Für Genre-Fans ist die ursprünglich auf 10 Teile angelegte Romanreihe „Gormenghast“ ein echter Klassiker. Bereits im Jahr 2000 hatte die BBC eine vierteilige Miniserie produziert, die sich auf die fertiggestellten drei Bücher stützte. Fast ein ganzes Jahrzehnt und einen immensen Fantasy-Hype mussten ins Land ziehen, um hierzulande endlich eine TV-Ausstrahlung zu ermöglichen. Arte zeigt das Epos nun an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Die Zeiten des biederen Kultursenderstatus sind bei Arte endgültig vorbei. Nach zaghaften Versuchen mit Trash-Klassiker im Spätprogramm ist man mittlerweile dazu übergegangen, ausgesprochen sehenswerte Fernsehfilme oder Serien aus dem Ausland zu zeigen, die bei anderen Sendern bisher entweder nicht untergekommen sind (so der äußerst spannende BBC-Dreiteiler „Jack the Ripper ist nicht zu fassen“) oder aber nur in stark gekürzter Fassung ausgestrahlt wurden (so geschehen bei „Die Tudors“).

Mit „Gormenghast“, einer weiteren BBC-Produktion, dürfte nun so mancher Fantasy-Fan vielleicht sogar zum ersten Mal auf der Fernbedienung nach dem öffentlich-rechtlichen Spartensender suchen. Die leider nie beendete Romanreihe des britischen Autors Mervyn Peake genießt unter Genre-Kennern einen exzellenten Ruf. Schriftsteller-Kollege Anthony Burgess („A Clockwork Orange“) bezeichnete sie gar als bedeutende Klassiker des 20. Jahrhunderts und las sie als Allegorien auf die beiden Weltkriege. Filmkomponist und CAN-Gründungsmitglied Irmin Schmidt war von der dunklen Fantasy-Welt Peakes gar so angetan, dass er eine Oper nach der Vorlage schrieb.

Der Vierteiler von 2000 wartet unter anderem mit dem jungen Jonathan Rhys Meyers (König Heinrich aus den „Tudors“) in der Hauptrolle auf. Arte zeigt die aufwendige Produktion an zwei aufeinanderfolgenden Abenden jeweils ab 20.15 Uhr. Termine sind der 1. und 2. Januar. Im Anschluss an den vierten Teil gibt es zudem eine Dokumentation über Nebendarsteller Christopher Lee zu sehen.

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