Nicht nur mit der Wiederbelebung des alten Fussball-Programms will sich Sat1 wieder in die Liste der Hauptspieler im deutschen Privatfernsehen manövrieren, auch von der Mitfahrt auf der Doku-Soap-Schiene verspricht sich der Sender Erfolg.

Es ist ein Kreuz mit den Doku-Soaps. Auf jedem Sender sprießen die ach so sehr aus dem Leben gegriffenen Shows aus dem Boden. Immer wenn man denkt, es gäbe keine Berufsgruppe, kein Hobby, kein Restaurant oder kein zwischenmenschliches Problem mehr, das mit der Kamera begleitet werden kann, überraschen RTL, VOX, Pro7 und Konsorten mit neuen Titeln. Sat1 schlägt in die gleiche Kerbe mit zwei neuen Formaten, die interessanterweise mal nichts mit Essen zu tun haben.

Oliver Lück ist „Der Jugend-Coach“ (so jedenfalls der Arbeitstitel), der sich mit gewalttätigen, aggressiven und schwierigen Jugendlichen auseinandersetzt. In diesem Job kennt er sich aus, denn vor fünf Jahren hat er das Anti-Gewalt-Zentrum Berlin-Brandenburg gegründet, das sich einer Erfolgsquote von 63 Prozent rühmen darf. Ob er seine Fähigkeiten auch medientauglich im Fernsehen präsentieren kann, erfahren wir in dieser TV-Saison.

Die nächste anstehende Doku-Soap geht arg in die gleiche Richtung, da auch hier die Probleme Heranwachsender im Zentrum stehen. Mit „Die Superlehrer“ greift Sat1 nicht nur auf das altbekannte Format zurück, sondern bedient sich bei einem in Schweden mit Erfolg durchgeführten Konzept. Letztes Jahr wurden dort acht mit Preisen ausgezeichnete Lehrer an eine Problemschule geschickt. Sie übernahmen für die regulären Lehrer das letzte halbe Jahr der neunten Klasse, mit der Auflage diese zur drittbesten ganz Schwedens zu machen. Und in der Tat fieberten nicht nur eine Million Zuschauer mit, 95 Prozent der Schüler erreichten ihren Abschluß.

Diesem Erfolgsrezept kann sich ein angeschlagener Sender wie Sat1 natürlich schwerlich entziehen und wird es dieses Jahr im Rahmen seines Erneuerungsprogramms präsentieren.

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