Gute deutsche Comedy hat es schwer im eigenen Land. In Nischenplätzen zur späten Stunde oder auf Sendern, die man nur zufällig beim Switchen kennen lernt. Nicht anders geht es der neuen Pro Sieben Serie „Der kleine Mann“

Dabei verwundert es, denn der Erfolg vom trocken-zynischen Stromberg hat gezeigt, dass die deutschen Zuschauer sehr wohl mit intelligenter Comedy umgehen können und nicht nur bei „Hausmeister Krause“ oder „Die Camper“ Schlange stehen.
Rüdiger Bunz (Bjarne Mädel) wird durch einen Auftritt im Werbeclip berühmt, zumindest so berühmt, wie man mit Werbeclips werden kann. Fortan muss er sich mit der Presse, seiner Agentur, seinem alten Job und natürlich seiner Umgebung rumschlagen.  
Die Serie lebt von Schauspieler Bjarne Mädel und seinem sehr subtilen Spiel und sie lebt vom Mangel an Punchlines, denn ähnlich wie bei Stromberg kommt der Humor von realistischen Situationen und der Bitterkeit der realen Welt, denn die bietet immerhin noch die besten Geschichten.
Warum die Zuschauerzahlen einfach nicht steigen wollen ist verwunderlich, vielleicht liegt es daran, das „Switch“ im Vormasch zu offensiv ist, so dass sich der Zuschauer schlecht auf den feinen Humor des kleinen Mannes gewönen kann. Auch „Monk“ auf RTL könnte einige Gleichgesinnte abziehen. Vielleicht liegt es aber auch an der unglücklichen Zeit, die ja sowieso immer bei riskanten Sendungen gewählt wird. Damit entsteht natürlich ein Teufelskreis, denn wenn eine Sendung mit nicht allzu großer Massenkompatibilität auch noch zu Uhrzeiten läuft, die sowieso schweres Spiel beim Zuschauer haben, wäre es ein Wunder, wenn Millionen einschalten.

Der kleine Mann ist wundervoll bissig, gerade Selbstreferenzen zum schäbigen Fernsehgeschäft und fragwürdigen Berühmtheiten sind spitz und auf den Punkt gebracht und im Gegensatz zu Stromberg kehren sich die hoffnungslosen Situationen oftmals auch in ein wenig Optimismus um. Vielleicht stößt das ja dem Zuschauer auf, denn immerhin ist die Welt doch schlecht, oder?

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