muss die Gräuel des Trinkers gegen sich und seine Mitgefangenen hilflos über sich ergehen lassen. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch sinkt die Folter mit jedem Peitschenhieb tiefer in Northup ein.
Dabei inszeniert McQueen „12 Years a Slave“ ohne Nebenplot, ohne Flucht, ohne Entkommen. Die Handlung geht brutal linear von der Entführung bis zur Befreiung Northups vor und gibt dem Zuschauer keine Gelegenheit, zu verschnaufen oder wegzusehen. Jede Szene kettet uns als Zuschauer an Northups Seite. So sind wir emotional so nah an das Drama gebunden, wie an keinen anderen Film der diesjährigen Oscar-Verleihung (welches auch als Bester Film ausgezeichnet wurde).

Mehr als nur Bester Film

Neben dem Oscar für den besten Film erhielt „12 Years a Slave“ die Auszeichnung für das Beste adaptierte Drehbuch und die Beste Nebendarstellerin (Lupita Nyong’o). Der von Brad Pitt co-produzierte Kinofilm, in dem der Star auch einen Gastauftritt hatte, erhielt von den Kritikern eine Bestwertung nach der anderen.
Das facettenreiche Drama wird umso verstörender, da es tatsächlich auf der Autobiographie des echten Solomon Northup beruht. „12 Years a Slave“ ist nicht nur einer der berührensten Filme des Jahres, sondern auch technisch dicht an der Perfektion. Brillant inszeniert, bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt und mit einer Liebe zum Detail gefilmt, die ihresgleichen sucht.

Bewegend, mitreißend, meisterhaft

Wer Steve McQueens neuesten Film noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen. „12 Years a Slave“ ist vollkommen zu Recht mehrfach oscarprämiert und hatte nicht nur in den historisch sensiblen USA einen kulturellen Einschlag. Einzig bis der Film es ins TV-Programm schafft, wird noch etwas Zeit vergehen – selbst der DVD-Start ist erst für Dezember vorgesehen. Was dafür aktuell im TV läuft können Sie auf www.tvdigital.de nachschlagen.

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