Am Anfang war die Maus. Heute ist Disney einer der weltweit größten Medienkonzerne, und die Mäuse spielen nur noch auf dem Konto eine Rolle. Inhaltlich bestimmern längst andere Charktere als Micky und Co. das Geschehen. Welche Breite und Vielfalt mittlerweile unter ein und demselben Label vorherrscht, zeigt der Disney Day am 29. November auf Pro Sieben mehr als deutlich.

[youtube sM-wckCGIEE]

Utopist oder Kommunist – um den Namensgeber und Gründer ranken sich die unterschiedlichsten Mythen. Betrachtet man die gegenwärtigen Auswüchse, müsste Walt Disney wohl am ehesten als Turbokapitalist gelten. Doch mit den Aufstiegsjahren hat der milliardenschwere, aus zahlreichen Unterfirmen bestehende Konzern heute nur noch sehr wenig zu tun.

Wo einst eine Maus und eine Ente das Geld einfuhren und ganze Generationen von Kindern prägten, heißen die Disney-Idole heute Miley Cyrus oder Ashley Tisdale. Längst ist auch ein erwachsenes Publikum einbezogen: Unter den Labels „Buena Vista“, „Touchstone“ und „Hollywood Pictures“ produziert der Konzern großangelegte Blockbuster, und mit „Miramax“ schließt Disney ein jugendliches Publikum sogar in den meisten Fällen gänzlich aus.

Vom klassischen Zeichentrickfilm ist kaum mehr etwas übrig geblieben. Mit PIXAR produziert man dafür heute die erfolgreichsten computeraninierten Filme weltweit und setzte mit Titeln wie „Toy Story“ oder „Findet Nemo“ völlig neue Standards.

Der „Disney Day“ auf Pro Sieben ist demgemäß auch durchweg vielfältig und vermittelt einen guten Eindruck davon, was gegenwärtig alles so unter dem Disney-Label produziert wird. „Hannah Montana“ und „Highschool Musical“ decken am Morgen vor allem die Ansprüche eines frühen Teenagerpublikums ab. Mittags locken „Zauberer vom Waverly Place“ und „Snow Dogs“ weitere junge Zuschauer vor den Bildschirm. Erster Tageshöhepunkt ist dann „Die Chroniken von Narnia“, jener ultrachristliche Fantasy-Film, der im Kino demnächst in die dritte Runde geht.

Am späten Nachmittag folgt die x-te Wiederholung von „Das Vermächtnis der Tempelritter“ mit Nicolas Cage als Sparvariante von Indiana Jones. Am interessantesten gerät der Hauptfilm am Abend. Mit „Cars“ setzten Disney/PIXAR ihren Erfolg an der Animationsfront fort, auch wenn der Film sich kaum mit „Nemo“ oder gar „Oben“ messen kann. Immerhin bot die lustige Geschichte um sprechende Rennwagen Gelegenheit zu beweisen, dass Michael Schumacher keinerlei Talent als Synchronsprecher hat.

Ähnliche Beiträge