US amerikanische Krimiserien gibt es im deutschen TV-Programm wie Sand am Meer. Das Wort CSI taucht gefühlt in den meisten von ihnen auf. Crime Scene Investigators ermitteln in NY, Miami, Las Vegas und sogar bei der Navi. Sie tragen schwarze Anzüge und treten zumeist im Rudel auf. Ist es vielleicht gerade die Ausschlachtung des CSI Themas, die so wenig Neugier in mir auslöst?

In der Serie Sherlock Holmes von 2010 brachte die BBC den wohl bekanntesten Detektiv in die Gegenwart. Sherlock, gespielt von Benedict Cumberbatch, kann auf das komplette Wissen der Neuzeit zurückgreifen. Am Ende des Tages analysiert er also auch nur Menschen und Tatorte. Im Gegensatz zu seinen Kollegen von CSI verfügt er allerdings über einen Gedächtnispalast, benimmt sich wie die Axt im Walde und manchmal auch wie ein charmanter Soziopath. Man sollte erwähnen, dass die Dialoge und Charakterzeichnungen absolut gelungen sind. Vor allen Dingen aber ist der Hauptdarsteller selbst nicht austauschbar. Cumberbatch gilt zu Recht als einer der kommenden Hollywoodstars. In Filmen wie Star Trek Into Darkness, Inside Wikileaks oder 12 years as a slave hat er sein Können auf der großen Leinwand bewiesen. CSI Hauptdarsteller wie David Caruso und besonders Gary Sinise haben sich als Schauspieler längst bewiesen und schaffen es dennoch nicht, mit ihrer Strahlkraft zu locken.

TV Serien sind spätestens seit Breaking Bad und The Walking Dead für Hollywoodschauspieler salonfähig geworden. Mittlerweile sieht man einen Kevin Spacey in House of Cards, Steve Buscemi in Boardwalk Empire oder Mads Mikkelsen in Hannibal. Serien werden nicht mehr nur als notwendiges Übel gesehen, um seine Brötchen zu verdienen. Als Serienstar kann man heute gutes Geld verdienen und findet darüber hinaus Anerkennung. Davon abgesehen hat das Format den Vorteil, Charaktere vielschichtiger zu entwickeln. Schauspieler können so ihr Talent in vollem Umfang zur Schau stellen.

Davon waren wohl auch Woddy Harrelson und Matthew McConaughey überzeugt, als sie HBO ihre Zusage zu der 8-teiligen Krimiserie True Detective gaben. Die Drehbücher von Nic Pizzolatto sind allerdings auch so gut, dass die beiden Kinostars nicht allzu lange zögerten. McConaughey hat nach dem Studium der ersten beiden Folgen direkt zugesagt und Harrelson war von der Tatsache, dass McConaughey sein Partner sein würde so begeistert, dass er ebenfalls direkt zusagte. Darüber hinaus war McConaughey ein Fan von Regisseur Cary Joji Fukunagas Film Sin Nombre.

Die amerikanische Krimiserie, die in knapp 100 aufeinanderfolgenden Tagen entstanden ist, handelt von zwei ungleichen Kriminalpolizisten, die ein Ritualmord in Louisiana aufzuklären haben. McConaughey schlüpft dabei in die Rolle von Rust Cohle, einem Zyniker, der nach dem Tod seiner Tochter nur noch für seine Arbeit lebt und keinen Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen legt. Sein Partner Martin Hart, gespielt von Woody Harrelson, verkörpert dagegen den bodenständigen Familienvater, der sich gerne mit Kollegen umgibt und es mit der Treue zu seiner Frau nicht so eng sieht. Wann immer die extrem unterschiedlichen Weltanschauungen der beiden Cops aufeinander-treffen, bekommt man das Grinsen nicht aus dem Gesicht, denn Woody Harrelsons verächtliches Grinsen gepaart mit Matthew McConaugheys ausdruckloser Mimik sind Gold wert.

Zusammen sorgen die beiden Schauspieler mit Hilfe wunderbar philosophischer Dialoge dafür, dass man True Detective als die Perle unter den amerikanischen Krimiserien bezeichnen kann.

Bild: lassedesignen – Fotolia

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