Nicht nur in Amerika war die 68er Bewegung gleichstehend für studentische Aufstände, Freiheitskämpfe, aber auch radikale Bewegungen. Das ARD zeigt im November zum ersten Mal den Kinofilm, der versucht, die Ereignisse aufzurollen und zu erklären.

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Als bei einer Demo 1967 der Student Benno Ohnesorg von einem Polizeibeamten erschossen wird, ist das ohnehin schon angeschlagene Vertrauen zur Staatsgewalt hin, es bilden sich mehr und mehr Studentengruppen, die gegen die scheinheiligen Politiker und Führungskräfte angehen. Vor allem der Springer Verlag steht unter Beschuss, der die Wahrheit zugunsten des guten Rufes verschweigt und gleichzeitig immer mehr Hetze gegen politische Gegner und die friedlichen Protestanten betreibt.
Eine der berühmtesten Gegenbewegungen entsteht unter den Anführern Ulrike Meinhof (Martina Gedeck), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), die bald vor gar nichts mehr zurück zu schrecken zu scheinen, um für ihre Sache zu kämpfen.
Der Kinohit aus dem Jahre 2008 ist bis in die kleinste Rolle mit der deutschen Schauspiel-Elite bestückt und handwerklich außerordentlich gut gemacht. Selbst in den kleinsten Rollen befinden sich hervorragende Schauspieler und die Kameraarbeit ist naturalistisch und gekonnt.
Dennoch ist es ein unmöglicher Akt, die sachlich und geschichtlichen Vorgänge, die Stefan Aust in seinem gleichnamigen Sachbuch beschreibt, in einen einzigen Film zu quetschen, so dass diverse Kritiken die letztendlich etwas überladene und hastig erzählte Story bemängelten.
Dennoch ist der Film ein sehenswerter Geschichtsunterricht, den man sich auch gerne noch einmal ansehen kann, zumal das Erste den Film in einer längeren Fassung als Zweiteiler sendet. Am 22. und 23.11. kann man sich ein Stück deutscher Geschichte im TV ansehen.

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