Die lange Durststrecke ist endlich vorbei. Sechs Jahre sind ins Land gezogen seit seinem Weggang bei Sat1, jetzt ist Harald Schmidt zurück, und man kann nur hoffen, dass er seinen alten Biss wieder hat. Eines jedenfalls hat die Zwischenphase bei der ARD bewiesen: LateNight lässt sich bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht machen.

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Bei der offiziellen Vorstellung seiner neuen Show haute Schmidt ordentlich auf den Putz und ließ keinen Zweifel daran, dass er auf Sat1 kein Blatt vor den Mund nehmen will. Seine Zeit im Ersten war in den letzten Monaten vor allem von Lustlosigkeit und Verweigerungshaltung bestimmt und geriet nicht selten zum halbgaren Kulturprogramm. Das soll jetzt wieder anders werden.

Das Konzept, so heißt es, sei im Wesentlichen das der alten „Harald-Schmidt-Show“, die am 23. Dezember 2003 für sechs Jahre in die selbstverordnete „Kreativpause“ ging. Danach folgten für den Entertainer eine Reihe von Theaterexperimenten, Urlaube auf dem Traumschiff, eine lauwarme Show in der ARD und die oftmals unerträgliche Variante „Schmidt und Pocher“.

Nie hatte man den Eindruck, dass sich Schmidt bei seinem öffentlich-rechtlichen Vertragspartner richtig ausleben konnte. Immer wieder gab es Ärger mit den Programmverantwortlichen, die manches nicht durchgehen lassen wollten. Geradezu legendär geriet die Aufregung um das „Nazometer“, und die Wiederholung einer Ausgabe der Sendung in den Dritten Programmen wurde gar abgesetzt. Das kann einem Berufsanarchisten wie Schmidt nie wirklich gefallen haben.

Jetzt heißt es also: Schwamm drüber. Auf Sat1 kann Schmidt machen, was er will, und das tut er hoffentlich auch. Zunächst wird es zwei Shows pro Woche geben, jeweils dienstags und mittwochs, möglicherweise wird aber auch ein tägliches Format draus. Am 13. September um 23.15 Uhr geht es los.

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